Freizeit: Rosemarie Götz erzählt beim Gang über den Schlossberg über den Minnesänger Bruno und mehr

Die erste Hornberger Schlossbergführung von Rosemarie Götz seit mehr als einem Jahr ist beinahe buchstäblich ins Wasser gefallen. Als die Teilnehmer sich am Hotel Schloss Hornberg trafen, zogen große Wolken auf.

Hornberg. Ein Gewitter schien die Führung zunichte zu machen. Doch so leicht gaben die 15 Teilnehmer und Rosemarie Götz nicht auf. Sie suchten zunächst Schutz im Pulverturm und dort begann die geschichtsbegeisterte Hornbergerin zu erzählen.

Ein Wechsel zwischen Württemberg und Baden

Sie berichtete vom Beginn der Herren von Hornberg im Jahr 1083, als Heinrich der IV. das Gutachtalgebiet als Lehen an Adalbert von Ellerbach, den Stammvater, gab. Damals wurde die erste Burg auf dem Schlossberg gebaut, doch sie war keine 200 Jahre später schon wieder zu eng, es wurde neu gebaut.

Der wohl berühmteste der Herren der Burg war Bruno von Hornberg, der Minnesänger, von dem sogar vier Lieder im Codex Manesse zu finden sind, der berühmtesten deutschen Liederhandschrift des Mittelalters. Im Pulverturm sind Auszüge aus einem seiner Lieder zu hören.

"Damals war die Welt für die Herren von Hornberg noch in Ordnung", erzählte Rosemarie Götz. Die erste Hälfte des Besitzes wurde um das Jahr 1400 verkauft, die zweite Hälfte um 1450 und zwar an Württemberg. Erst im Jahr 1810 durch die Gebietsverteilung Napoleons kam Hornberg zu Baden.

Götz weiß viele Geschichten zu erzählen, so von den 300 Soldaten, die um das Jahr 1700 in Hornberger Privathäusern untergebracht wurden. Das sei für die Bürger nicht einfach gewesen und die Soldaten wurden im 17 Meter hohen Pulverturm untergebracht.

Die Hornbergerin erzählt, warum die Jahreszahl 1739 am Eingang des Turms nicht zum Jahr des Baus passt und auch von Fürstin Auguste Elisabeth von Thurn und Taxis, die von 1776 bis 1787 im Schloss Hornberg ihren Alterssitz oder vielleicht eher ihr Gefängnis hatte. Bei einer Jagd hatte sich eine Kugel gelöst, die knapp den Kopf ihres Bruders des Fürsten verfehlte. Dieser vermutete einen Anschlag und ließ sie auf Schloss Hornberg internieren. Die Fürstin solle häufig bei Wutanfällen das Geschirr vom Tisch aus dem Fenster geschmissen haben, berichtet Rosemarie Götz.

Die Hornbergerin erzählt auch, warum ein Missverständnis der Grund für die vielen Mammutbäume in Württemberg ist (in Hornberg gibt drei). Auch um die technische Meisterleistung beim Bau der Schwarzwaldbahn geht es und warum die schwierige Strecke über Hornberg, Triberg und St. Georgen gewählt wurde und nicht eine einfachere Variante weiter östlich.

Handelsweg wird immer unbedeutender

Durch die Entdeckung Amerikas sei es mit Hornberg bergab gegangen, erzählt Götz. Die Waren kamen dadurch nicht mehr aus Venedig, sondern aus Rotterdam und der Handelsweg über Hornberg war nicht mehr wichtig. Die Geschichte der Firma Duravit durfte natürlich bei der Führung auch nicht fehlen.

Nachdem das Gewitter etwas nachgelassen hatte, erklärte Rosemarie Götz den mit Regenschirmen ausgestatteten Teilnehmern beim Rundgang über den Schlossberg dann schließlich mit dem Blick auf Hornberg noch viele historische Details.Es bleibt zu wünschen, dass bei den kommenden Führungen, das Wetter besser ist, Spannendes zu erzählen hat Rosemarie Götz allemal.

Die Tourist-Info Hornberg bietet die Schlossbergführungen auf Anfrage für Gruppen an. Rosemarie Götz führt die Interessierten ehrenamtlich über den Schlossberg.

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