Der Landgasthof Lauble in der sonnigen Winterlandschaft. Foto: Kornfeld

Restaurants dürfen bis Mitte Januar nicht öffnen. Gastronom Jürgen Lauble zu der Situation.

Der Teillockdown ist bis zum 10. Januar verlängert worden. Für Jürgen Lauble vom Landgasthaus Lauble auf dem Fohrenbühl kommt das nicht überraschend. Das sei ihm bereits im Laufe des Oktober klar geworden, sagt er.

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Hornberg - "Es hieß immer, Familien dürfen sich Weihnachten treffen und Übernachtungen seien eventuell möglich, von Essengehen war nie die Rede",darum habe er sich nie Illusionen gemacht, so Lauble.

Mitarbeiter sind hart getroffen

Er weist darauf hin, dass die Bürger zu Weihnachten je zehn weitere Personen treffen dürfen. "Das bedeutet an den drei freien Tagen, kann jeder 30 Leute treffen. Ich habe Bedenken was danach kommt. Ich gehe davon aus dass wir bis März damit zu tun haben und bis dahin nicht oder nur unter ganz strengen Auflagen öffnen dürfen."

Der Staat stütze die Gastronomie sehr gut, es gebe 75 Prozent der Vorjahresumsätze für den November und den Dezember. "Es klingt jedoch bereits durch, dass das im Januar nicht mehr der Fall sein wird." Lauble geht davon aus, dass nicht alle Betriebe gerettet werden können. Oft hingen Existenzen daran, einige seien schon insolvent, berichtet er. Es gibt ältere Gastronomen die in Rente gehen wollten, die das jetzt nicht können.

Es gehe aber nicht nur um die Gastronomen, die Mitarbeiter bekämen nur 60 oder 68 Prozent ihres Gehalts und das Trinkgeld falle komplett weg. Viele würden in die Industrie abwandern, weiß Lauble. Im Pflegebereich werden Mitarbeiter für Empfang oder Service gebraucht und Köche wandern in Kantinen oder Krankenhäuser ab. Die Unsicherheit, wann es in der Gastronomie weitergehe sei ihnen zu groß.

"Und wir stehen im Frühjahr dumm da und haben keine Mitarbeiter mehr", befürchtet er. Die Kurzarbeit sei jedoch eine große Stütze: "Ich hätte sonst die Hälfte meiner Mitarbeiter entlassen müssen, so konnte ich sie halten."

Die ersten drei Monate des kommenden Jahres werden ausfallen, so Lauble und die Betriebe würde ohne Polster in diese Zeit gehen. Dadurch sind auch andere Bereiche betroffen, beispielsweise der Großhandel und die Reinigungsfirmen.

Dabei sei die Gastronomie nicht der Bereich, der die Zahlen nach oben treibe. Er habe sich beispielsweise strikt an die Regelungen gehalten und auch in dem Bereich investiert. Die Lockerungen im Sommer sieht er als zu weitreichend an. "Die Nachwehen werden wir die kommenden drei Jahre in der Gastronomie spüren", so der stellvertretende Vorsitzende der Kreisstelle der Dehoga. Geld, das für Renovierungen geplant war, sei ausgegeben und die Gastronomie-Betriebe hätten keine Polster mehr.

"Die Gastronomie, die Nagelstudios und die Fitnessstudios sind die einzigen, die geschlossen haben müssen. Dabei wissen wir genau wer bei uns war, wir haben alles erfasst", kritisiert er.

Weihnachtsmenüs to go

Das "To-Go-Geschäft" laufe nicht so gut wie während des Lockdowns im Frühjahr, als das für die Menschen noch neu war, so Lauble. Er sei seit 26 Jahren in der Gastronomie, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Dehoga-Kreisstelle Wolfach, er habe immer Weihnachten und Silvester bis nachts gearbeitet.

In diesem Jahr bietet er zu Weihnachten Menüs zum Mitnehmen an, an Silvester nicht. "Wir glauben nicht, dass sich das zu Silvester lohnt, die meisten Leute werden zuhause Fondue machen", vermutet er.

Die Weihnachtsmenüs stehen schon fest. Es wäre schön, wenn die Kunden ihre Weihnachtsbestellungen schon jetzt bei den Kollegen aufgeben könnten, so könnten diese alles besser planen. Auch ganze Weihnachtsbraten könnten bei ihm oder den anderen Gastronomen im Ort bestellt werden, sagt Lauble.

Nach erneuten Beratungen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten steht fest seit Mittwochabend fest, dass der Teil-Lockdown bis zum 10. Januar fortgesetzt werden soll. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei noch immer viel zu hoch. Der Teil-Lockdown betrifft Restaurants, Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen

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