Mit vereinten Kräften soll die Hornberger Freizeitanlage neu gestaltet werden. Das Projekt setzt auf Fördergelder, Spenden und Engagement der Bürger.
Trotz angespannter Haushaltslage schafft Hornberg es, in den kommenden drei Jahren ein Großprojekt umzusetzen: Die in die Jahre gekommene Freizeitanlage an der Gustav-Fimpel-Straße wird erneuert und modernisiert – für insgesamt 550.000 Euro. Wenn alles klappt, wird die Stadt nur einen minimalen und im besten Fall keinen Anteil der Kosten tragen müssen. Möglich machen das Förderungen, Stiftungen und nicht zuletzt der Einsatz der Hornberger Bürger, die für den Erhalt der Anlage alle Hebel in Bewegung setzen. Wie alles nun final gelingen soll, war am Montag Thema eines Pressegesprächs.
Mit der 1988 erbauten Anlage verbinden viele von ihnen schöne Erinnerungen. Dort wurde unter anderem Fußball gespielt, Handball gespielt und Feste gefeiert. Doch im Lauf der Zeit wurden der Boden zur Stolperfalle, der Belag heizte sich im Sommer auf und auch die Lärmbelastung für die Anwohner war hoch. „Bereits während meiner Kandidatur 2022 war die Anlage Thema“, blickte Hornbergs Bürgermeister beim Termin am Montag zurück. 2023 habe es dann im November ein „Jugendhearing“ gegeben, bei dem die Nutzer der Anlage darüber sprachen, was sie sich für deren Modernisierung wünschten.
2024 wurden den Bürgern erste Ideen vorgestellt
Wieder ein Jahr später wurde ein zuständiger Arbeitskreis gegründet, der sich aus Vereinsmitgliedern, Gemeinderäten, Anwohnern und Fans zusammensetzt. Bei einer Einwohnerversammlung im Oktober des gleichen Jahres wurden den Hornbergern die ersten Ideen für das Projekt präsentiert. Auch im Gemeinderat war es immer wieder Thema. „Nun sind wir an einem Punkt, an dem wir einen Planer ins Boot holen können“, freute sich Winzer beim Pressegespräch.
Das Konzept, wie die Anlage in Zukunft aussehen soll, beinhaltet neben verschiedenen Freizeitangeboten für Menschen verschiedener Altersklassen einen Fußballplatz, ein Basketballfeld, einen Calisthenics-Fitnessbereich, einen Familienbereich mit Hangrutsche, öffentliche, barrierefreie Toiletten sowie eine Fläche für verschiedene Aktivitäten, zum Beispiel, um Zelte aufzustellen. Zudem wird der ehemalige Bolzplatz zurückgebaut und schafft so Raum für eine erweiterte Parkfläche. Auch das Problem der Lärmbelästigung gingen die Planer an: Um diese zu reduzieren, beschloss der Arbeitskreis, die Fußball- und Basketballfläche zu drehen und in Richtung Sporthalle zu verschieben. Außerdem wird das Fußballfeld als geschlossener „Soccer-Court“ gebaut.
Blieb nur noch ein Problem: 550.000 Euro würde das Ganze kosten. Nicht nur in Zeiten knapper Haushalte eine nicht unerhebliche Summe für eine Stadt von Hornbergs Größe. „Finanziell klemmt es überall und bei der Anlage handelt es sich um eine freiwillige Leistung. So was macht man eigentlich nur, wenn man Geld hat“, fasste Winzer zusammen.
Bürgermeister und Stadt ließen ihre Verbindungen sowie Kontakte spielen, um eine Lösung zu finden. Ein Teil dieser Lösung fand sich in der Bürgerstiftung Hornberg. „Wir kümmern uns laut Satzung um alles, was das Gemeinwohl betrifft“, erklärte Thomas Bossert als Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Sie bewerten demnach Dinge unter anderem danach, wie viele Menschen von einem Projekt profitieren – und in dem Fall der Freizeitanlage seien das alle Bevölkerungsgruppen. 50.000 Euro versprach die Stiftung beizusteuern. Auch eine weitere Stiftung sprang mit ins Boot: die Kook-Stiftung, die in Anerkennung an den Ehrenbürger Franz Kook gegründet wurde. Laut Vorstandsvorsitzender Anita Kook liege dem Namensgeber das Allgemeinwohl sehr am Herzen und so erklärte sich die Stiftung bereit, 75.000 Euro zu übernehmen.
Leader übernimmt 60 Prozent der Kosten
„Auch bei Leader haben wir angefragt und die waren begeistert von unserem Projekt“, erzählt Marc Winzer. Ein Antrag wurde gestellt und im Dezember 2024 stand fest: Leader würde ganze 60 Prozent der Kosten, also 270.000 Euro, übernehmen.
Aber das war noch nicht alles: Es kamen weitere Spenden von Vereinen und Gruppen dazu, unter anderem eingenommen bei vielzählige Aktionen. So sammelte zum Beispiel die evangelische Kirchengemeinde bei ihrem Hoffnungslauf Geld für die Freizeitanlage. Etwas mehr als 7000 Euro wurden so gesammelt. Ein Crowdfunding des Hornbergers Dennis Schätzle brachte weitere 3000 Euro ein. Und private Spenden machten 2000 Euro, Gaben von Firmen 1850 Euro aus. „Jetzt bleiben noch 141.000 Euro“, rechnete der Bürgermeister vor. Spenden, Aktionen und Ideen seien weiterhin willkommen. Er und die Stiftungsmitglieder zeigen sich zuversichtlich, dass man das Geld zusammenbekommt. Es komme jetzt auf alle an. „Ich bin überzeugt davon, dass wir das wuppen, wenn alle zusammenhalten“, befand Eva Lauman von der Hornberger Bürgerstiftung.
Der Zeitplan für die Ausführung steht bereits. Es soll über den Verlauf von drei Jahren realisiert werden. „Start ist dieses Jahr, Mitte bis Ende 2028 soll es fertig sein“, erklärte Winzer. „Das ist recht anspruchsvoll, aber wir schaffen das.“ Er betonte zum Schluss: „Jeder Euro, jede Idee, jede Aktion zählt.“
Spenden
Wer für die Freizeitanlage an der Gustav-Fimpel-Straße. auch bekannt unter dem Leader-Arbeitsnamen „Fit und Kick“, spenden will, kann das über die Konten der Hornberger Bürgerstiftung tun. „Wir können keine Spendenbescheinigungen ausstellen, deswegen läuft das über die Bürgerstiftung, erklärte Bürgermeister Marc Winzer beim Pressegespräch. Unter dem Verwendungszweck „Freizeitanlage Fit und Kick“ sind die Bankverbindungen Sparkasse Kinzigtal, DE 90 6645 15480000 6015 19; oder Volksbank Mittlerer Schwarzwald, DE866649 2700 0130 3512 04.