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Horber Ruhewald Kommt der Grabschmuck-Kompromiss?

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Die erlaubten Grabschmuck-Varianten  Foto: Stadt Horb

Jetzt muss nur noch die Mehrheit des Gemeinderats zustimmen – dann könnte es endlich Frieden im Ruhewald geben! Horbs OB Peter Rosenberger schlägt jetzt den "Grabschmuck"-Kompromiss vor. Findet der "Friedensgipfel" in der Hohenberghalle ein gutes Ende?

Horb - Jahrelang sorgte der Streit um Grabschmuck im Ruhewald für Stress. Jetzt schlägt das Horber Rathaus nach dem "Friedensgipfel" in der Hohenberghalle und dem Treff einer Arbeitsgruppe von Hinterbliebenen der im Ruhewald Bestatteten unter der Moderation von Thomas Haigis – einen Kompromiss vor. Und Stadtoberhaupt Peter Rosenberger schlägt jetzt für die Gemeinderatsitzung am Dienstag Ausnahmen vom zwischenzeitlich durchgesetzten Grabschmuckverbot vor.

In Drucksache 1717/2020 heißt es: "Die Stadtverwaltung schlägt vor, die in den Abbildung A-C beispielhaft dargestellten Markierungen und gleichartige Gebilde, mit im Ruhewald gefundenem natürlichem Material in Form von Ästen, Blättern, Zapfen, Moos und Farn zur Markierung der Grabstätte mit einer Begrenzung des Flächenmaßes bis zu einer Größe von 20 cm mal 20 cm zuzulassen."

Diese Regelung entspricht dem Grundgedanken, wie er im ursprünglichen Flyer der Stadtverwaltung formuliert war: "Alles, was im Wald natürlich vorkommt, wie Moos, Zapfen oder Farn, kann bei Bedarf zur Dekoration eines Urnenbelegplatzes herangezogen werde. Der Baum darf nicht geschmückt werden."

Doch was zeigen die Abbildungen A bis C? Stein, Zweige, Blätter und Farne, die in geometrischen Formen zusammengelegt sind.

Interessant: In der Präsentation sind weitere drei Fotos von Grabschmuck abgebildet. Ein paar gepflückte Blumen neben einem Nest mit Moos. Eine Sonnenblume auf ein paar Tannenzapfen und ein Moosbett, sieben Rosen-Blüten. Ein Moosbett mit einer Blume und einem Stein. Dieser Grabschmuck soll aber nicht erlaubt sein, so die Drucksache.

Diese Abbildungen lagen auch der Arbeitsgruppe Ruhewald Anfang September zu Grunde. Ziel damals war es, anhand dieser Abbildungen Grenzen für zulässigen Grabschmuck zu diskutieren.

Starke Kritik

Doch was sagen die Hinterbliebenen? Ein Angehöriger: "Ich habe die Bilder meinem Elternteil gezeigt, der direkt betroffen ist. Von dem, was erlaubt sein soll und was nicht. Zitat des direkten Hinterbliebenen: ›Die Abbildungen A bis C sehen – despektierlich gesagt – wie eine Müllhalde aus.‹ Fakt ist auch: Der zu Grunde liegende Schmuck der vorgelegten Fotos ist immer größer als 20 mal 20 Zentimeter. Uns Angehörigen ist es wichtig, dass wir die Stelle des Urnengrabs markieren können, damit keiner auf diese Stelle tritt. Solch ein Bestattungsloch ist 30 mal 30 Zentimeter. Diese Größe sollte beim zulässigen Grabschmuck erlaubt sein."

Auch Teilnehmer des Workshops Anfang September sind unzufrieden mit dem jetzt vorgeschlagenen Kompromiss. Ein Angehöriger: "Jetzt kommt Weihnachten. Durch Corona ist alles schon schlimm genug. Und jetzt darf man da nicht mal mehr eine Blume für den Vater hinlegen? Das mach ich nicht mit." Ein anderer Angehöriger: "Wenn wir keine Blumen mehr im Ruhewald niederlegen dürfen, bestehe ich drauf, dass man im Frühjahr die von der Stadtverwaltung angepflanzten Blumen am Wegesrand wie Krokusse oder Anemonen entfernt. Die Seerose im Teich ist auch künstlich angelegt. Ganz davon abgesehen, dass das Kruzifix und die Statue von Josef Nadj im Ruhewald auch nicht aus naturbelassenem Material bestehen!"

Im Rechtsstreit

Warum schlägt OB Rosenberger nur den "schlichten Schmuck" vor? In der Drucksache heißt es: "Im Hinblick darauf können die Markierungen in den Beispielen A-C mit einer Ergänzung der bestehenden Satzung, mit derselben in Einklang gebracht werden, da durch diese Art der Markierung weder das natürliche Erscheinungsbild gestört, noch eine künstliche Veränderung vorgenommen wurde."

Falls der Horber Gemeinderat am Dienstag, 24. November, zustimmt, soll die neue Satzung, die den schlichten "Grabschmuck" erlaubt, im Dezember verabschiedet werden.

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