Soziales: Verdiente Mitarbeiter im Stephanus-Haus geehrt / Gottesdienst im Gedenken an die Toten

Eine schwierige Zeit liegt hinter der Belegschaft und den Bewohnern des Hornberger Stephanus-Hauses. Während einer kleinen Versammlung wurden verdiente Mitarbeiter ausgezeichnet und eine Stehle zum Gedenken der Corona-Toten überreicht.

Hornberg. Am Beginn der Versammlung stand eine Andacht mit Stifts-Pfarrerin Ulrike Oehler und Stifts-Vorstand Carsten Jacknau, dessen Ehefrau Franziska oblag die musikalische Umrahmung. "Der Gottesdienst steht im besonderen Gedenken der Toten in den vergangenen Wochen", begrüßte Ulrike Oehler und verwies auf die Holz-Stehle von Werner Brohammer aus Hornberg-Reichenbach. Während die Namen der Verstorbenen verlesen wurden, stellten Pfarrerin Oehler und Carsten Jacknau Kerzen in die Stehle.

Holz-Stehle mit Kerzen soll an diese Zeit erinnern

Der Vorstand des Evangelischen Stifts in Freiburg beschrieb mit den Worten aus Psalm 3,9 die vergangenen Wochen im Stephanus-Haus: "Wenn eine Not uns trifft, sind wir schockiert und sehen nichts mehr außer der Bedrohung um uns herum."

Jeder der Anwesenden könne die Worte angesichts der vielen Corona-Fälle bestens nachvollziehen, es sei nicht leicht gewesen, sich so ohnmächtig zu fühlen. Aus diesem Gefühl heraus sei die Idee zur Stehle entstanden, die immer wieder an diese besondere Zeit erinnern und ein Zeichen der Hoffnung sein soll.

Jede eigene und fremde Not werde im Angesicht Gottes aus der Hilflosigkeit und Ohnmacht befreit und in den Horizont der alles verändernden Gegenwart und Wirksamkeit Gottes gestellt.

In Hinführung auf die Ehrung der Mitarbeiter stellte er Corona in den Mittelpunkt und gab zu bedenken: "Vielleicht kehren wir nie wieder vollends zur ›alten Normalität‹ zurück. Es gibt Momente in der Geschichte, in der die Zukunft ihre Richtung ändert."

Dem Stiftsverbund habe die Krise vieles abverlangt, man habe die schwierige Situation gemeinsam so gut es ging gemeistert. Besonders die Einrichtungen und Dienste der Pflege würden vor enorme Herausforderungen gestellt, Solidarität sei in diesen Zeiten besonders gefragt. "Sie mussten und müssen viel ertragen: Nirgendwo sonst gibt es eine derart hohe Konzentration an Risikogruppen. Sie engagieren sich täglich für andere und leisten Herausragendes", zollte Carsten Jacknau Respekt und Hochachtung.

Als Interimsleiter des Stephanus-Hauses und Verbundleiter bedankte sich Thomas Schellinger-Pusler bei den Mitarbeitern für ihren Einsatz, das Engagement und das Durchhaltevermögen in einer nie dagewesenen Zeit. Ein besonderer Dank galt Jacqueline Gießmann für das Krisenmanagement vor Ort.

Die Auszeichnung mit dem Kronen-Kreuz sei kein Orden, sondern ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts. Im diakonischen und biblischen Sinne stehe das Kreuz für Not und Tod, die Krone für Hoffnung und die Auferstehung. "Die Verbindung der beiden Elemente soll die Zuversicht wecken, dass mit Glauben an Jesus Christus Not und Tod überwunden werden kann", erklärte Schellinger-Pusler.

Die Last des Corona-Ausbruchs im Stephanus Haus sei vorerst gestoppt, zu Ostern werde das Haus unter strengen Auflagen wieder für Besucher geöffnet.

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