Bahnvorstand Huber verspricht eine „ergebnisoffene Prüfung“ der Verschiebung der Gäubahn-Kappung. IG-Gäubahn-Vize Rosenberger: „Das macht mir auch Sorgen.“
Die Bahnpendler auf der Gäubahn können jetzt ein bisschen Hoffnung haben: Bahnvorstand Berthold Huber hat jetzt eine „ergebnisoffene Prüfung“ der Verschiebung der Gäubahn-Kappung in Stuttgart versprochen. IG-Gäubahn Vize Peter Rosenberger sieht das noch skeptisch.
Der Druck auf die Deutsche Bahn wurde immer größer. Nach der Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21 erklärte Bahnchef Berthold Huber: Wir werden die Frage der Verschiebung der Gäubahn-Kappung im April 2026 „ergebnisoffen prüfen.“
Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee war vor Ort. Er sagt: „Huber meint damit, dass die Deutsche Bahn jetzt prüft, die Kappung der Gäubahn von April 2026 auf Dezember 2026 zu verschieben.
Rosenberger ist besorgt
IG Gäubahn-Vize Peter Rosenberger (CDU), auch OB von Horb: „Dass die Deutsche Bahn in die Prüfung geht, dass man seinen Zusagen entsprechend ein Ergebnis bekommt, ist gut und richtig. Das Wort ,ergebnisoffen’ macht mir allerdings große Sorgen. Es könnte auch bedeuten, dass andere Ergebnisse herauskommen könnten.“
Eine Skepsis, die auch Hans-Jörg Jäkel und seine Mitstreiter von der Initiative Pro Gäubahn teilen. Jäkel: „Das war noch keine Zusage von Huber, dass die Kappung der Gäubahn verschoben wird. Aber es zeigt, dass auch der Druck unserer Argumente offenbar auch bei der Deutschen Bahn Wirkung zeigt.“
Ein Bahn-Sprecher: „Die Stuttgart-21 Projektpartner haben bei der vergangenen Lenkungskreissitzung vereinbart, das Inbetriebnahmekonzept für Stuttgart 21 gemeinsam in einer Taskforce zu überprüfen. Den Ergebnissen können wir nicht vorgreifen und werden darüber im Rahmen einer Sonderlenkungskreissitzung informieren.“
Vorteil für Bahnpendler?
Jäkel hatte einen Bildbeweis vorgelegt. Er sagt: Die Kappung der Gäubahn in Stuttgart sei gar nicht nötig. Denn: ursprünglich sollte der Gäubahn-Damm an der Ehmannstraße (Nähe Naturkundemuseum Rosensteinpark) weg, um die S-Bahn Gleise verlegen zu können. Jetzt sehe man anhand der Bauwerke, dass die neuen Gleise den Gäubahn-Damm gar nicht berühren.
Ein Bahnsprecher: „Der geplante Eingriff in den Gäubahndamm ist notwendig, um die S-Bahn in ihre neue Lage zu verschwenken und die neue Station Mittnachtstraße anzubinden. Diese Festlegung erfolgte aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse und ist Bestandteil der Ausführungsplanung, die auf dem bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss für den Planfeststellungsabschnitt 1.5 basiert.“
Der Bahnsprecher weiter: „Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat sein Urteil zur Klage der Deutsche Umwelthilfe gegen die Bundesrepublik Deutschland in Sachen Gäubahn auch in Kenntnis der geplanten Bauausführung und der Behauptung des Klägers gesprochen, der Eingriff in den Gäubahndamm sei gar nicht notwendig.“
Jäkel: „Ab Dezember 2026 wird die S-Bahn über die Mittnachtstraße bis Hauptbahnhof fahren. Wenn die Gäubahn-Kappung bis dahin verhindert wird und Bahnchef Huber auf Nachfrage bei der Pressekonferenz immer noch nicht sagen kann, welche Züge konkret bei der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 fahren werden, kann man davon ausgehen, dass der Kopfbahnhof weiter gebraucht wird.“
Der Gäubahn-Damm
Klartext: Wenn der Gäubahn-Damm im April 2026 – wie im „Bildbeweis“ nachgewiesen – nicht unnötig abgerissen wird, sondern das erst später geplant wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Gäubahn-Bahnpendler weiterhin bis zum Hauptbahnhof ohne Umsteigen durchfahren können.
Jäkel: „Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart als auch die Regionalversammlung des Verbands Stuttgart befürchten die Folgen der Stammstreckensperrungen der S-Bahn 2026 und 2027. Die Folgen sind nur dadurch abzumildern, dass die S-Bahn über die Gäubahn-Strecke der Panoramabahn fahren kann. Eine Kappung des Gäubahn-Damms wäre doppelt fatal.“
Das heißt für Pro Gäubahn, so Jäkel: „Wir werden weiter gehörig Druck machen. Die Worte von Bahnvorstand Huber sind ein erstes Signal des Erfolgs.“