"Die dreisten Drei" (von links: Carlos und Bettina Rico sowie Martin Gramer) sorgten für Hornberger Lokalkolorit. Foto: Gebauer

Burefasnet: Zahlreiche Besucher kommen nach Reichenbach. Musiker ernten begeisterten Applaus.

Reichenbach - Gut besucht ist die Reichenbacher Burefasnet am Samstag gewesen. Wie jedes Jahr fand sie in der "Krone" statt. Vom Geheimtipp hat sie sich längst zu einer beliebten Veranstaltung gemausert.

Vor einigen Jahren noch ein weißer Fleck auf der Fasnets-Landkarte und von närrischen Veranstaltungen unbeleckt, hat sich der Ortsteil Hornberg-Reichenbach diesbezüglich in jüngerer Zeit ordentlich gemausert.

Die närrischen Kräfte haben hier einen bemerkenswerten Entwicklungsschub und viel Zulauf erfahren. Inzwischen gilt die Fasnet in Reichenbach gelegentlich auch schon als echtes Spektakel und so ist die Reichenbacher Burefasnet schon ein richtiger Publikumsmagnet geworden.

Der Stoff, von dem die Programme der Reichenbacher Fasnetsveranstaltungen leben, ergibt sich meist – aus welchem Grund auch immer – aus einer gewissen "Opposition" zur Hornberger Fasnet. Gegenseitige Sticheleien und gelegentliche Seitenhiebe sind da sehr beliebt. Da das aber humorig gemeint ist, belebt es die Veranstaltungen nicht unerheblich.

Zu den tragenden Kräften der Fasnet in Reichenbach zählen in erster Linie die "Bureknelle". Sie haben sich auf das "Städtle-Choris" eingeschossen und bekommen von dorther natürlich auch bei passender Gelegenheit entsprechende Retourkutschen.

Daraus haben sich zum Vergnügen des Publikums schon viele bemerkenswerte und oft recht geistreiche Dialoge entwickelt. In Reichenbach ist die Fasnet allerdings nicht nur urig, sondern mitunter auch etwas derb und direkt. Aber das Publikum mag auch das ganz offensichtlich.

In diesem Jahr stellten die "Bureknelle" beispielsweise fest, dass sich das "Städtle-Choris" auf dem Rathaus nicht entschließen könne, ob ein Ladog oder ein Unimog gekauft werden solle. Auch bei der Kirchenrenovierung wollten die Narren behilflich sein und noch bei manchem anderen Projekt.

Fünfter Teil des Quintetts versteckt sich hinterm Kamin

Während vier Mitglieder des Quintetts vor dem Publikum sangen, spielte der fünfte Mann – für das Publikum unsichtbar – hinter dem breiten Kamin die musikalische Begleitung. Mancher Besucher hatte schon gemeint, er habe Schwierigkeiten beim Zählen. Mit der Hymne auf die Burefasnet beschlossen die Barden aus Reichenbach nach vielen Höhepunkten und Hits die vielseitige und ebenso humorige wie geistreiche Veranstaltung. Sie durften sich am langanhaltenden und begeisterten Beifall laben.

Es ist freilich die Burefasnet, die hier groß herauskommt und weil die erst immer eine Woche nach der regulären Fasnet stattfindet, muss sie ihr Publikum nicht mit vielen anderen teilen. So war auch am Samstag wieder in der "Krone" jede Menge Betrieb.

Das Gasthaus Krone hat sich in Reichenbach als Zentrum des närrischen Treibens etabliert. Die Wirtsleute Bernd und Renate Schondelmaier geben der Fasnet und der Narretei sowohl Mittelpunkt als auch Heimstatt.