Die Abschläge für Wasser und Abwasser müssen neu berechnet werden. Foto: Symbolfoto: Kraufmann

Gemeinderäte sprechen sich für Anpassung aus. Schmutzwasser und Niederschlagswasser getrennt erfasst.

Hornberg - Verärgert waren viele Stadträte in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hornberg. Was ihnen so übel aufstieß, war die neue Berechnung der Abwassergebühr. Von jetzt an – und das erst einmal bis 2015 – liegt die Schmutzwassergebühr bei zwei Euro. Vorher waren es noch 1,80 gewesen.

"Happig", nannte Eva Laumann von der SPD den Preis. Auch Erich Fuhrer von der CDU war nicht begeistert. Einen Rat stimmte das Thema besonders ärgerlich: Fritz Wöhrle von den Freien Wählern schlug vor, die Gebühren lieber niedrig zu halten.

Der Gemeinderat könne das natürlich in die Wege leiten, erklärte Bürgermeister Siegfried Scheffold, der aber genauso betonte: "Es geht nicht darum, einen Überschuss zu erwirtschaften. Wir wollen nur die Kosten decken."

Warum eine Neuregelung überhaupt nötig sei, erläuterte Robert Häuser vom Heilbronner Beratungsbüro Schmidt und Häuser.

Bis 2010 hatte es noch eine einheitliche Wassergebühr gegeben. Doch dann hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg entschieden, dass eine solche Gebühr nicht gerecht sei. Ihr Argument: Die Menge des Niederschlagswassers und jene des bezogenen Frischwassers stünden in keinerlei Zusammenhang. Und genau deswegen müsste die Abwassergebühr aufgeteilt werden – und das rückwirkend bis auf Januar 2010.

Wegen der Neuberechnungen und den laufenden Kosten, müsste sich eben etwas ändern, sagte Häuser. Was er damit meinte: zwei Euro pro Kubikmeter Frischwasser und 24 Cents für die gleiche Menge Niederschlagswasser.

Falls das zu viel sei, könnten die Räte sich dafür aussprechen, dass nicht alle Kosten voll und ganz gedeckt werden, sagte Scheffold. Das könne aber Probleme nach sich ziehen, vor allem dann, wenn Hornberg Geld vom Land will. "Fordern wir Unterstützung aus dem Ausgleichsstock, könnte es heißen: Wieso wollt Ihr etwas, wenn Ihr eure Kosten selbst decken könnt?"

Der Logik schien der Gemeinderat folgen zu können. Letztlich gab er bei zwei Gegenstimmen sein Einverständnis für die Anpassung.

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