Der getötete Ziegenbock "Franz" (rechts) war der Anführer seiner eigenen kleinen Herde. Foto: Ewert

Eine Geschichte wie ein Horrorfilm. In Effringen wurde ein Ziegenbock bei lebendigem Leib aufgeschlitzt und getötet. Die Besitzer sind verzweifelt.

Wildberg-Effringen - Es war ein Alptraum, in dem die Familie Ewert am Samstag erwachte. Der geliebte Ziegenbock "Franz" wurde in der Nacht vom Freitag, 21. Oktober, auf den 22. Oktober von unbekannten Tätern grausam und qualvoll getötet. Der fünf Jahre alte Ziegenbock wurde festgebunden und mit einem spitzen Gegenstand zunächst schwer verletzt, sodass er sich nicht mehr wehren konnte. Danach wurde der Bock scheinbar bei lebendigem Leib aufgeschlitzt. Eines seiner Beine wurde abgehackt und mitgenommen. Der übrige Körper des Tieres wurde von dem Täter oder den Tätern einfach zurückgelassen.

Ein Mitglied der Familie

Vor wenigen Jahren entschlossen sich Karl-Heinz Ewert und seine Familie, sich eine kleine Gruppe Ziegen zuzulegen. Ziegenbock "Franz" war nicht nur der Beschützer und Anführer seiner eigenen kleinen Herde, sondern auch ein Mitglied der Familie Ewert. Die Brutalität, mit der "Franz" nun sein Ende fand, schockiert Karl-Heinz Ewert bis ins Mark. "Wir verstehen nicht, was einen Menschen dazu bringt, so etwas zu machen", berichtet er den Tränen nahe.

Karl-Heinz Ewert macht sich selbst Vorwürfe. Normalerweise schlafen er und seine Frau mit offenen Fenstern, doch da es in der Nacht von Freitag auf Samstag so stark regnete, blieb das Fenster geschlossen. In der verregneten Nacht konnte die Familie nicht hören, was sich bei ihren Ziegen, etwa 50 Meter von dem Zweifamilienhaus entfernt – in dem Ewert mit zwei seiner vier Kinder, seiner Ehefrau und seiner Mutter lebt – abspielte. Erst am darauffolgenden Morgen sah die Familie, was mit "Franz" geschehen war.

Polizei ermittelt gegen Unbekannt

Der Zaun wurde von den Tätern nicht beschädigt, könnte aber, laut Ewert, von einem Menschen problemlos überstiegen werden. Die übrigen Ziegen wurden nicht verletzt, stattdessen schien es speziell um den Ziegenbock "Franz" zu gehen. Die Polizei wurde eingeschaltet, viele Hoffnungen auf eine Aufklärung des Falles macht sich die Familie allerdings nicht. Auf Anfrage teilte ein Sprecher der Polizei mit, dass der erschütternde Fall von Tierquälerei von der Polizei Nagold aufgenommen wurde. "Die Ermittlungen laufen gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes", erklärt Christian Schulze von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim. Ein derartiger Verstoß kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Die Familie verspricht eine Belohnung

Ziegen sind ausgesprochen soziale, gutmütige und intelligente Tiere. "Sie binden einen in die Herde mit ein. Man ist ein Teil der Gruppe", erläutert Ewert im Gespräch. Über ein Motiv des Täters oder der Täter herrscht Unklarheit. Ewert glaubt nicht, dass es um das Fleisch der Ziege ging, da nur das Bein des Bockes mitgenommen worden ist und die Brutalität der Tat für ihn nicht dazu passt. Er befürchtet, dass es sich um eine "satanistisch" motivierte Tat handeln könnte. Die schwarze Färbung von Franz und die Stichwunden, die wie von einem Dreizack wirkten, sprächen seiner Ansicht nach dafür.

"Er war ein Mitglied der Familie", sagt Ewert. "Wir können nicht verstehen, warum jemand eine Familie derart ins Unglück stürzen würde." Für Hinweise auf den oder die Täter hat die Familie persönlich eine hohe Belohnung ausgesetzt. Ein Spendenaufruf bei gofundme.com, um die Belohnung weiter zu erhöhen, wurde ebenfalls eingerichtet.