Die Hornberger Wilhelm-Hausenstein-Werkrealschule ist nach Meinung von Rektorin Irmtraud Henke gut gerüstet für die Zukunft. Foto: Gräff

Hornberger Werkrealschule arbeitet seit vergangenem Schuljahr erfolgreich mit Kombinationslösungen für Klassen.

Hornberg - Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Hornberger Wilhelm-Hausenstein-Schule sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. Schulleiterin Irmtraud Henke glaubt allerdings, dass die Gesamtschule das Modell der Zukunft sein wird. Die Weichen dahin werden in Hornberg bereits gestellt.

Viel ist in der Vergangenheit darüber gerätselt worden, was passiert, wenn die verbindliche Grundschulempfehlung wegfällt. Die Sorge war groß, dass die Eltern nun ihre Kinder auf dem Gymnasium anmelden, damit diese dort den besten Abschluss bekommen. Stirbt die Werkrealschule an Schülerschwund?

In Hornberg ist dies derzeit zumindest nicht der Fall. Hatten sich 2012 noch zehn Schüler für die fünfte Klasse angemeldet, sind es nach heutigem Stand für das Schuljahr 2013/14 bereits elf.

"Unsere Werkrealschule bietet eine sehr gute Ausbildungsqualität"

Irmtraud Henke ist überzeugt, dass die gute Qualität der Ausbildung an der Hornberger Werkrealschule dafür spricht, dass hier kein Schülerschwund zu verzeichnen ist.

"Da die vorgegebene Klassengröße von 16 Schülern nicht gegeben ist, arbeiten wir seit dem vergangenen Schuljahr erfolgreich mit Kombinationslösungen", sagt sie im Gespräch mit dem SchwaBo. So werden an der Werkrealschule beispielsweise in den Fächern Sport oder Religion die Schüler der Klassen fünf und sechs oder sieben und acht zusammengeführt.

Nächstes Ziel ist, das auch mit den Unterrichtsfächern Kunst und Musik zu praktizieren. "Davon ausgenommen sind natürlich die Hauptfächer wie Deutsch, Englisch oder Mathematik", betont Henke. In der 9. Klasse wird sich dann intensiv auf den Abschluss vorbereitet. Und nur da, wo es sinnvoll ist, werde der jahrgangsüberschreitende Unterricht auch praktiziert. Die überschaubare Zahl der Werkrealschüler in einer Klasse habe den großen Vorteil, dass gerade in den Kernfächern viel intensiver miteinander gelernt werden könne. "Wir nutzen die große Chance und kümmern uns mehr um jeden einzelnen Schüler, kennen seine Schwächen und Stärken und können ihn gezielt fördern", so Henke.

Das sei bei einer Klassengröße von etwa 30 Schülern nicht in dieser Intensität möglich. Stolz kann die Schulleiterin darauf verweisen, dass seit Jahren durchweg alle Schüler – auch die mit Migrationshintergrund – auf Anhieb ihren Abschluss bestanden haben.

Derzeit können die Schüler nach ihrem Werkrealschul-Abschluss entweder in Hausach die 10. Klasse besuchen und den Realschulabschluss machen oder auf die kaufmännische beziehungsweise handwerkliche Berufsschule nach Hausach oder Wolfach wechseln. Die Zukunft in der Hornberger Schule sieht die Schulleiterin darin, das individuelle Lernen zu fördern und weg zu kommen von den Jahrgangsklassen, hin zu Lerngruppen.

Die derzeitige Werkrealschule sieht Henke daher auch nur als Übergangslösung. "Mein Wunsch ist, das wir in Hornberg einmal eine Gemeinschaftsschule sind", betont sie. Den für den Mai erwarteten Leitlinien der Landesregierung sieht sie gelassen entgegen: "Wir setzen ja bereits jetzt eine neue Unterrichtskultur um, wir haben entsprechend schon vorgebaut."