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Hornberg Kleintierzucht mit viel Leidenschaft

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Ein Höhepunkt im Vereinsjahr ist die Lokalschau des Kleintierzuchtvereins Hornberg. Wie im vergangenen Jahr zeichnen Preisrichter wieder die Züchter und Vereinsmeister aus. Archivfoto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Mehr als ein Jahrhundert alt ist der Kleintierzuchtverein C 85 Hornberg in diesem Jahr geworden. Ihren 110. Geburtstag feiern die Kleintierzüchter mit einer Lokalschau am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Oktober, in der Stadthalle.

Hornberg. Die Lokalschau für Geflügel und Kaninchen gehört zum festen Programmpunkt im Hornberger Stadtgeschehen (siehe Infokasten). Anfänge: Zu den zehn Kaninchen-Zuchtfreunden beziehungsweise Gründungsmitgliedern, wie der Verein in seiner Chronik schreibt, gehörten am 4. Januar 1909 Karl Kaspar, Johann Rau, Gustav Blum, Adolf Holoch, Emil Nufer, Max Müller, Friedrich Benzing, August Arnold, Karl Schmidt und Friedrich Ohngemach. Letzterer führte als erster Vorsitzender des Vereins die Geschicke der Kleintierzüchter.

Auch Mitgliedergebühren gab es: "Jeder Zuchtfreund hatte als Grundstock für die Vereinskasse zwei Mark bezahlt, die vom Verein wieder zurückgezahlt wurden, sobald es der Kassenbestand erlaubte", heißt es in der Chronik. Den monatlichen Beitrag legten die Ehrenamtlichen auf 20 Pfennig und die Aufnahmegebühr auf eine Mark fest. Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt waren, wählten die wenigen Mitglieder eine Kommission aus zwei Züchtern, die den ersten "Vereinsrammler" für 21 Mark kauften.

Neuausrichtung: Eine grundlegende Änderung trat am 26. Januar 1913 in Kraft, als sich die Hornberger in den "Kaninchen- und Geflügelverein" umbenannten, da die Zahl der Geflügelzüchter stieg. In den Jahren zuvor hatte der Verein den Antrag der Geflügelzüchter zur Aufnahme in den Kaninchenzuchtverein immer abgelehnt. Kriegszeiten: Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 schrumpfte der zunächst stark gewachsene Verein wieder auf 40 Personen, da einige Mitglieder als Soldaten dienen mussten. Erst nach dem Krieg wurde die Gruppe wieder gegründet. Erfreulicherweise kamen auch viele junge Mitglieder hinzu. Kreisverband: Gregor Kiefer, der den Hornberger Kaninchen- und Geflügelzuchtverein als Vorsitzender mehr als drei Jahrzehnte leitete, rief am 1. April 1938 den Kaninchenzucht-Kreisverband Wolfach ins Leben. Damals, zur Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945), musste vom Landesverband Badischer Kaninchenzüchter über den Reichsnährstand eine groß angelegte Werbung zur Gründung von Vereinen in jedem Ort mit dem Schlagwort "Kaninchenfleisch muss Volksnahrung werden" gestartet werden. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs verbot die französische Besatzungsmacht zunächst alle Kleintierzuchtvereine. "Kaninchen sowie Hühner mussten an die Franzosen abgeliefert werden", schreibt der Verein dazu in der Chronik. Neuanfang: Unter Kiefer nahmen die Hornberger Kleintierzüchter und der Kreisverband Kaninchen Wolfach wieder ihre Arbeit auf. Landesverbände wurden gegründet. Im Altkreis Wolfach entstand ein weiterer Kreisverband für Geflügelzüchter. Geflügel- und Kaninchenzüchter hielten gemeinsame Kreisschauen ab. "Trotz Schwierigkeiten in Beschaffung von Zuchtmaterial ist es dem Hornberger Verein gelungen, schon 1948 eine Werbeschau" zu veranstalten. In den folgenden Jahren kehrten Mitglieder aus der Kriegsgefangenschaft zurück und der Verein wuchs stetig. Der Ausbau: 1963 wurde der Sonderverein der Elsterpurzler-Züchter wieder ins Leben gerufen und im gleichen Jahr beim Bund deutscher Rassegeflügel (BDRG) angemeldet. Seit 1994 ist der Kleintierzuchtverein C 85 als eingetragener Verein zugelassen. Mit den Kleintierzüchtern aus Hornbergs französischer Partnerstadt Bischwiller pflegt der Verein freundschaftliche Kontakte. Der jährliche Höhepunkt ist die heimische Lokalschau: Diese fand 1972 erstmals mit 360 Kaninchen, Hühner und Tauben in der Stadthalle statt. Seither werden immer zwischen 350 bis 400 Kaninchen, Hühner, Tauben und Ziergeflügel ausgestellt. "Das höchste Leistungspotenzial des Vereins wurde um 2000 erreicht und hält bis heute an", schreibt der Kleintierzuchtverein in seiner Chronik. Gegenwart und Zukunft: "Der Kleintierzuchtverein C85 Hornberg, ehemals eine Hochburg für hervorragende Ergebnisse in der Kaninchenzucht, wandelt sich immer mehr zur Hochburg für Geflügelzucht, da die Kaninchenzüchter immer weniger werden und die Geflügelzüchter zunehmend mehr Mitglieder bekommen", schreibt der Verein in seiner Chronik.

2009 feierten die Hornberger ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum mit 84 Mitgliedern. In den vergangenen Jahren sanken jedoch die Mitgliederzahlen aufgrund von Überalterung und Nachwuchsmangel. Die Vogelgrippe bereitete den Kleintierzüchtern 2016 zusätzlich Probleme. Ab April 2017 wurden wieder Tierschauen abgehalten. Die Hornberger freuen sich stets auf neue Mitglieder.

Wettbewerbe: Der Kleintierzuchtverein C 85 feierte mehrere Erfolge auf Kreis-, Landes-, Bundes- und Europäischer Ebene. Vorstand: Den aktuellen Vorstand bilden der Vorsitzende Anton Weber, die stellvertretende Vorsitzende, Maria Moser, Kassiererin Sabine Müller, Beitragskassier Klaus Schindler, Schriftführerin Gabi Weißer, Zuchtwart Kaninchen Rudi Fischer, Zuchtwart Geflügel Rudi Fischer, Zuchtwart Tauben Rudi Fischer, Ringwart Erwin Ringwald, Tätowiermeister Jürgen Feiss, Zuchtbuchführer Rudi Fischer und Pressewart Klaus Schindler. Die Lokalschau für Kaninchen- und Geflügelzüchter findet am Samstag, 12. Oktober, ab 14 Uhr und am Sonntag, 13. Oktober, ab 11 Uhr in der Hornberger Stadthalle statt.

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