Lehrerin Simone Engst (von links), Projektverantwortliche Sina Schmidt und die forstwirtschaftliche Pädagogin Christine Schmid begleiteten die Grundschulklasse 4b der Wilhelm Hausenstein Schule bei ihrer Exkursion. Hasenhofbauer Arne Wohlgemuth (rechts) erklärte viele Zusammenhänge in der Natur.Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Exkursion im Rahmen des Projekt Naturparkschule in Hornberg / Fächerübergreifende Inhalte

Die Viertklässler der Wilhelm-Hausenstein-Schule in Hornberg haben Frischluftunterricht im grünen Klassenzimmer erhalten. Die Umsetzung des Moduls "Alleskönner Wald" ist gestartet.

Hornberg. Das Projekt steht im Rahmen der Kooperation zwischen der Stadt und dem Naturpark Schwarzwald Mitte Nord. Verbunden mit einem Besuch auf dem Hasenbauernhof im Frombach erkundeten zwölf Schüler der Klasse 4 B auf dem nahe gelegenen Lehrpfad, was im Wald so kreucht und fleucht.

"Sammelt unterwegs etwas Spitzes, etwas Hartes, etwas Leichtes und etwas Weiches ein", ermunterte die zuständige Projektverantwortliche Sina Schmidt die kleine Schülerschar. Auf einem ausgeteilten Merkblatt waren weitere Aufgabenstellungen wie unter anderem der Vergleich von Baumrinden und die Zusammenhänge der Symbiose von Pilzen und Pflanzen aufgelistet.

Interessenkonflikte können entstehen

"Der Schwerpunkt der Waldrallye liegt auf Biologie, aber die Premiere heute wird zeigen, in welche Richtung weitere Entwicklungen möglich sind", erklärte Lehrerin Simone Engst, die die Exkursion begleitete.

Potenzial zu fächerübergreifenden Inhalten gibt es reichlich, wie die lehrreiche Einführung von Hasenhofbauer Arne Wohlgemuth zeigte. Kindgerecht formuliert vermittelte er, in welcher Form Ökologie, Ökonomie und als Erholungsort die soziale Funktion des Waldes miteinander Hand in Hand gehen – und auch welche Konflikte durch die unterschiedlichen Interessen entstehen können.

"Es ist ganz schwer, heute nur noch von der Landwirtschaft zu leben", stellte Wohlgemut fest. Deshalb stellt der Hof auch in der eigenen Brennerei Schnaps her und bietet Feriengästen Erholung. Ein Abstecher in die Hofgeschichte legte Zeugnis ab vom Leben und Arbeiten der Menschen in den vergangenen 450 Jahren. Vertieft wurden die Ausführungen Wohlgemuths mit dem Zeigen von alten landwirtschaftlichen Werkzeugen wie einer Blattsäge und einer sogenannten Krampe, einer robusten Hacke zur Bodenbearbeitung.

Viele Ferienkinder würden staunen über die Größe des Gebäudes und denken, dass da viel zu viel Platz ist für nur vier Personen. "Der Hof ist so gebaut, dass nur ein Viertel davon für die Menschen gedacht ist und der Rest für die Tiere und das Heu", erläuterte Wohlgemuth. Die Hänge des Schwarzwaldes sind steil und ein klassischer Weidebetrieb deshalb nicht rentabel. Seine Hauptarbeit sei der Wald und mit Gesten zeigte er, wo die "Sommer- und Winterseite" ist und welche Bäume auf der jeweiligen Seite besser wachsen.

Die Buche werde Mutter des Waldes genannt, weil sie guten Boden bereite. "Allerdings braucht sie viel Licht und Platz und deshalb kann man mit ihr nicht so viel verdienen wie mit anderen Bäumen", erklärte Wohlgemuth und führte aus, wie ein Plenterwald funktioniert.

Mit Applaus bedankte sich die Klasse und stärkte sich in der Grillhütte nahebei für den Waldlehrpfad. Anschließend wurden die Rucksäcke geschultert und hochmotiviert der Waldlehrpfad erkundet.

Der Grundgedanke der Naturpark-Schulen ist, die Themenbereiche Mensch, Kultur und Natur praxisbezogen in den Unterricht zu integrieren. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen und regionalen außerschulischen Lernorten orientiert sich an gültigen Bildungs- und Lehrplänen der jeweiligen Klassenstufen.

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