Alfredo Casado Sanchez und Ehefrau Remedios Costas (rechts) wurden im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes von Monika Tschersich und Pfarrer Christoph Nobs verabschiedet.Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Pfarrgemeinderat: Alfredo Casado Sanchez als Vorsitzender verabschiedet / Jetzt ist Zeit für die Familie

Alfredo Casado Sanchez ist als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg verabschiedet worden. Den Gottesdienst gestalteten ihm zu Ehren Pfarrer Christoph Nobs und sein Vorgänger Gerhard Koppelstätter.

Hornberg. Anstelle der sonntäglichen Predigt stand die Würdigung des Schaffens von Alfredo Casado Sanchez in den vergangenen 21 Jahren als Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat.

Da der Hornberger Kindergarten "Don Bosco" kirchlich getragen ist, gehörte er ins Aufgabenfeld des Verabschiedeten. Und so oblag es Kita-Leiterin Karin Sum, sich als erste stellvertretend zu verabschieden: "Mit der Abgabe des Amtes geht heute auch in der Kindertagesstätte Don Bosco eine große Ära zu Ende." Jahrzehntelang habe Sanchez den Weg von einem sanierungsbedürftigen Kindergarten hin zu einer modernen Kindertagesstätte begleitet und sich dafür eingesetzt. Auch wenn nicht jeder Hornberger mit den notwendigen Maßnahmen einverstanden gewesen sei.

"Es mussten viele dicke Bretter gebohrt und Stürme ausgehalten werden", blickte Sum zurück. So habe beispielsweise die Einführung einer Krippengruppe nicht jeden begeistert, doch Alfredo Casado Sanchez habe schon früh die Notwendigkeit der Kleinkindbetreuung für die Hornberger Eltern erkannt. 2012 wären im Don Bosco dann als einem der ersten Kindergärten der Umgebung auch die Allerjüngsten betreut worden.

Als es 2015 um die grundlegende Sanierung der Kita gegangen sei, wäre Sanchez wieder komplett auf der Seite des Kindergartens gestanden. "Wir waren froh, dass wir dich hatten", bedankte sich Karin Sum abschließend. Als Dank für die vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden überreichte sie ein Bäumchen und hoffte, dass es unter Sanchez Händen genauso gedeihen möge, wie die Kindertagesstätte. "Ich habe das alles gerne gemacht. Nicht für die Kirche, sondern für die Familien in Hornberg", bedankte sich Sanchez.

Intensives Engagement fordert hohen Preis

Pfarrer Christoph Nobs verwies auf die lange Verbundenheit des Verabschiedeten zu Kirche, er habe bereits in Kindertagen als Ministrant am Altar gestanden. Es gehe um die Würdigung des Schaffens im Gesamten, denn nach seiner Verabschiedung werde Sanchez auch weiterhin liturgische und andere kleine Dienste für die Kirche versehen. Die gesundheitlichen Probleme hätten Anfang des Jahres gezeigt, dass es höchste Zeit gewesen sei, die Entscheidung zum Ausscheiden aus dem Pfarrgemeinderat zu treffen.

Die meiste der intensiven Arbeit laufe von der Öffentlichkeit wenig beachtet im Hintergrund. "Du hast dich nie gescheut, den Kopf hinzuhalten und auch mal gegenüber der Kirchenleitung ein kritisches Wort auszusprechen", betonte Nobs. Neben dem Pfarrgemeinderat habe sich Alfredo Casado Sanchez auch in der Kolping und im spanischen Verein engagiert und dort Verantwortung bis zur Bundes- und Europa-Ebene übernommen. Das alles fordere einen hohen Preis, Sanchez habe bezahlt und seine Familie auch.

"Du warst Gott sei Dank so demütig und hast dieses von Gott gesandte Zeichen erkannt", erklärte der Pfarrer und bekannte augenzwinkernd: "Den Heiligsprechungsprozess habe ich aber noch nicht eingeleitet." Allerdings habe er dem Erzbischof nur Bestes weitergleitet, der in Anerkennung des Geleisteten postwendend eine persönliche Ehrenurkunde für Alfredo Sanchez ausstellte.

Erzbischof stellt Ehrenurkunde aus

Dieser zeigte sich während des Gottesdienstes beeindruckt von der Auszeichnung und gewährte einen kurzen Rückblick. "Am 1. Februar kam während der Vorstandssitzung das Zeichen von oben und ich habe mich dazu entschlossen, auf meine Familie zu hören", erklärte er. Denn "langsam machen" gebe es bei ihm nicht – entweder engagiere er sich ganz oder gar nicht.

Als stellvertretende Pfarrgemeinderats-Vorsitzende bescheinigte Monika Tschersich: "Du bist mit Umsicht, Weitsicht und viel Herzblut dabei gewesen – und das war richtig gut!" Mia Segers bedankte sich seitens des Stiftungsrates für das jahrelange Engagement und schenkte eine Auszeit an einem italienischen See. "Jetzt ist die Zeit, sich um dich und deine Familie zu kümmern!" Alfredo Casado Sanchez versprach am Ende in Anlehnung an ein Bibelzitat: "Ich werde euch alle lieben wie mich selbst – und die Freundschaft bleibt bestehen!"

Pfarrer Christoph Nobs verwies während des Gottesdienstes auf das Ende der Ausstellung "Bunte Akzente des Lebens in grauer Corona-Zeit". Ein großer Dank gelte allen Beteiligten. Es wären Seelenbilder zu sehen gewesen, die in einem religiösen Haus ihren Platz hätten. Künftig könnte es vielleicht jährlich eine Ausstellung geben, das werde mit dem Gemeindeteam vertiefend besprochen.

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