Der bundesweit bekannte Ernährungsberater und FD/FW-Gemeinderat Sven Bach will Stadtoberhaupt von Horb werden. Das sind seine Ziele und sein Team.
Der bundesweit bekannte Ernährungsberater Sven Bach hatte als Erster seinen Hut als OB-Kandidat für die Große Kreisstadt in den Ring geworfen. Der Amtsinhaber Peter Rosenberger (CDU) hatte Ende Januar erklärt, dass er nicht mehr antritt. Horb ist mit knapp 25.800 Einwohnern vor Freudenstadt (24.400 Einwohnern) die größte Stat im Landkreis Freudenstadt.
Wie sind die Reaktionen auf die Kandidatur?
Einige scherzen: Ernährungsberater Bach als OB – dann gibt es eine strenge Diät für die Stadtverwaltung. Ich spüre in der Bevölkerung eine sehr positive Resonanz. Ich bin der jüngste der drei Bewerber – und damit ist klar: Ich werde nicht nur eine Amtsperiode machen. Und ich habe die unternehmerische Kraft, zu verändern. Jetzt habe ich die Power.
Und natürlich ist es auch das Persönliche. Ich möchte dann schon mal mit 58 oder mit 60, vielleicht dann in der zweiten Amtsperiode, mal zurückgucken und sagen, hey Mensch, also da hast du schon ein bisschen was hinkriegt.
Wer zählt zum Wahlkampfteam?
Es gibt viele Leute in meinem Wahlkampfteam. Die Jungs vom König – Michael, Patrick und Alexander – sind dabei. Projektmensch Holger Zimmermann ist mein Sparringspartner. Man bekommt also nicht nur mich.
Holger Zimmermann – auch ein bekannter Horber...
Holger ist fast 30 Jahre Projektmensch und arbeitet auch in Verwaltungen. Er setzt dort neue Impulse und evaluiert die. Mit seinem Team hat er ein breites Wissen und Kompetenz. Er an meiner Seite kann mir da natürlich helfen. Die Stellschrauben zu erkennen, an denen man drehen kann, um die Stadtverwaltung effizienter zu machen. Das ist jetzt gerade in der Konsolidierungsphase wichtig. Die Kernfrage ist: Wie kriegen wir die Dinge wie bisher hin, ohne mehr Geld auszugeben.
Wo fehlt es der Verwaltung?
Verwaltungskompetenz gibt es im Rathaus zur Genüge. Die Mitarbeiter der Verwaltung sind kompetent. Wir brauchen vornedran jemand, der eine Idee für unsere Stadt hat, der sie weiterentwickeln will, der Kräfte bündelt, der das „gemeinsam“ in den Fokus stellt. Verwaltungsexperten hatten wir jetzt, nun ist eine andere Expertise gefragt.
Womit kann Sven Bach als OB punkten?
Ich bin ein ehrlicher Typ, ich möchte eine ehrliche Kommunikation. So kennen mich meine Patienten, meine Seminarteilnehmer. Die Partner in meinem riesigen Netzwerk. Egal, ob Deutsche Bahn, die Schwarz-Gruppe (u.a. Lidl-Kaufland) oder Kunden wie die Verwaltung der Stadt Konstanz – die muss man überzeugen. Mit immer neuen Produkten, Impulsen und Erfolgen bei den Mitarbeitern in der Gesundheit, die messbar sind.
Zimmermann steht für das Mini-Rock-Festival. Kommt wieder so ein Aufbruch in Horb?
Das ist ein Zeichen, was das Ehrenamt leisten kann, wenn es richtig strukturiert vorgeht. Aber auch die Ritterspiele bieten eine Identifikation für Horb. Teilnehmer meiner Kochlounge berichten mir, dass die Ritterspiele und Horb einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Stadtverwaltung Konstanz war vor einem Seminar bei mir in der Stadt und hat gestaunt über das einmalige Flair. Samstag ist in der Stadt nicht viel los. Aber Sonntag. Da sieht man viele Leute laufen. Man braucht also Veranstaltungen, die den Motor in der Stadt wieder antreiben.
Der große Kernstadtumbau steht bevor. Was ist Ihr Impuls?
Ich weiß nicht, ob wir bei der Zukunft der Kernstadt nur auf Einkaufen wie Nagold oder Balingen setzen. Vielleicht sollten wir – bei unserer hervorragenden Gastronomie – Horb auch zur Genussstadt machen.
Ein After-Work-Club Konzept. Mit gescheiten, gebuchten DJs. Speaker-Events mit Autoren oder Vordenkern, die in die Stadt kommen.
Wie steht es mit der Verwaltungskompetenz von Bach?
Hatte Michael Theurer die? Der wurde OB von Horb, als er noch im Studium war. Wenn man die anderen OB-Kandidaten anschaut, ist keiner mit der klassischen Verwaltungserfahrung in einer Stadt dabei.
Es gibt derzeit drei OB-Kandidaten. Wie ist Ihre Einschätzung?
Ich würde auf Grund der Altersstruktur bei beiden Kandidaten von nur einer Amtszeit ausgehen. Ich denke, es werden vier bis fünf üble Jahre für Horb, dann geht die Wirtschaft wieder vorwärts. Dann kann man das, was ich in der Schublade habe, nach und nach voll ausbreiten. Das ist meine Vision. Und ich möchte die Früchte in einer zweiten Amtszeit dann auch ernten.
Winfried Asprion ist 62 bis 63 Jahre alt, hat bereits Führungskompetenz bewiesen. Er ist Vereinsmensch und zeigt im Gemeinderat die Vehemenz, seine Ideen durchzusetzen.
Michael Keßler hatte ich – bis er seine Kandidatur erklärt hatte – nicht auf dem Schirm. Er ist sehr kompetent.
Welches Profil setzt Sven Bach dagegen?
Ich bin viel rumgekommen, habe wirklich über den Tellerrand geguckt. Ich habe eine Riesen-Netzwerk – und bewiesen, dass ich mich als Unternehmer immer in der Riesen-Bubble Ernährung erfolgreich behaupten konnte. Immer in Bewegung, immer neue kreative Dinge schaffen – ohne Wenn und Aber. Ich habe viel Kraft, ich bin hier geboren und liebe die Stadt. Ich bin Unternehmer und weiß: Wir müssen den Stillstand überwinden und dann wieder nach vorne ziehen. Das ist schwer genug, keine Frage, es geht ja auch nicht nur uns so.
Welche Herausforderung sehen Sie für Horb?
Ich denke es werden richtig harte Jahre für uns Horber, aber mit den richtigen Entscheidungen können wir einiges abpuffern. Wenn sich die Gesamtwirtschaft die nächsten Jahre dann auch noch verbessert, können sich die Stadtteile und Horb Stück für Stück erholen. Wichtig ist das wir es schaffen, unsere Infrastruktur gut aufrechtzuerhalten.