Mit großem Aufwand modernisiert Ketterer ihre Abfülltechnik: Eine neue, tonnenschwere Reinigungsmaschine wurde spektakulär durchs Hallendach eingebracht.
Bei der Familienbrauerei M. Ketterer wird derzeit ein außergewöhnliches Technikprojekt umgesetzt: Im Zuge einer Investition im niedrigen siebenstelligen Bereich erneuert die Brauerei zentrale Teile ihrer Flaschenabfüllung. Herzstück ist eine neue Flaschenreinigungsmaschine, die gemeinsam mit einem modernen Leerflaschen-Inspektor und einem neuen Kastenwäscher installiert wird. Das berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die rund 30 Tonnen schwere Anlage wurde demnach beim Anlagenbauer Krones AG im Werk Flensburg gefertigt. Von dort wurde sie per Schwertransporter quer durch Deutschland in den Schwarzwald gebracht.
Der Einbau war eine logistische Besonderheit: Die Einbringung der Anlage war ausschließlich übers Hallendach möglich, da eine seitliche Einbringung aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht darstellbar war. Deshalb wurde die rund elf Meter lange und über vier Meter breite Maschine mit einem großen Kran über das Dach der Abfüllhalle eingehoben. Zuvor wurden Teile der Photovoltaikanlage demontiert, das Dach geöffnet sowie zahlreiche technische Einrichtungen zurückgebaut.
Maschine kann nur übers Dach eingebracht werden
Der Schwertransport traf am Freitag pünktlich in den frühen Morgenstunden ein. Nur wenige Einheimische dürften daher die Anlieferung verfolgt haben. Die spektakuläre Einbringung ließ sich am besten von der Frombachstraße oder aus einem zeitgleich vorbeifahrenden Zug der Schwarzwaldbahn beobachten.
„Wir investieren in modernste Technik, weil wir überzeugt sind, dass sich Qualität am Ende durchsetzt“, sagt Geschäftsführer Philipp Ketterer. Die Strategie habe sich bewährt: Während der Biermarkt in Deutschland in den vergangenen Jahren zweistellig rückläufig war, ist er bei der Hornberger Brauerei nach eigenen Angaben im gleichen Zeitraum zweistellig gewachsen.
Die neue Maschine arbeitet mit einem zweistufigen Reinigungssystem. Dadurch werden Flaschen besonders gründlich gesäubert, während Energie- und Wasserverbrauch sinken. Ausgelegt ist die Anlage auf eine Leistung von bis zu 15 000 Flaschen pro Stunde.
Nach der Reinigung übernimmt ein moderner Leerflaschen-Inspektor die Kontrolle der einzelnen Flasche, bevor sie dem Füller zugeführt wird. Die Planung des komplexen Projekts dauerte mehrere Monate. Neben dem Maschinenlieferanten sind zahlreiche Gewerke beteiligt, darunter Elektro-, IT-, Rohrleitungs- und Lüftungsbau sowie mehrere regionale Handwerksbetriebe.
15 000 Flaschen werden stündlich gereinigt
Planung und Umsetzung vor Ort koordiniert Diplom-Braumeister und Produktionsleiter Klaus Vogt, der auf 29 Jahre Erfahrung in der Familienbrauerei zurückblicken kann. Alle Arbeitsschritte wurden so aufeinander abgestimmt, dass die notwendige Unterbrechung der Flaschenabfüllung auf rund zwei Wochen begrenzt werden konnte. „Der Moment, wenn die neue Anlage betriebsbereit ist und die ersten Flaschen wieder vom Band laufen, wird für unser Team etwas Besonderes sein“, so Vogt. Die Investition stehe eng im Zusammenhang mit dem Qualitätsanspruch der Brauerei.
Produktion steht still
Seit elf Tagen steht in der Brauerei wegen der Ankunft der neuen Anlage die Produktiton still, wie das Unternehmen in einer Mitteilung berichtet. Denn vor 13 Tagen bangte das Unternehmen noch um die Genehmigung für den Schwertransport, die schließlich doch noch kam. Ende der laufenden Woche soll dann die erste Flasche durch die neue Anlage laufen.