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Hornberg Entflogener Adler in Teningen gesichtet

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Bei einer Flugshow in Hornberg ist der Weißkopf-Seeadler von Franz Ruchlak entflogen. (Archivfoto) Foto: Tourist-Info Hornberg

Hornberg - Ein am Sonntag bei einer Flugschau in Hornberg entflogener Weißkopf-Seeadler ist im Bereich von Teningen gesichtet worden. Der Raubvogel ist auf sich gestellt nicht überlebensfähig.

Es war heiß am Sonntag. Bei der Flugschau stieg der Adler durch die Thermik immer höher - und flog dann davon. Jetzt wird er vom Besitzer verzweifelt gesucht.

Wo ist der Vogel?

Falkner Franz Ruchlak ist sehr besorgt um sein Tier und hat zur Suche aufgerufen. Daraufhin kamen aus vielen Regionen Hinweise, zahlreiche Menschen meldeten sich bei ihm und wollten den Adler gesehen haben, so beispielsweise am Mummelsee. Ein vielversprechender Hinweis veranlasste Ruchlak, nach Mariazell nahe Rottweil zu fahren und dort zu suchen. Er fand seinen Adler aber dort nicht. Auch der Tipp, der Raubvogel halte sich bei Villingen-Schwenningen auf, führte ins Nichts. Diesen Hinweis hatte die Stadt Hornberg auf ihren Facebook-Aufruf hin erhalten, so Beate Brohammer von der Tourist-Info.

Flog er bis Teningen?

Am Montagabend erhielt Falkner Franz Ruchlak einen vielversprechenden Hinweis zum Aufenthaltsort des Greifvogels in Teningen (Kreis Emmendingen). "Die Beschreibungen, die die zwei Beobachter gegeben haben, passen genau", so Ruchlak. Die Beiden hätten den weißen Kopf und die Lederriemen, die der Adler trägt, genau beschreiben können. Das Problem: Gesehen wurde der Adler am Morgen, der Hinweis kam aber erst abends. So suchte Ruchlak auch in Teningen vergeblich, obwohl er sich am Dienstagmorgen in aller Frühe auf den Weg von seiner Falknerei in Bachheim bei Löffingen nach Teningen gemacht hatte. Trotzdem ist Ruchlak überzeugt davon, dass sich sein Adler irgendwo in der Nähe von Teningen aufhält.

Kann der Adler alleine in der Natur überleben?

Nein. Der Weißkopf-Seeadler ist alleine auf sich gestellt nicht in der Lage, zu überleben. Darum macht sich Falkner Ruchlak so große Sorgen. Der Greifvogel ist es gewohnt, in seiner Voliere in der Falknerei in Bachheim sein Futter zu bekommen, kennt es also nicht, selbst Beute zu machen und Tiere zu schlagen. Hinzu kommt, dass sich Weißkopf-Seeadler, ähnlich wie der Seeadler, überwiegend von Fischen und Wasservögeln ernähren. Säugetiere nutzen sie seltener als Beute. Fisch macht normalerweise mehr als die Hälfte der Nahrung der Vögel aus.

Ist er eine Gefahr?

"Der Adler ist zahm", sagt der Falkner. Er sei an Menschen gewöhnt und zunächst nicht gefährlich. Trotzdem bittet Ruchlak darum, dass er möglichst umgehend informiert werde, falls das Tier gesichtet werde. Ansonsten solle nichts unternommen werden. Er werde sich dann um alles Weitere kümmern.

Was ist das für ein Adler?

Weißkopf-Seeadler gehören zu den größten Greifvögel Nordamerikas. Er ist das Wappentier der USA. Ihre Körperlänge beträgt 70 bis 90 Zentimeter, die Flügelspannweite 1,80 bis 2,50 Meter und das Gewicht bis zu 6,3 Kilogramm. Proportionen und Farbe des Gefieders ähneln sehr dem Seeadler, die Färbung des Weißkopf-Seeadlers ist jedoch deutlich kontrastreicher. Der Kopf und der Hals, der Schwanz und die Unter- und Oberschwanzdecken sind weiß, Körper und Flügel sind dunkelbraun. Füße, Schnabel, Wachshaut und Iris der Augen sind hellgelb.

Wie alt werden die Tiere?

In freier Wildbahn liegt die durchschnittliche Lebensdauer von Weißkopf-Seeadlern bei etwa 20 Jahren, für ein einzelnes Tier wurden 28 Jahre nachgewiesen. In Gefangenschaft erreichen sie regelmäßig ein höheres Lebensalter. Der in Hornberg entflogene Greifvogel ist zwölf Jahre alt.

Gibt es im Schwarzwald eigentlich Adler?

Nein, heute nicht mehr. Im Schwarzwald gab es früher Steinadler. Der majestätische Vogel ist jedoch vor fast 200 Jahren als Brutvogel aus dem Schwarzwald verschwunden.

 Wo lebt der entflogene Adler sonst?

Seit vielen Jahren betreibt Franz Ruchlak eine Greifvogel-Pflegestation. Er hat damit 1980 in Villingen begonnen. 1993 ist er in den Schwarzwaldpark Löffingen umgezogen. Bis heute bekam er neben einer großen Zahl aller Arten von Greifvögeln auch Singvögel zum Aufpäppeln. Viele dieser Tiere konnte er gesund und erholt wieder in die Natur entlassen oder auswildern. Es besteht die Möglichkeit, einenSchnuppernachmittag beim Falkner zu verbringen und eine Greifvogel-Flugvorführung in Löffingen-Bachheim zu besuchen. Bei den Vorführungen werden die Flugkünste der Adler, Jagdfalken und Bussarde gezeigt.

Ganz mutige Besucher können dabei auch einen Greifvogel unter Aufsicht auf dem Falknerhandschuh landen lassen.

Wer den entflogenen Weißkopf-Seeadler sieht, sollte Falkner Franz Ruchlak so schnell wie möglich informieren, damit er sich um das Tier kümmern kann. Der genaue Ort sollte angegeben werden. Der Falkner ist unter Telefon 0172 / 9 98 54 85 zu erreichen. Man sollte sich dem Raubvogel nicht nähern.

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