Handballer Martin Strobel gibt beim Stadtteilpokal Einblicke in seine sportliche Karriere. Dabei durften sich die Spieler in Sachen Wurfstärke mit ihm messen.
Start für das Rahmenprogramm, das die Kipp Group für den Horber Stadtteilpokal erstellt hatte, war am zweiten Hauptrundenspieltag. Los ging es dabei mit einer sportlichen Größe aus der Region. Martin Strobel stellte sich den Zuschauern und Karl-Josef Rebmann in einem Interview.
Die Handballlegende, die beim HBW Balingen-Weilstetten groß geworden war, hat nicht nur für die deutsche Nationalmannschaft gespielt, sondern auch mit dem TBV Lemgo den EHF-Pokal im Jahr 2010 gewonnen.
Doch das Jahr 2016 war sein erfolgreichstes. Bei den Olympischen Spielen wurde er Dritter mit der Nationalmannschaft und gewann die Europameisterschaft in Polen.
Strobel, der 147 Länderspiele bestritten hat, betonte, dass jeder Sportler auf diese besonderen Momente hinarbeite. „Was wir 2016 geschafft haben, ist mit das Größte für uns. Dieses Jahr war etwas ganz Besonderes.“ Auch die Zeit in Lemgo sei unvergesslich für den früheren Kapitän der Nationalmannschaft. Mit Anfang 20 hatte es ihn von Balingen nach Lemgo gezogen, wo er fünf Jahre unter Vertrag war.
Neue Chance
Doch der Verein hatte mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Strobel zog es zurück zu seinem Heimatverein nach Balingen, wo er vor allem das familiäre Umfeld schätzte. „Das mir noch mal die Möglichkeit gegeben, für die Nationalmannschaft zu spielen.“ Besonders war dabei, dass die Balinger in die zweite Liga abgestiegen waren. Strobel entschied sich, die Mission Aufstieg mit dem HBW anzugehen und wurde als einziger Spieler aus der zweiten Liga für die WM 2019 nominiert, die in Dänemark und Deutschland ausgetragen wurde. „Jeder weiß, dass man ein- maximal zweimal ein Turnier im eigenen Land spielen kann. Es waren zwar viele Zweifel da und es gab viel Kritik an meiner Nominierung, aber ich habe bewiesen, dass ich verdient dabei war.“
Schwere Verletzung
Hier zeigte er sich erneut als Anführer, doch im Hauptrundenspiel gegen Kroatien verletzte er sich schwer am Knie. Nach seiner Kreuzband-OP begann Strobel nachts im Krankenhaus sein Buch „Höhepunkt am Tiefpunkt“ zu schreiben. „Den Höhepunkt in einem Tiefpunkt zu sehen, hat bei mir extrem viel bewirkt.“
Inzwischen arbeitet er als Führungskräfteentwickler und coach auch bei der Kipp Group. „Die Sportart Handball ist nicht auf dem gleich Niveau wie Fußball. Es war mir immer wichtig, nebenbei etwas zu machen. 2016 hat gut gezeigt, wann ein Team gut funktioniert und wann nicht. Somit bringe ich die Erfahrung aus fast 20 Jahren Leistungssport mit.“
Strobel geschlagen
Im Laufe des Abends konnten sich die Zuschauer noch mit Martin Strobel messen. Gesucht wurde der der wurfgewaltigste Spieler. Tayson Beck vom SV Fischingen überbot dabei mit einem Wurf über 100 km/h alle – inklusive Strobel selbst, der 93 km/h geworfen hatte.