„Batman“-Zunftmeister und „Superman“-Bürgermeister lieferten sich beim Rathaussturm ein humorvolles Wortgefecht. Am Ende siegten natürlich die Narren.
Batman gegen Superman, Narren gegen Rathausteam – zwar war klar, wer am Ende diesen Kampf gewinnen würde, doch spannend war der Schlagabtausch beim Hornberger Rathaussturm allemal.
Zunftmeister Antonio D’Ambrosio fegte als Batman unter den Klängen der Titelmelodie der gleichnamigen Serie aus den 60er-Jahren über den Bärenplatz, während andere als Fledermäuse verkleidete Narren umherschwirrten. All das beobachtete argwöhnisch „Superman“-Bürgermeister Marc Winzer aus einem Fenster seines Rathauses.
„Batman“ D’Ambrosio beschwerte sich bei Winzer über das „Flutlichtgewitter“ beim Hornberger Weihnachtsmarkt. „Ich bin vom Schloss herabgeglitten, um meine schlafenden Brüder und Schwestern vom Viadukt zu rächen. Denn ihr habt ihre Nachtruhe mit eurem Weihnachtsmarkt gestört“, monierte der Zunftmeister. Winzer hielt dagegen: „Der Weihnachtsmarkt am Viadukt war ein voller Erfolg, die Stimmung magisch, Hornberg hat gestrahlt wie noch nie!“
„Von wegen gestrahlt“, meinte Batman. Einen Sonnenbrand hätten seine Artgenossen davongetragen. D’Ambrosio drohte erbost mit einer Anzeige bei der Fledermaus-Gewerkschaft. Aufgrund des Ungemachs hätten die Fledermäuse sogar diskutiert, ob sie umziehen sollten, und zwar in den Bahntunnel. Winzer zeigte sich wenig begeistert, schließlich ginge damit das Viadukt-Flair verloren.
Umzug vom Viadukt ins Rathaus geplant
Batman gab ihm Recht und erklärte: „Wir hatten dann einen viel besseren Plan: Wir wollten geschlossen ins Rathaus ziehen – der ideale Platz für nachtaktive Wesen. Punkt 16 Uhr wird bei euch das Licht ausgemacht, und dann herrscht absolute Stille.“ Im Vergleich zum Rathaus sei ein Friedhof eine lärmende Disko, und das Einzige, was sich nach 16 Uhr noch bewege, sei der Staub auf den Akten.
Winzer fand diese Aussagen zwar nicht sonderlich zutreffend – „wir arbeiten hier hart an Lösungen“ –, wollte dann aber wissen, warum die Fledermäuse letztlich doch nicht umgezogen seien. Batman wandte ein, dass er und seine Freunde die „Massagen“ durch die Vibrationen der Züge vermisst hätten. „Das gibt’s im Rathaus nicht, da vibriert höchstens mal das Telefon. Aber das nimmt nach 16 Uhr ja eh keiner mehr ab“, meinte der Zunftmeister.
„Na siehst du. Eigentlich haben wir euch doch ein Luxusresort geboten, inklusive Logenplatz beim Weihnachtsmarkt“, schlussfolgerte der Bürgermeister.
D’Ambrosio gab zu, dass es ein schönes Fest gewesen sei. „Wir lassen die Rache heute mal stecken – aber nur, wenn die nächste Runde auf die Stadtkasse geht“, zeigte er sich versöhnlich. Winzer versprach dies und den Fledermäusen eine Ladung After-Sun-Lotion. „Abgemacht“, erklärte Batman. „Aber jetzt wird erst einmal das Rathaus übernommen. Licht aus und Narren an die Macht!“, sagte D’Ambrosio.
Der Bürgermeister gab nach. Nachdem er aus dem Rathaus getreten war, übergab Superman Batman den Rathausschlüssel. Die Flaggen der Hornberger Hexenzünfte wurden gehisst und der Narrenbaum gestellt – und natürlich durfte auch ein gemeinsamer Tanz der Narren und des Rathausteams nicht fehlen.
Weiteres Programm
Am heutigen Samstag, 14. Februar, finden in Hornberg der Fackelumzug um 19.30 Uhr und der Hörnerball um 20 Uhr statt. Der große Umzug ab 14 Uhr und der Zunftball um 19 Uhr sind am Sonntag, 15. Februar. Am Dienstag, 17. Februar, besuchen die Narren die Senioren im Stephanus-Haus um 13.30 Uhr und laden um 15 Uhr zum Kinderball- und um 15.30 Uhr zum Kinderumzug. Um 18.30 Uhr wird die Fastnacht an diesem Tag dann verbrannt.