Umwelt-Auditor Wolfgang Keim überreichte das "Grüner Gockel"-Zertifikat.Foto: Kornfeld Foto: Schwarzwälder Bote

Umwelt: Hornberger mit dem "Grünen Gockel" ausgezeichnet

Hornberg - Die evangelische Kirchengemeinde Hornberg macht sich für den Klimaschutz stark und ist dafür ausgezeichnet worden: Sie ist offiziell "Grüner Gockel"-Gemeinde. Das Zertifikat wurde kürzlich übergeben.

Eigentlich sei die Gemeinde bereits seit Februar 2020 "Grüner Gockel"-Gemeinde, sagte der Umweltbeauftragte Reihard Lehmann in seiner Dankesrede. Aber dann kam die Corona-Pandemie dazwischen – und es konnten keine größeren Gottesdienste mehr gefeiert werden. "Die Einschränkungen sind bis heute geblieben, aber wir wollen jetzt nicht länger warten", so Lehmann weiter.

Gerade das Thema Klimaschutz ist wichtiger denn je

Das Thema Umwelt- und Klimaschutz sei nun aktueller denn je, meinte er mit Verweis auf die Bilder der Flutkatastrophen und Überschwemmungen in Deutschland in der jüngsten Zeit. "Es ist wichtig, gegen den Klimawandel etwas zu tun und jeder einzelne und jede Organisation ist dazu aufgefordert, einen Beitrag zu leisten", sagte Lehmann.

Das Zertifikat gleiche aber keinesfalls einem Führerschein in dem Sinne, dass man diesen einmal erwirbt und dann sein Leben lang damit fahren darf. "Es ist eher so, wie wenn man heiratet", so Lehmann. Die Zertifizierung als "Grüner Gockel"-Gemeinde sei nicht der Abschluss, sondern der Beginn eines Wegs. Die Kirchengemeinde wolle zu mehr Nachhaltigkeit im Handeln und Denken beitragen.

"Gott hat uns diese Erde anvertraut, damit wir verantwortungsvoll mit ihr umgehen und sie bewahren. Das ist eine große Aufgabe, die uns alle herausfordert", so Lehmann. Ein besonderer Dank galt Umwelt-Auditor Wolfgang Keim, der das Zertifikat überreichte.

In ihren Umweltleitlinien formuliert die evangelische Kirchengemeinde Hornberg: "Die Schöpfung hat den Auftrag, Gottes Herrlichkeit zu verkündigen und zu loben, und wir Menschen haben den Auftrag, Gottes Schöpfung zu bewahren, damit sie das tun kann." Dazu hat sie bereits im Oktober 2019 in einer Kirchengemeinderatssitzung insgesamt sieben Punkte formuliert.

Kirchengemeinderat formuliert in seinen Leitlinien sieben Punkte

Diese beinhalten Verkündigung und Lobpreis, durch die an Gottes Schöpferkraft erinnert werden soll, und die verantwortungsvolle Verwaltung des Überflusses, den Gott schenke. Dazu gehöre das Schonen von Ressourcen und Verzicht.

Darüber hinaus hat sich die Gemeinde in der Leitlinie dazu verpflichtet, Investitionen zu tätigen, die dem Klima- und Umweltschutz dienen. Fair gehandelte und menschenwürdige Produkte werden bevorzugt, Abfall vermieden beziehungsweise entsprechend entsorgt. Letztlich will die Gemeinde "für eine Erneuerung des Denkens und Handelns in unserer Gemeinde, für die Umsetzung unserer Umweltleitlinien und für die Bewahrung unserer Schöpfung" beten und die Gemeindemitglieder regelmäßig über den Stand des Umweltprogramms informieren.

Der "Grüne Gockel" ist ein Instrument für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie kirchliche Einrichtungen, um dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern. Mit der Einführung des Systems leistet die Gemeinde beziehungsweise Einrichtung einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung. Darüberhinaus senke sie ihre Betriebskosten, heißt es in der Information. Der "Grüne Gockel" sei speziell an die Bedürfnisse von Kirchengemeinden angepasst. Grundgedanke sei es, Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass eine kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes erreicht wird.

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