Ein Mann im Anzug hält sich den Bauch. Krankheiten wie ein Magen-Darm-Infekt führt zu Ausfällen in den Unternehmen. Steigt die Zahl der Krankheitstage auch in Horb? Foto: Pixabay/Martin Büdenbender

Krank sein ist kein schönes Thema. Und viele Krankentage sind auch für die Unternehmen ärgerlich. Wie ist die Situation der lokalen Unternehmen? Ein Unternehmen hat dabei ein interessantes Belohnsystem, das scheinbar funktioniert.

Sei es eine einfache Erkältung oder auch ein Magen-Darm-Infekt – das ist nicht nur im privaten Bereich ärgerlich, sondern kann auch in den Unternehmen zu Problemen führen.

 

Unsere Redaktion erkundigte sich, ob die Horber Firmen Probleme mit steigenden Krankentagen haben. Lohnen sich Belohnsysteme oder fördern sie, dass Mitarbeiter krank zur Arbeit kommen?

Unterschiedlicher hätten die Antworten aus den verschiedene Unternehmen nicht sein können. Während die Unternehmensgruppe Fischer und Brandmaier Informative Leuchtanzeigen keine Probleme mit hohen Krankheitsfällen haben, sieht es bei Alphartis und der Bäckerei Saur ganz anders aus.

Krankentage werden tendenziell mehr

In der Bäckerei Saur merke man auch, dass die Krankheitstage tendenziell eher mehr werden, im Vergleich zu den Jahren zuvor. „Leider“, wie es von Geschäftsführer Matthias Saur heißt. Bereits ab dem ersten Tag müssen Mitarbeiter eine Krankmeldung einreichen.

Bei den meisten Betrieben ist oftmals eine Krankmeldung erst nach dem dritten Tag nötig. Außerdem arbeitet die Bäckerei mit einem Belohnsystem. Mitarbeiter, die selten krank sind, bekommen hierbei eine Gesundheitsprämie, erklärt Saur.

„Krankheitstage im europäischen Vergleich sehr hoch“

Und auch die Autohandelsgruppe Alphartis verzeichnet viele Krankheitstage. „Die Anzahl der Krankheitstage in Deutschland ist im europäischen Vergleich allgemein sehr hoch. Unser Unternehmen macht hier leider keine Ausnahme“, heißt es von der Pressestelle des Unternehmens. Eine ärztliche Krankmeldung muss hier ab dem Beginn des dritten Tages vorliegen. Von einem Belohnsystem hält die Autohandelsgruppe allerdings nichts: „Um bei den Krankheitstagen auf ein Niveau wie im europäischen Durchschnitt zu gelangen, brauchen wir kein Belohnungssystem, sondern einen Weg, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die das System unnötig belasten.“

Anderswo hingegen scheinen die sonst hohen Krankmeldungszahlen wegzubleiben. Bedenklich findet Markus Brandmaier, Geschäftsführer von „Brandmaier Informative Leuchtanzeigen“die Situation trotzdem. „Die Gründe dafür sind vielfältig und nicht an nur einem Grund auszumachen.  Wir haben dieses Problem zum Glück nicht“, sagt er unserer Redaktion.

Mitarbeiter sollten nicht krank zu Arbeit erscheinen

Ein Belohnsystem findet er durchaus diskutabel. „Wenn allerdings die Mitarbeiter sich mit einem Infekt in die Arbeit quälen und andere gesunde Mitarbeiter womöglich noch anstecken, ist das eher kontraproduktiv“, ist er sich auf der anderen Seite aber auch sicher.

Krankentage können wieder abgebaut werden

Bei der Unternehmensgruppe Fischer scheint das Belohnsystem aber bereits gut zu funktionieren. Dort liege der Krankenstand unter dem Durchschnitt der Branche – die Unternehmensgruppe ist hauptsächlich in der Befestigungsbranche tätig. Diese Lage sei auch im Vergleich zu den Vorjahren gleich geblieben, berichtet Pressesprecher Wolfgang Pott.

Eine Krankmeldung muss hier ebenfalls ab dem dritten Tag vorhanden sein. Das Unternehmen biete zudem ein breites Angebot im Gesundheitsmanagement an. „Dort bieten wir auch die Möglichkeit, entstandene Krankentage durch Gesundheitskurse für den Gesundheitsbonus wieder abzubauen“, zeigt Pott auf.