Pia Schoch hat die Türen innerhalb von zwei Tagen fertig gestellt. Foto: Reinhard

Die Vorbereitungen für das Musical„Alice“ laufen auf Hochtouren. Ein Blickfang sind zehn kunstvoll gestaltete Türen voller fantasievoller Motive.

Bis zur Premiere des Musicals „Alice im Wunderland“ der Hornberger Freilichtbühne am Samstag, 20. Juni, sind es nur noch wenige Tages. Die Vorbereitungen befinden sich auf der Zielgeraden. Auch beim Bühnenbau unter der Leitung von Florian Backfisch steht nur noch Feinschliff an. Die imposante, in grün gehaltene Kulisse steht schon – zumindest zum größten Teil – fix und fertig auf der Freilichtbühne. Zuvor waren sie in Einzelteilen im Keller der Hornberger Grundschule angefertigt worden. Dabei setzen die Bühnenbauer auf Recycling: Vieles wird mehrfach verwendet. „Es wird so lange drauf gemalt und übermalt bis es nicht mehr geht“, erklärt Sabine Schemel vom Bühnenteam lachend. Eine Besonderheit sind bei der Kulisse die zehn bunt besprayten, drehbaren Türen, die die freischaffende Künstlerin Pia Schoch gestaltet hat.

 

Alle Türen mussten beidseitig bemalt werden

Sie stammt aus dem Kinzigtal und lebt, wie sie unserer Redaktion berichtet, mittlerweile in Freiburg. Schon öfter war sie bei der Gestaltung der Bühnenbilder für die Hornberger Freilichtbühne involviert und als sie angefragt wurde, die Türen für „Alice“ zu gestalten, war sie sofort dabei. Zehn Stück würden benötigt, die alle beidseitig bemalt werden sollten – auf der seinen Seite einfach grün, um das Bühnenbild eines Gartens zu vervollständigen, auf der anderen Seite mit typischen Wunderland-Motiven. Wie diese aussehen sollten, wurde Schoch überlassen. „Ich habe zu Hause überlegt, was zu ,Alice im Wunderland’ gehört und Bekannte sowie Freunde gefragt, welche drei Dinge ihnen als erstes einfallen, wenn man von dem Buch spricht. Und dann habe ich zu Hause habe ich ein paar Designs gezeichnet“, erklärt die 25-Jährige den Gestaltungsprozess.

So entstanden Bilder mit Hasen, Karten, Schachfeldern, Hüten und einer grinsenden Katze – bunt und einzigartig. Denn jede hat ein anderes Motiv.

Die innerhalb von fünf Tagen erstellten Skizzen nahm sie mit nach Hornberg, wo sie innerhalb von zwei Tagen die Bühnenbildelemente fertig stellte. Das Besondere: Die Türen hat Schoch nicht bemalt, sondern besprayt. Diese Technik hat sie nicht zum ersten Mal angewandt. Bereits bei „Madagaskar“, das 2022 aufgeführt wurde, hatte sie statt zum Pinsel zur Spraydos gegriffen. Dabei sprayt sie zum größten Teil freihand, „nur ab und an zeichne ich etwas mit einem Edding vor oder verwende ich ein Stück Karton für eine klare Linie“, so Schoch.

Doch nicht nur das Motiv und Design der Türen ist einzigartig. Sie lassen sich dank eines ausgeklügelten Mechanismuses auch drehen, denn beide Seiten – die grüne und die bunte – werden im Stück zu sehen sein.

Doch nicht nur die Türen halten die eine oder andere Überraschung parat. Auch der grün übermalte Schlauch, der sich an der Wand durch das Bühnenbild schlängelt, hat mehr als eine dekorative Funktion. Die Zuschauer dürfen sich in knapp drei Wochen also auf jede Menge Fantasie, eine spannenden Geschichte, bunte Motive und den einen oder anderen Spezialeffekt freuen.

Premiere

Das Musical „Alice im Wunderland“ feiert am Samstag, 20, Juni ab 18 Uhr Premiere. Karten gibt es im Internet unter www.freilichtbuehne-hornberg. Die Tickets kosten für Erwachsene 14, ermäßigt zwölf und für KInder sowie Jugendliche zehn Euro.