Was für ein Coup! Horbs Nikolaus Peter Woikowski steht vor der Markthalle. Seine Ehefrau Rita (Knecht Ruprecht) hilft hinten – und bei der Premiere des Schnelltest-Zentrums in der Markthalle waren schon 33 Bürger da. Nagold ist ganz neidisch.
Horb - Das hat unsere schöne Stadt lange nicht geschafft: Fix bei Corona waren wir schon immer. Doch das neue Bürger-Testzentrum an der Markthalle, so erzählt City-Manager Thomas Kreidler, hat auch Nagolds City-Managerin Anna Bierig neidisch gemacht: "Sie hat mich schon angerufen und gefragt, wie wir das so schnell gestemmt haben!"
Denn: Das neue Testzentrum an der Markthalle auf dem Flößerwasen ist die ideale Lösung für Handel und hoffentlich bald Gastro, Tattoo-Studio und Co. OB Peter Rosenberger: "Hier kann jeder, der sich testen lassen möchte, einfach hineingehen. Ohne Voranmeldung, ohne Termin. Damit jeder – egal ob Horber oder von auswärts – selbst Sicherheit hat und ganz entspannt einkaufen kann. Oder hoffentlich bald in die Gastro oder die sogenannten körpernahen Dienstleistungen geben kann, bei der ein Negativ-Test Voraussetzung ist."
Test-Belohnung
Das Ganze ist nicht nur kostenlos, sondern es gibt für jeden, der sich testen lässt, auch noch einen 2,50 Euro City-Gutschein obendrauf! City-Manager Kreidler: "Wir glauben, dass nur testen, testen, testen dazu führt, Infektionsausbrüche schon im Ansatz zu erkennen und möglichst auszuschließen. Und nur so kann auf Dauer die Öffnung des Handels, der Gastro und der Dienstleister gewährleistet bleiben. Um die Kunden zusätzlich zu motivieren, legen wir noch den Gutschein drauf."
Bisher ist das Bürger-Schnelltestzentrum an der Markthalle von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Doch das Ziel von OB Rosenberger und City-Manager Kreidler ist natürlich auch die Nachmittagsöffnung. Und deshalb sind Menschen wie Rita und Peter Woikowski so wichtig. Die nicht nur schon jetzt mit anpacken. Beim Horber Advent ist Peter der Nikolaus, Rita Knecht Ruprecht. Doch auch jetzt sind sie ein Segen
Tester gesucht
OB Rosenberger: "Wir suchen jetzt Freiwillige, die bereit sind, sich schulen zu lassen. Möglichst mit medizinischer Vorbildung. Damit wir bald auch nachmittags öffnen können. Wir möchten einen eigenen Pool an Personal haben für die Schnelltestung." Rita und Peter Woikowski können ab nächster Woche als Tester loslegen. Nikolaus Peter: "Meine Frau und ich lassen uns jetzt schulen. Wenn es in unseren Rentner-Terminkalender passt, werden wir auch nachmittags testen!"
Ein Lohn für diesen ehrenamtlichen Einsatz ist schon mal sicher: Rita und Peter werden beim Dienst immer Schnelltests bekommen und können sich so ein bisschen sicherer fühlen.
Neben den beiden haben sich schon insgesamt acht Freiwillige gemeldet, die sich im Abstrich schulen lassen. Darunter auch Mitarbeiter von Apotheken, so Rosenberger. Der OB: "Doch wir hätten gerne noch mehr Freiwillige. Damit es für alle insgesamt entspannter wird und wir sowohl die Vormittags- als auch die Nachmittagsöffnungen anbieten können!"
Unterschied zur Kaserne
Das neue Testzentrum an der Markthalle. Ein Kern-Team der Johanniter übernimmt derzeit die Vormittagsschicht. Einer der Profis macht die Abstriche, der andere überwacht die Tests im geheizten blauen Container.
Dann wechselt das Team in die Kaserne. OB Rosenberger: "Hier bieten wir die Bürgerschnelltests weiterhin zwischen 13 und 17 Uhr. Der Vorteil hier: Das ist nur für Horber Bürger mit Terminanmeldung. An der Markthalle ist es ohne Anmeldung – dafür kann es hier dann zu Wartezeiten kommen." Bis zu 50 Tests pro Stunde könnten in der Markthalle abgewickelt werden.
Wie der Schnelltest läuft
OB Rosenberger: "In der Kaserne haben wir bei den Bürgern ungefähr 100 pro Tag. Hier unten waren es am ersten Tag 33 Bürger. Doch am heutigen Freitag zum Wochenmarkt wird hier Hochbetrieb sein und die erste Bewährungsprobe!"
Insgesamt hat das Rathaus 20.000 "Profi-Schnelltests" für gut 50.000 Euro geordert. Erst mal aus der Stadtkasse. OB Rosenberger: "Die Regularien der Kostenerstattung durch Bund oder Land sind noch nicht klar."
Nasenbohrertests an Schulen?
Dazu hat OB Rosenberger 20.000 Selbsttests kostenlos beim Land bestellt. Das Stadtoberhaupt: "Ich hoffe, die sind nächste Woche da und wir können vielleicht ab Donnerstag mit den Selbsttests in den Schulen anfangen. Die Lehrer werden geschult, wie sie das überwachen können."
Die "Profi"-Schnelltestungen für Rathausmitarbeiter, Lehrer und Kita-Erzieher, die seit Januar in der Kaserne laufen, haben sich schon bewährt, so Rosenberger: "So konnten wir den Corona-Ausbruch im St. Leonhard-Kindergarten identifizieren. Ein symptomloses Kind wurde positiv getestet. Schwupp-di-Wupp die Erzieherinnen – und das sogenannte Cluster und das Ausmaß waren klar. Dadurch ist die Inzidenz in Horb, die schon bei 10 war, auf über 300 gestiegen. Aber auch mit Hilfe der Schnelltests konnten wir belegen, dass das Cluster im Kindergarten war. Sonst hätte der Handel gleich wieder schließen müssen!"
Der Vorsichts-Schnelltest
Auch gut: Weil ein Geschwisterkind aus dem St. Leonhard-Kindergarten in die Grundschule geht, wird es hier gleich am Montag eine komplette Durchtestung aller Kinder geben. Rosenberger: "Der Horber Kinderarzt Michael Nagel, der auch schon die Fieberambulanz mit gegründet hat, wird diese Tests durchführen."
Impfzentrum in Markthalle?
City-Manager Kreidler: "Impfen kann man prinzipiell überall. Platz genug wäre hier auch." OB Rosenberger: "Die Kommunen haben sich mit dem Landrat geeinigt: Wir sorgen für die Schnelltestzentren. Die Impfungen übernimmt das mobile Impfteam. Wenn die mit ihrem Programm durch sind, werden die Hausärzte soweit sein!"