Bure Brass – Das Sextett vom „Mischdebrett“ brachte Stimmung in die Wirtschaften. Foto: Kern

Es war ein emotionales Schnurren. Für Thomas Weißer war es das letzte Mal. Zum Abschied berichtete das Urgestein noch einmal über die Missgeschicke des vergangenen Jahres.

Fünf Schnurrgruppen zogen am Sonntag durch die Wirtschaften von Hornberg. Für Thomas Weißer als „De Alt un selle vom Wald“ war es das letzte Mal. Nach 35 Jahren und Schnurrant der ersten Stunde verabschiedete sich Weißer mit einem närrischen „Good bye“. Noch einmal berichtete er gemeinsam mit Anette Kern über Missgeschicke und Malheurs, die übers Jahr im Städtle geschehen sind.

 

Genüsslich wurde ausgebreitet, wie der omnipräsente „Papst von Bollenhut und Kurpark“, der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert per Navigation von „Archi“ Wöhrle zur gemeinsamen Feuerwehrprobe von Hornberg und Gutach gelotst wurde.

Durch ein Missverständnis war der Schultis aus der Nachbargemeinde beim Sägewerk im Gremmelsbach gelandet statt dem tatsächlichen Übungsort.

„Radio Kommunale“ ging auf Sendung Foto: Kern.

Falsche Schlüsse zog auch eine Hornbergerin zur Wanderwoche der Naturfreunde in Kalifornien. Sie rechnete schon aus, ob sie sich den Flug überhaupt leisten konnte und fragte eine Freundin nach dem Abflughafen. Diese klärte sie darüber auf, dass mit dem Zug an die Ostsee gefahren werde. Den Irrtum verstanden die Schnurranten, denn wer denkt schon bei diesem Namen an Schleswig-Holstein?

Das Trio „Mutter, Sohn & Companion“ war dieses Jahr ein Duo Foto: Kern

Schützenwirt lieferte wieder viele Geschichten

Sehr ruhig wurde es im „Tannhäuser“, als Weißer seinen Abschied ankündigte und sich bedankte für die „schönen Jahre mit euch“. Um so eindrücklicher war der gewaltige, langanhaltende Applaus, der nach dem „Adieu“ des Erz-Schnurranten einsetzte und das Publikum ihm die Ehre erwies und sich von den Plätzen erhob.

Dälergschwätz und Bänd“ Foto: Kern

Das „Dälergschwätz und Bänd“ schenkte auch dieses Jahr Schützenwirt Armin Hartmann kräftig ein. Immerhin sind sie mit einem Dauerwerbebanner für das Gasthaus unterwegs. Das Reservoir an Geschichten, die der Schützenwirt den Schnurranten liefert, scheint schier unerschöpflich und das Publikum amüsierte sich prächtig über die „internationale Schnurre“, die das Trio zum Besten gab. Eine Steilvorlage waren die Pannen bei der Sanierung der L 108. Süffisant und gut bei Stimme rapportierten die Lästermäuler vom teuren, wochenlangen Einsatz der professionellen Security-Mitarbeiter, um die Umfahrung zu sichern und langen Planungen des Projekts, die bei der Umsetzung schon wieder Makulatur waren.

Traumschiff-Kapitän Flori Silbereisen mit Stefan Katrin Mross und Helene Marcus Fischer; Erz-Schnurrant Thomas Weißer sagt dieses Jahr Adieu. Foto: Kern

Zur fetzigen Musik von „Bure Brass - Das Sextett vom Mischdebrett“ aus Reichenbach wurde geschunkelt und Fasnetsklassiker gesungen. Den Info- und Verkaufsautomat an der Rathausbrücke nahm „Radio Kommunale“ aufs Korn. Anders als den von Bürgermeister Marc Winzer erhofften innovativen Coup zu landen, gab es eine steife Brise von vorn statt Rückenwind aus dem Rat. Zum großen Vergnügen des Publikums ging Radio Kommunale auf Sendung mit einem Treffen zwischen „Schwarzwaldmarie“-Tourist-Info Leiterin Beate und dem Bürgermeister in einem Mini-Theater.

Tüchtig gefrotzelt wurde auch bei „Mutter, Sohn & Companion“, dieses Jahr ohne Beate Gotthans. Kostümiert als Peter Pan (Alexander Gotthans) und Captain Hook (Martin Gramer) witzelten sie über Schnurrkollege Thomas Weißer, der auch beim saunieren vorbildliches Vereinsengagement bewies. Schnurstracks war er nur im Bademantel bekleidet aus dem Ruheraum der Sauna vom Landgasthof Lauble auf dem Fohrenbühl geeilt, als er zwei Damen hoch zu Ross über die Wiese reiten sah.

Lehrerin will es beim Zeltaufbau genau wissen

Weißer gehört zum Ensemble der Freilichtbühne und wusste: „Wir brauchen ein Pferd für das Hornberger Schießen.“ Es stellte sich heraus, dass die Tiere für den Auftritt auf der Bühne garnicht geeignet waren, doch den besonderen Einsatz von Weißer wollte die Schnurrgruppe öffentlich machen.

Besonderes Engagement zeigte auch Natalie Lehmann, Vorsitzende der Hornberger Galgenhexen, beim passgenauen Aufstellen des Zeltes für das Narrendorf. Die Schnurranten zollten spöttelnd ihren Respekt dafür, dass die Lehrerin die Fläche von 25 Metern im Quadrat mittels eines Geodreiecks ausgemessen hat.

Auch die Redaktion des „Schwabo“ bekam ihr Fett weg. Auf humoristische Weise prangerten zwei Schnurrgruppen etwa Berichte auf der Lokalseite Hornberg an, die über die Stadtgrenzen hinausgehen. Die Reaktion aus dem Publikum: Die Zeitung wird auf jeden Fall gelesen – und das offenbar sehr aufmerksam.

Die Schnurrgruppen

„Radio Kommunale“: Thomas Bossert, Simone Brohammer und Annerose Berger, „De Alt un selle vom Wald“: Thomas Weißer und Anette Kern, „Dälergschwätz und Bänd“: Katrin Lange, Marco Aberle und Michael Blum, „Mutter, Sohn & Companion“: Alexander Gotthans und Martin Gramer, „Bure Brass“ – Das Sextett vom „Mischdebrett“: Simon Lauble, Björn Bühler, Klaus Lauble, Steffen Lehmann, Gerhard Esslinger, Martin Aberle und Heiko Faller.