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Hornberg Heimat ist im Anhänger immer dabei

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In seinem "Stubbewägele" hat Fidelius Waldvogel die Heimat auf seiner Tour immer dabei.Foto: Kornfeld Foto: Schwarzwälder Bote

"Nächste Ausfahrt Heimat!" – so heißt das aktuelle Programm von Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel. Auf dem Gelände des Landgasthauses Lauble auf dem Fohrenbühl machte er deutlich, was er an der Heimat liebt – und was ihm nicht passt.

Hornberg. Er begrüßte die 240 Besucher mit einer Mischung aus dem Badnerlied und der Schwarzwaldmarie mit Motorradgeräuschen untermalt und erzählte dann von seiner abenteuerlichen Anreise in seinem Bulldog samt angehängtem Forstwagen, dem "Stubbewägele". Wenn er mit der Spitzengeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde auf einer Bundesstraße unterwegs sei, käme er innerhalb von zehn Minuten im Radio, es sei sofort was los.

Schwarzwälder Speck richtig gevespert

Aus dem Country-Klassiker "On the road again" macht Fidelius Waldvogel kurzerhand "Unterwegs daheim", denn in seinem Anhänger hat er auf kleinstem Raum Wohn-, Ess- Schlaf- und Musikzimmer sowie Bad und Küche untergebracht. Während "Lucky Blackforest Bird" am Esstisch seinen echten Schwarzwälder Speck vespert, erklärt er, wie man das richtig macht, um ein echtes Geschmackserlebnis zu haben.

Und er erzählt von dem Unsinn, der ihm auf den Straßen begegnet, wenn zum Beispiel Schweine, die in Osteuropa in großen Stückzahlen in kürzester Zeit großgezogen werden, dann nach Gütersloh zum Schlachten transportiert werden. Das Fleisch gehe dann nach ganz Europa. "Die Tiere leiden Qualen, denn fürs Fleisch will man nichts zahlen." Waldvogel singt von dem Bauern, der von den niedrigen Milchpreisen nicht leben kann, den die Frau mit den Kindern verlassen hat und der die letzte Kuh zum Schlachter bringt. Anschließend geht er zum Arbeitsamt und erfährt, dass Küheaufziehen auf dem Arbeitsmarkt nicht gefragt ist. Daraufhin geht er in den Wald und erhängt sich.

Während des Lockdowns und in der ersten Zeit danach hätten viele Verbraucher in den Hofläden eingekauft und selbst gekocht, so Fidelius. Der "Corona-Käfer" habe gezeigt, was falsch laufe. "Wir können jetzt etwas ändern oder so weitermachen", gab er den Zuschauern zu bedenken.

Er erzählt von seiner Begegnung mit der Fleischereiverkäuferin und ihren "Probiererle", an die er sich immer erinnern wird: "Schwarzwurschtmarie, dich und deine Würschte vergess ich nie...".

Von Bibiliskäs und Sunnewirbili

Auch auf den Bibiliskäs, wie es ihn früher gab, singt er ein Loblied. Der sei aus Hygienegründen verboten worden, alles müsse homogenisiert, pasteurisiert und sterilisiert sein: "Ein Angriff auf mein Immunsystem". Überhaupt "Bibiliskäs", das sei sein Lieblingswort, man stelle sich dass einmal ins Hochdeutsche übersetzt vor: "Kükenkäse". Ähnlich geht es ihm mit "Buebespitzle" und "Sunnewirbili", das alles klingt

Heimat ist für Waldvogel da, wo er auch ohne viele Worte verstanden wird. Ein einfaches "Hä" kann so viel ausdrücken, das veranschaulicht er mit vielen unterschiedlichen Betonungen. Überhaupt seien die Schwarzwälder ja erst durch die "Luftschnapper" (Touristen) gezwungen worden, in ganzen Sätzen zu reden. Es gebe sogar Freundlichkeitsseminare für Schwarzwälder: Von Rügen bis Südtirol überall die gleiche Ansage am Telefon, "Wo bleibt denn da die Identität?".

Überzeugt ist Waldvogel davon, dass der Wolf kommen wird, das mache ihm aber keine Angst. Angst machen ihm die Wölfe im Schafspelz, "die mit der weißen Weste", die Gesetze für die Großindustrie machen während kleine viele kleine Betriebe wie Landwirte, Bäcker und Metzger zu machen müssen.

Bis zum Abend bangten Jürgen Lauble sowie die Mitglieder des bewirtenden Musik- und Trachtenvereins Reichenbach, ob die Veranstaltung vom Regen verschont bliebe. Doch es blieb trocken. Wegen der Hygienevorschriften hatte man sich für eine Open-Air-Veranstaltung entschieden. Für die Gäste gab es zugewiesene Plätze.

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