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Hornberg Pilzfachmann und Vollblutpolitiker

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Die Pilzkunde war seine Berufung, die Politik die Leidenschaft von Walter Pätzold. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Eckhard Gräff

Hornberg. Walter Pätzold, Leiter der Schwarzwälder Pilzlehrschau und langjähriges SPD-Gemeinderatsmitglied, ist gestern Morgen plötzlich und unerwartet im Alter von erst 63 Jahren gestorben. Diese Nachricht sorgte sowohl im Hornberger Rathaus als auch bei den Gemeinderatskollegen für tiefe Betroffenheit.

Geboren am 2. Mai 1948 in Scherfede/Westfalen, fand Walter Pätzold den Grundstein für seine Leidenschaft, die wissenschaftliche Mykologie, schon in der Kindheit gelegt. Nach dem Erwerb der Fachhochschulreife in Köln absolvierte er eine Biologie-Laboranten-Lehre. Doch der "Beruf des Tierquälers", so Pätzold einmal in einem Interview mit dem SchwaBo, habe ihm schon bald keine Freude mehr gemacht.

Daher suchte er als Seiteneinsteiger in den Bereichen Labordiagnostik, Dialysetechnik und Krankenhaushygiene neue Herausforderungen. Im Jahr 1978 begann er, für die Schwarzwälder Pilzlehrschau in Hornberg zu arbeiten, wofür er sich durch mykologische Fortbildungen qualifizierte. 1981 wurde er Leiter der Einrichtung.

Walter Pätzold hat sich in ganz Deutschland und darüber hinaus einen Namen als Pilzfachmann gemacht; er war für die Mykologie in vielen Gremien aktiv. Im Jahr 2000 wurde er in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mykologie gewählt und war Mitglied und Ehrenmitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Pilzkunde-Vereinen und -Gremien sowie im BUND.

Seit 1978 war er mit Karin Pätzold, geborene Henninger, verheiratet. Er hinterlässt zudem zwei Söhne, die aus erster Ehe stammen.

Betroffen vom Tod Pätzolds zeigte sich sein Fraktionskollege Hubert Ziegler. "Ich bin geschockt, es ist für mich schmerzlich, einen solchen Kollegen zu verlieren", sagte Ziegler im Gespräch mit dem SchwaBo. Walter Pätzold habe sich sehr stark politisch engagiert und sich für verschiedene örtliche und regionale Projekte eingesetzt.

Seit 1994 war Pätzold Mitglied der SPD und saß für die Partei seit 1999 im Gemeinderat der Stadt Hornberg. Er war Vorsitzender der Kreisgruppe Kinzigtal der SPD, Mitarbeiter im Beirat für Umwelt, Landwirtschaft, Energie und Verkehr beim SPD-Landesvorstand sowie umweltpolitischer Sprecher im SPD-Kreisvorstand. Im Jahr 2000 bewarb er sich um das Amt des Hornberger Bürgermeisters: "Ich bin überzeugt, dass ich es kann und es grundehrlich meine", betonte er damals.

Bestürzt über den Tod Pätzolds zeigte sich auch der ehemalige Hornberger Rathauschef Thomas Schwertel. "Ich darf ohne Übertreibung sagen, dass wir einen der besten Pilzkenner Deutschlands verlieren, es gab nur sehr wenige, die solch ein fundiertes Wissen hatten", sagte Schwertel dem SchwaBo. Hornbergs amtierender Bürgermeister Siegfried Scheffold war gestern Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ob und wie es mit der Pilzlehrschau weitergeht, die eine Herzensangelegenheit von Walter und Karin Pätzold war, ist zunächst noch nicht klar. Der Termin zur Beisetzung des Verstorbenen wird noch bekannt gegeben.

 
 

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Lena Stangenberg

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