Für Gesprächsstoff sorgten beim Umzug in Hornberg unter anderem die Buchenbronner Hexen mit ihrem Panzerknacker-Wagen.
In eine bunte, unbeschwerte Narrenlandschaft verwandelte sich Hornberg am „Fasnets-Sundig“. Schon Stunden vor dem Umzug wimmelte es im ganzen Städtle von Hästrägern und Besuchern, unter denen sich etliche fantasievoll gekleidete Figuren tummelten. Alle freuten sich darüber, dass das Wetter mitspielte und es trocken blieb.
Mehr als eine Stunde schlängelten sich 35 Zünfte aus nah und fern durch die Innenstadt. Zum Fasnetsumzug nach Hornberg gekommen war etwa ein ganzer Block der Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen mit Schalksnarren, Butzen und Pestmännle sowie Lumpenmusik und mehreren Untergruppen.
Hechinger Block sorgt für Narrenansturm am „Fasnets-Sundig“
„In Hechingen ist heut’ keiner mehr“, lautete der Kommentar des Moderatoren-Trios Marco Aberle, Alexander Gotthans und Jessica Wälde – letztere mit dem Arm in Gips und Sturzhelm auf dem Kopf. Die drei stellten die vorbeiziehenden Zünfte vor und hatten mit Randbemerkungen zu lokalen prominenten Zuschauern die Lacher auf ihrer Seite.
Die vielen Schaulustigen, die den Straßenrand säumten, beklatschten begeistert die artistischen Darbietungen unter anderem von den Mistelhexen aus Ludwigsburg-Neckarweihingen. Die St. Georgener Nesthexen verteilten freigebig Stroh aus ihrem Wagen über die Köpfe der Zuschauerreihen. Spendabel mit Gutsele und Süßkram waren alle Zünfte, worüber sich vor allem die Kinder freuten.
Die Hornberger Gastgeber waren mit einer großen Schar Brunnenhansele und Hörnern vertreten samt örtlicher Vereine, die fasnächtliches Brauchtum pflegen. Zu ihnen gehören auch die Buchenbronner Hexen, von denen einige als Panzerknacker einen Mottowagen besetzten. Um der finanziellen Misere der Stadt eine Ende zu setzen, planen die Spitzbuben den Tresor einer örtlichen Bank nach dem Beispiel des Coups in Gelsenkirchen mittels eines Kernbohrers zu plündern – doch „lasst die blinden Hühner vom Bauamt raus, die bohren bestimmt ins falsche Haus“.
Unter den Zuschauern wurde auch ein Extrablatt der Hexen verteilt. Es verpetzte weitere Blamagen der Stadtverwaltung wie dem Funkmast auf dem Fohrenbühl, der langsam vor sich hin rostet, denn „ohne Strom kein Netzempfang“. Der Mottowagen war bestückt mit Währungen aus aller Herren Länder samt Goldbarren. Einer davon wurde verstohlen von Panzerknacker und Feuerwehrkommandant Uwe Bähr dem Bürgermeister Marc Winzer zugesteckt, wie beobachtet wurde.
Noch lange nach dem Hornberger Umzug herrschte im Städtle lebhaftes Treiben im Narrendorf auf dem Bärenplatz und in den Wirtschaften. Hoch her ging es unter anderem auch im eigentlich längst geschlossenen Gasthof Krone. Die Buchenbronner Hexen ließen das einst beliebte Wirtshaus eigens für den „Fasnet-Sundig“ wieder aufleben.
„Fasnet isch für alle da“
Unter der Devise „Fasnet isch für alle da“ richtete die Narrenzunft Hornberg erneut einen Inklusionsbereich für Menschen mit Beeinträchtigung ein. Vor dem ehemaligen Dorfbeck verfolgten die Personen in erster Reihe das närrische Treiben beim Umzug und ließen sich vergnügt von den übermütigen Hexen und Narren necken.