Der Leiter der Hornberger Tagespflege, Leonid Deck, vor dem Aquarium, das den Gästen große Freude bereitet.Foto: Kornfeld Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Der Leiter der Hornberger Tagespflege, Leonid Deck, über die Wiederöffnung der Einrichtung

Die Hornberger Tagespflege ist nahezu vier Wochen lang geschlossen gewesen. Nun hat sie wieder geöffnet. Der Schwabo hat sich mit dem Leiter, Leonid Deck, unterhalten.

Hornberg. Der Grund für die Schließung war, dass das Personal der Tagespflege im Stephanus-Haus gebraucht wurde, als sich dort Bewohner und Mitarbeiter mit Corona infiziert hatten. "Die Angehörigen unserer Gäste waren alle sehr verständnisvoll, niemand hat gesagt, das geht nicht", erzählt Leonid Deck, der selbstverständlich auch im Stephanus-Haus einspringen musste.

Es gebe eine gemeinsame Vertrauensbasis mit den Angehörigen, man suche immer gemeinsam nach Lösungen, das gelte auf beiden Seiten. "Es ist ja auch so, dass mich die Angehörigen sogar am Wochenende erreichen, wenn jemand in der Familie ausfällt und ein Gast kurzfristig ungeplant in die Tagespflege kommen muss".

Zeit für Beratungsgespräche

Um dieses Vertrauensverhältnis aufzubauen, ist viel Kommunikation notwendig, betont er. Das ist auch einer der Gründe, warum die Tagespflege zur Zeit dienstags geschlossen ist. Deck möchte den Tag außer für Verwaltungsaufgaben auch für die Beratung von Angehörigen nutzen. Diese können, bevor sie sich für die Tagespflege entscheiden, die Räume besichtigen und sich informieren.

Deck nimmt sich für die Gespräche zwei bis drei Stunden Zeit. "Die Menschen können sich alles ansehen und wissen dann, wo ihr Angehöriger ist, sie können sich ein Bild machen." Vieles würde sich erst im Gespräch entwickeln, es entstehe so mehr Sicherheit. Vor Corona waren diese Gespräche zu bestimmten Tageszeiten auch während des laufenden Betriebs möglich, das geht nun wegen der Hygienevorschriften nicht mehr. Wie lange die Tagespflege dienstags geschlossen bleibt, steht noch nicht fest.

Für die Gäste sei die Wiederöffnung ein Lichtblick, berichtet Deck, allein schon weil es dadurch einen Wechsel im Tagesablauf gebe. Es gebe viel Gesprächsbedarf, die Gäste würden viel erzählen und auch fragen, wie es den anderen Besuchern und auch den Mitarbeitern geht. Corona sei dabei immer wieder Thema, so Deck. Die Mitarbeiter der Tagespflege denken sich immer wieder neue Beschäftigungen für die Gäste aus. "Gestern haben wir beispielsweise Bodendart gespielt", berichtet der Leiter. Jeder habe einen eigenen Ball gehabt, der immer wieder desinfiziert wurde. Es sei eine riesengroße Herausforderung, sich immer wieder coronakonforme Unterhaltungsmöglichkeiten auszudenken. Beim Basteln habe beispielsweise jeder seine eigene Schere und seinen eigenen Kleber.

Deck weiß nicht, wie es sein wird, wenn es nun wärmer wird, ob beispielsweise er mit seinen Gästen, wie es früher immer üblich war, draußen sitzen darf oder ob sie auch bei Sonnenschein in den Räumen bleiben müssen.

Eine gemeinsame Impfung der Gäste der Tagespflege gibt es nicht. "Das wäre nur möglich, wenn wir 20 Gäste hätten, die alle älter als 80 Jahre alt sind. Und deren Angehörige müssten der Impfung zustimmen", so der Leiter der Hornberger Tagespflege, Leonid Deck. Die Voraussetzungen erfüllt die Tagespflege nicht. So müssen sich die Angehörigen selbst um die Impfung kümmern.

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