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Horber Einzelhandel Einkaufsstress vor Corona-Lockdown

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Constanze Kittel berichtet: Besonders Freitag und Samstag waren die Kunden fast schon panisch unterwegs." Die Neckarsport-Inhaberin ist mit ihrem Webshop auf die Schließung gut vorbereitet.  Foto: Lück

In den Horber Geschäftenen herrscht kurz vor der Schließungng Hochbetrieb. Was die Händler über den harten Lockdown denken und welche Ideen sie haben, erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel.

Horb - 11.50 Uhr. Auf dem Parkplatz des Baumarkts Globus stehen jede Menge Vans und Hochdachkombis. Die einen haben den Wagen voll mit Holzbriketts und Blumen, der Handwerker belädt die Ladepritsche mit jeder Menge Paneelen. Endspurt, denn Dienstagabend ist hier Schluss mit Shoppen im Baumarkt.

Auch der Real-Parkplatz ist voll. Doch die Einkaufswagen der Kunden, die rauskommen, sind mäßig voll. Das Klopapierregal ist noch gut gefüllt – hier sieht es nicht nach Hamsterkäufen aus.

Aus der Tür kommt Malermeister Martin Killing. Karotten, Joghurt, Salat in der Hand. Er sagt: "Ich habe mir gerade mein Mittagessen gekauft."

Urlaubs-Problem bei verlängerten Betriebsferien

Genau der richtige mit seinem 21-Mann Maler-Betrieb, um nach verlängerten Betriebsferien zu fragen. Die Politik hatte dies als ein Mittel gesehen, um die Kontakte zu reduzieren. Malermeister Killing: "Ich wollte meine Betriebsferien eine Woche bis zum 18. Januar verlängern. Ich habe bei der Kreishandwerkerschaft nachgefragt und die Antwort bekommen: Die Arbeitnehmer haben ein Recht darauf, einen großen Teil ihres Urlaubs dann zu nehmen, wann sie das wünschen. Damit hat man als Arbeitgeber keine Handhabe, solch eine Verlängerung zwangsweise durchzusetzen! Das wäre ein Punkt, an das die Politik bei solchen Appellen auch hätte denken können."

Runter zum unteren Marktplatz. Am Friseur-"Sonntag", dem Montag, huscht Jörg Doormann schnell vom Kunden nach vorne. Sagt: "Ich bin im Stress. Seit vier Tagen habe ich keine ruhige Minute mehr. Die Verlängerung bis Dienstag – die müssen wir im Team natürlich im Sinne der Kunden abarbeiten."

Auch gegenüber bei Mode Gramer lassen sich Kunden beraten. Die nächste Kundin steht steht schon vor der Tür. Ursula Tillery huscht schnell von der Kundschaft weg: "Im Moment haben wir gut Kunden – Gott sei Dank."

Doch was passiert im Lockdown? Tillery: "Wir hoffen natürlich, dass sich unsere Stammkunden telefonisch melden. Sie bekommen eine Auswahl nach Hause geliefert und können sich so das passende Weihnachtsgeschenk vor dem Fest aussuchen!"

Im Salon Wittke macht Friseurmeister Sven Bollinger gerade mal 20 Minuten Mittagspause. Er sagt: "Seitdem den Kunden klar ist, dass es zum Lockdown kommen wird, tun wir natürlich alles, um die Kunden zu bedienen. Freitag haben wir bis 19.30 Uhr gearbeitet, Samstag bis 20 Uhr. Und als klar war, dass die Friseure doch noch am Montag und Dienstag aufhaben dürfen, hatten wir samstags jede Menge Anrufe. Da hätten wir eine Telefonistin gebrauchen können!"

Bei Brigitte Ohagen im Blickfang ist es gerade mal ruhig. Doch eine Kundin steckt der Kopf zur Tür hinein und fragt: "Haben Sie den ganzen Mittag offen?" Ohagen: "Ja natürlich. Jetzt kommen alle, die noch etwas auf den letzten Drücken suchen. Da bin ich natürlich auch mit meinen Öffnungszeiten flexibel!"

Bestellung per Auswahl, Videoberatung und Online-Shop

Bei Mode & Style gegenüber steht Moni Schönfeld an der Kasse. Sie sagt: "Es sieht gut aus. Viele Kunden kommen noch, um ein Weihnachtsgeschenk zu besorgen. Ich komme kaum hinterher!"

Übrigens: Auch bei ihr können Stammkunden auf Auswahl bestellen.

Robbi Müller sitzt in seinem blauen Van vor dem gleichnamigen Blumenhaus. Er sagt: "Ich muss gerade wieder ausliefern. Ich habe die ganze Zeit Gemüse verkauft und werde das jetzt wieder nach vorne ziehen. Denn: Ich habe dafür die Genehmigung, um offen bleiben zu dürfen. Ich bleibe weiterhin für unsere Kunden da. Wir hoffen: Wenn man nur im engsten Familienkreis überhaupt feiern darf, dass sich viele den Tisch dann mit schönen Blumen schmücken."

Und er deutet an, wie stark der Lockdown und die Schließung der Geschäfte – außer Lebensmittel und Drogerie – viele Kollegen treffen könnten. Müller: "Mit dem Umsatz bis Weihnachten haben wir immer Rücklagen gebildet, um durch die schwächeren ersten drei Monate des neuen Jahres zu kommen!"

Bei Neckarsport gegen 12.15 Uhr ist gerade ein bisschen Kunden-Pause. Constanze Kittel meint: "Besonders Freitag und Samstag waren die Kunden fast schon panisch unterwegs. Auch heute war schon gut etwas los! Die Leute gehen jetzt raus und besorgen sich schnell die passenden Weihnachtsgeschenke!"

Und worauf setzt die pfiffige Sport-Händlerin ab Mittwoch? Kittel sagt: "Auf meiner Webseite habe ich einen Webshop. Über Whatsapp gibt es eine Videoberatung. Und wer einen Geschenkkorb haben möchte, für den liefern wir auch aus ab einem gewissen Bestellwert!"

City-Manager Thomas Kreidler berichtet: "Ich habe gerade mit Taxi Meyer alles klar gemacht: Die Lieferservice steht ab Mittwoch allen Händlern, die möchten, zu Verfügung. Wer bis 14 Uhr bestellt, bekommt die Ware noch am selben Tag geliefert!" Gut: Horb Aktiv übernimmt für die Händler die Hälfte der Lieferkosten.

Der City-Manager: "Dazu bieten wir allen Händlern an, auf der Seite der Horber Lokalhelden mit zehn Artikeln ein Schaufenster ihrer Produkte ins Internet zu stellen. Mit Kontaktdaten."

Alles normal in den Supermärkten – aber: Masken-Schlamperei

Im Kaufland ist alles noch normal, berichtet Marktleiter Sebastian Oehler: "Es gibt keine Hamsterkäufe, aber die Kunden kaufen etwas mehr als sonst. Was allerdings auffällig ist: Immer wieder muss ich Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie ihre Maske im Laden wieder aufsetzen. Und was mich wundert: Dass das Rathaus oder die Politik nicht dazu aufruft, möglichst alleine einkaufen zu gehen. Großfamilien oder zu zweit – das sollte angesichts der Ansteckungsgefahr eigentlich die Ausnahme sein!"

Das kommt zum Lockdown ab Mittwoch mit vielen Laden- und Dienstleister-Schließungen noch dazu: Schulen und Kindergärten haben zu. Das heißt natürlich auch für alle Branchen wie Imbiss oder Bäckereien: Die Schüler mittags fallen weg. Trotzdem müssen einige Lehrer noch in die Schule: Pädagogen, die die Notbetreuung übernehmen.

Götz Peter, geschäftsführender Schulleiter der Schulen in der Verwaltungsgemeinschaft und Rektor der Gemeinschaftsschule: "Generell ist es in Zeiten dieser erschreckend hohen Infektionszahlen geboten, dass sich möglichst wenig Personen im Schulhaus aufhalten. Insofern ist es ausreichend, wenn die Notbetreuung sichergestellt wird und ansonsten von zu Hause aus gearbeitet wird."

Peter sagt, dass die Schüler auf jeden Fall zu Hause bleiben werden ab Mittwoch: "Der Fernunterricht beschränkt sich lediglich auf die Abschlussklassen. Für die anderen Klassen sind die Beschlüsse der Kanzlerin und der Länderchefs gleichzusetzen mit vorgezogenen Ferien."

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