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Hornberg Kosten sorgen erneut für Diskussion

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Die Sanierung der Hornberger Stadthalle, im Volksmund auch "Holzwurmhalle" genannt, sorgte für Diskussion. Archivfoto: Weimer Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kosten für die Sanierung der Hornberger Stadthalle haben im Gemeinderat für große Diskussionen gesorgt. Die Architekten präsentierten dem Gremium den aktuellen Entwurf, nach dem die Maßnahmen 3,42 Millionen Euro kosten würde.

Hornberg. Vorausgegangen war der Entschluss des Gemeinderats, dass die Hornberger Stadthalle im Zuge der geplanten Sanierung zwei Anbauten erhalten soll (wir berichteten). Dies wurde auf Grundlage der Gespräche und Empfehlungen des Bauausschusses, an dem auch Vertreter einiger Hornberger Vereine beteiligt sind, im vergangenen November beschlossen.

Die Architekten Jochem Fritsch und Werner Schmid stellten dem Ausschuss Anfang Januar die Entwurfsplanung vor: Die Kosten betragen – angesichts der hinzugekommenen Anbauten und Neuerungen wie einer mobilen Bestuhlung der Empore – 3,42 Millionen Euro. Die erste Kostenschätzung hatte 2018 noch 3,1 Millionen Euro vorgesehen.

Wie Bürgermeister Siegfried Scheffold erklärte, sollen 51 Prozent der Kosten mit Mitteln aus der Stadtsanierung und weitere "zehn bis 15 Prozent" des Betrags mit Mitteln aus dem Ausgleichsstock finanziert werden. Summa summarum würde die komplette Sanierung also zu 60 bis 70 Prozent bezuschusst werden. Die hinzugekommenen Kosten und Maßnahmen von rund 384 000 Euro wurden, so Scheffold, "einvernehmlich mit dem Bauausschuss besprochen" – bei den Räten sorgten sie allerdings für Gesprächsbedarf.

"Ich bin perplex", äußerte sich Erich Fuhrer (CDU). Ursprünglich habe das Gremium die Kosten doch sogar auf 2,2 Millionen Euro begrenzen wollen, zuletzt standen 3,1 Millionen Euro zur Debatte. Letztlich seien die Kosten "nicht reduziert, sondern erhöht worden", so Fuhrer.

Jörg Fehrenbacher (Freie Wähler) fragte angesichts der höheren Kosten an, ob die zuständigen Architekten aufgrund ihres Honorars womöglich kein Interesse daran hätten, Kosten einzusparen.

Fritz Wöhrle (Freie Wähler) zeigte sich ebenfalls "erschrocken". Neben der eigentlichen Stadthallensanierung sehe er nämlich noch zusätzliche Kosten für "das ganze Drumrum", wie beispielsweise das Erneuern des Parkplatzes und der Zufahrt zum Stadthallenvorplatz. Letztlich würden die Kosten, so Wöhrle, dann wohl bei circa 5,5 Millionen Euro liegen. "Und das Geld fehlt uns dann bei anderen Projekten", gab Wöhrle zu bedenken. Er sei zwar für die Entwurfsplanung, aber gegen die Kostenfortschreibung – und forderte eine Budgetgrenze. "Ich möchte von der Bevölkerung nicht hören, dass die Sanierung ein ›Wunschkonzert‹ ist", mahnte er an.

Rolf Hess (SPD) wunderte sich hingegen, warum die Kostensteigerung zur Verwunderung einiger Ratskollegen geführt habe – zumal das Gremium schließlich zwei Anbauten beschlossen habe. "Ich finde, der Entwurfsplan ist eine wunderschöne Lösung, mit der wir eine Verbesserung erreicht haben", sagte Hess. Es wäre "eine Schande", wenn der Gemeinderat das Projekt angesichts der möglichen Fördermittel jetzt nicht umsetzen würde und der Termin für Sanierungsbeginn sich erneut verschieben würde, so Hess.

"Wenn wir mehr wollen, müssen wir auch dazu bereit sein, mehr zu zahlen", brachte es Bürgermeister Scheffold auf den Punkt. Die aktuelle Entwurfsplanung sei "einvernehmlich mit dem Bauausschuss besprochen" worden.

Die zuständigen Architekten sagten auf Nachfrage, dass sie die Kosten nach "marktüblichen Preisen" ermittelt hätten. "Es gibt Dinge, um die wir bei der Sanierung nicht drumrum kommen", betonte Scheffold und verwies auf die Aspekte Denkmalschutz, Elektroinstallation, Entlüftungsanlage, Dachsanierung, Brandschutz und Barrierefreiheit. "Es wäre eine Sünde, wenn wir das Dach nicht erneuern", mahnte der Bürgermeister an.

Bei einer "abgespeckten Variante" der Sanierung würden auf die Stadt in zehn bis 15 Jahren neue Kosten zukommen. Angesichts der Fördermittel "haben wir jetzt die einmalige Chance zur Finanzierung und sollten, genau so wie beim Freibad, Mut beweisen", so Scheffold.

Letztlich schlug der Bürgermeister vor, die Entwurfsplanung der Architekten zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und für die weitere Kostenfortschreibung eine Obergrenze von 3,40 Millionen Euro festzusetzen. Auf dieser Grundlage sollen die Architekten die Genehmigungsplanung erarbeiten, die wiederum Grundlage für den Bauantrag ist. Mit drei Gegenstimmen (Rolf Hess, Eric Küffer, beide SPD, und Joachim Hurst CDU) votierte der Gemeinderat für diesen Vorschlag.

Aufgrund der längeren Diskussionen um die Stadthallensanierung und der Ärzteversorgung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die ursprünglich vorgesehene Haushaltsberatung verschoben. Diese findet am Mittwoch, 12. Februar, statt. Beginn ist um 17 Uhr.

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