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Hornberg Anzeige nach Fest löst Ärger aus

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Seit zehn Jahren feiert ein Freundeskreis in Hornberg ein vorweihnachtliches Fest am Bahnübergang. An die 100 Menschen sind laut der Organisatoren dabei gewesen. Nun sorgt eine Anzeige wegen Lärmbelästigung für Ärger. Foto: Kaspar

Hornberg - Ein Freundeskreis feiert seit zehn Jahren in der Vorweihnachtszeit und spendet alles, was nach Abzug der Kosten übrigbleibt, für einen guten Zweck in Hornberg. Nun ist gegen die Freunde Anzeige wegen Lärmbelästigung erstattet worden.

Mittlerweile ist es schon fast eine Tradition, denn Markus Aberle, Steffen Oeser, Sebastian Klöble, Maurizio Fabiano, Sascha Staiger, Christian Kaspar treffen sich seit zehn Jahren am Abend des 23. Dezembers am Hornberger Bahnübergang. Sie möchten sich in geselliger und besinnlicher Runde in die Weihnachtsfeiertage verabschieden.

"Nach und nach hat sich der Kreis der Teilnehmer vergrößert und jeder, der möchte, ist eingeladen, den Abend mit uns zu verbringen. Getränke und eine warme Suppe werden kostenfrei von uns zur Verfügung gestellt", teilte Christian Kaspar dem Schwabo mit. Mittlerweile kommen 80 bis 100 Leute dazu, erzählt er.

Freiwillige Beiträge bleiben im Ort

Dafür gebe es nur freiwillige Spenden, die, wenn sie höher als die Kosten ausfallen, größtenteils von für ehrenamtliche Zwecke in Hornberg gespendet werden. Zum Beispiel gingen im vergangenen Jahr 300 Euro an den Förderverein Freibad Hornberg für das Kinderschwimmbecken.

Vorausschauend hätten sie in diesem Jahr die Polizei informiert und eine Telefonnummer hinterlegt, um bei eventuell aufkommenden Diskrepanzen transparent zu sein, so Kaspar.

"Gegen 23.15 Uhr klingelte auch schon das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war ein Polizist, der uns höflich über eine Anzeige wegen Lärmbelästigung informierte, welche nun an die Stadt Hornberg weitergeleitet wird und in Folge dessen ein Bußgeld erfolgen soll", fährt Kaspar fort.

Das Lauteste an diesem Abend sei vermutlich gewesen, als die Anwesenden gemeinsam mit einer organisierten Sängerin, welche ohne Mikrofon sang, im Chor "Halleluja" anstimmten, so Kaspar. Die Weihnachtsmusik, welche am restlichen Abend im Hintergrund lief, sei stets leiser als der Geräuschpegel der Gespräche, die geführt wurden, gewesen.

Da sie ganz weit davon entfernt seien, irgendjemanden verärgern zu wollen, oder mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, sei alles innerhalb von 15 Minuten aufgelöst und abgebaut worden.

"Wir möchten festhalten, dass wir als Initiatoren dieser Veranstaltung keine halbstarken Jugendlichen sind, die zu laut Alkohol in der Öffentlichkeit konsumieren. Jeder Einzelne von uns ist ehrenamtlich in Hornberg tätig und die Intention hinter unseren Bemühungen ist völlig uneigennützig und basiert darauf, unseren Mitbürgern Gutes zu tun", stellt Kaspar klar.

Daher gehe es den Initiatoren der Veranstaltung weniger um das Bußgeld, sondern viel mehr um das vermeintliche Schuldeingeständnis, welches mit der Begleichung dessen einhergehe. Sie hätten ausreichend Erfahrung damit, dass man im Ehrenamt Zeit für Mitmenschen spendet und der Dank nicht zu selten Beschwerden oder manchmal sogar Beleidigungen seien.

Jedoch sei das meist auf die verzerrte Wahrnehmung der Gesamtsituation von Einzelnen zurückzuführen, betont Kaspar und fährt fort: "Diese Umstände nimmt man für den Mehrwert, welchen man durch die gemeinnützige Arbeit in der Gemeinde schaffen kann, gerne in Kauf. Dass nun Interesse und aktive Gestaltung im und am Heimatort mit einem Bußgeld bestraft werden soll, können und möchten wir nicht kommentarlos hinnehmen."

"Ehrenamtssterben nachvollziehbar"

Für Kaspar ist das Ehrenamtssterben in Deutschland unter diesen Umständen definitiv nachvollziehbar. Die Initiatoren möchten es sich jedoch nicht so einfach machen

Bis auf eine Ausnahme hätten sie bisher ausschließlich positives Feedback bekommen. Einzelne Beschwerden werde es immer geben, entweder über die unkontrolliert "herumlungernden" Jugendlichen an öffentlichen Plätzen oder über Vereine, die der Thematik zwar durch ein organisiertes Angebot mit Betreuung entgegenwirken, die dafür entstehenden Kosten wiederum mit Veranstaltungen reinholen müssten. Diese seien dann auch wieder zu laut, so Kaspar. Es allen recht zu machen sei nunmal eine Kunst die niemand könne.

Der Freundeskreis habe sehr viel Zustimmung und wenig Kritik erfahren, ist sich Kaspar sicher. Daher sei es den Initiatoren eine Freude diesen Brauch fortzuführen und auch die bisherigen Angriffe wie Anzeigen, Beschwerden bei ihren Eltern (sie seien alle über 30 Jahre alt) und Arbeitgeber dafür gerne in Kauf zu nehmen, so lange es auf Einzelpersonen zurückzuführen sei.

"Sollte unsere Wahrnehmung jedoch falsch sein und wir in der Allgemeinheit mehr als Störenfriede betrachtet werden, werden wir unsere Mühen natürlich sofort einstellen und die gewonnene Zeit für uns selbst nutzen.", kündigen die Männer als Konsequenz an. "Auch wenn uns bereits viele umliegende Anwohner besuchen, laden wir auch alle anderen ein, uns an diesem Abend Gesellschaft zu leisten und falls erwünscht, stehen wir auch gerne für einen höflichen und sachlichen Dialog bereit", richten sich die Initiatoren an die Anwohner.

Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass die Initiatoren eine Telefonnummer hinterlegt haben und auch, dass eine Anwohnerin Anzeige erstattet hat.

Hauptamtsleiter Oswald Fleig bestätigte auf Anfrage, dass die Anzeige, die bei der Polizei gestellt wurde, ans Rathaus zur Überprüfung weiter geleitet wurde. Die Hauptfrage, der er jetzt nachgehen müsse, wäre die, ob es bei der Veranstaltung eine Genehmigungspflicht gegeben habe. Er geht allerdings nicht davon aus.

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