Da die Heizung ausgefallen ist, behelfen sich viele Bewohner mit elektrischen Notlösungen. Ungefährlich ist das nicht. (Symbolbild) Foto: Thicha - stock.adobe.com

Noch immer funktioniert die Heizung im Problemhaus in Klosterreichenbach nicht richtig. Eine gefährliche Situation für die Bewohner – nicht nur wegen der Winterkälte.

Der Ausnahmezustand für die Bewohner des umstrittenen Mehrfamilienhauses in Klosterreichenbach nimmt kein Ende. Zwar hat die Gemeinde Baiersbronn dafür gesorgt, dass am vergangenen Freitag die Heizung in dem Gebäude repariert werden konnte. Doch die Erleichterung währte nur kurz.

 

„Die Heizkörper sind heute morgen eiskalt und das Wasser ist eigentlich auch nicht warm“, schreibt eine Bewohnerin schon am Samstag an unsere Redaktion. Laut Berichten der Bewohnerin gab es am Samstag zwar noch mal Versuche von Seiten der Gemeinde, die Heizung in Gang zu bringen – aber offenbar ohne Erfolg.

Denn auch am Dienstag melden die Bewohner, dass die Heizung nach wie vor nicht funktioniert. Die Gemeinde hingegen will den erneuten Ausfall der Heizung nicht bestätigen. „Der Gemeindeverwaltung ist kein neuerlicher Ausfall der Heizungen bekannt“, schreibt ein Sprecher der Gemeinde auf Anfrage.

Brandgefahr durch Heizstrahler

Allerdings berichtet auch der Sprecher von dem erneuten Reparaturversuch am Samstag: „Am 06.12.2025 war ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung zusammen mit einem Heizungsbauunternehmen vor Ort. Beim Verlassen des Gebäudes funktionierte die Heizungsanlage.“

Für die Bewohner des Hauses könnte der erneute Ausfall der Heizung zur Gefahr werden – nicht nur wegen der Winterkälte, sondern auch wegen der Brandgefahr. Denn in vielen Wohnungen behelfen sich die Menschen mit Heizlüftern oder Heizstrahlern, wie ein Bewohner berichtet. Schon mehrmals sind deshalb in dem Haus die Sicherungen durchgebrannt.

Doch nicht nur das: „In einer Wohnung wurde mit dem Backofen geheizt, mit einer Herdplatte und mit einem offenen elektrischen Tischgrill“, so die Beobachtung des Bewohners. „Das ist für mich eine absolute Brandgefahr.“

Ein Sprecher der Feuerwehr Freudenstadt bestätigt auf Anfrage die Gefahr, die durch solche provisorischen Heizmethoden entsteht. Zwar hätten Heizlüfter in der Regel eine Abschaltautomatik oder einen Überhitzungsschutz, erklärt der Sprecher. Bei alten Geräten oder Billigimporten aus China fehle diese Schutzfunktion aber oftmals.

„Dann fackelt die Bude ab“

Heizstrahler wiederum seien nur für den Einsatz im Freien gedacht. Wer damit in der Wohnung heizt, riskiert offenbar nicht nur einen Gebäudebrand. „Bei gasbetriebenen Heizstrahlern kann es zu einer Kohlenmonoxidvergiftung kommen“, warnt der Sprecher. Diese könne sich schleichend vollziehen. „Die Leute wachen dann nicht mehr auf.“

Und auch von dem Einsatz von Herdplatten als Heizung rät der Sprecher dringend ab. „Wenn ein Windstoß ein Papier auf die Platte weht, dann fackelt die Bude ab.“