Die Bilanz des Horber Weihnachtsmarkts 2025. Warum er das Versprechen von Neu-OB Michael Keßler (CDU) einlöst und die Waffe „Alt-OB“ funktioniert.
Das war der erste Horber Advent, bei dem richtig gespart wurde. Keine Gage für die Künstler, keine gebuchten Bands. Doch die Horber halten offenbar zusammen.
Stadtmarketing-Chefin Claudia Beuter: „Heute morgen habe ich meinen Mann zum Flughafen Stuttgart gefahren. Es hat stark geregnet – und ich dachte: Das verdirbt uns den Sonntag.“
Doch Horbs altbewährte „Wetter-Waffe“ brachte wieder Glück: Ex-OB Peter Rosenberger (CDU) hatte zum Start des Horber Advents ab 13 Uhr Dienst am Stand des Lions-Club. Rosenberger schmunzelt: „Als ich kam, hat es noch genieselt.“ Stadtmarketing-Chefin Beuter: „Gut, dass Rosenbergers Wetter-Glück immer noch funktioniert – das spielt uns sehr in die Karten. Die meisten Standbetreiber sind zufrieden.“
Die Big Band und die Mini-Bühne
Nicht nur das: Trotz Sparkonzept und Mini-Bühne spielen alle groß auf. Die Bigband baut einfach Stühle vor der Bühne auf – und die coolen Musiker unter der Leitung von Martin Stöckel können die fetzigen Melodien ohne Regen zum Besten geben. Da groovt es richtig bei „Superstition“. Die Mini-Bühne – auch für die Ginger-Girls kein Problem. Ginger Streibig: „In der Not sind wir richtig gut.“
Neckarrauschen-Wirt Michael Singer (Inselspitze) hat einfach Peter Straub angerufen: „Der war mit dem Männergesangverein im Sommer bei uns auf dem Rauschbart. Das A-Capella mitten zwischen den Tischen hat auch die Jungen begeistert. Und so habe ich den Chor am Samstagabend wieder geholt. Und wieder waren die Gäste begeistert!“
Die neue Markthalle lockt die Besucher
Zusammenhalt. Selbst organisieren. Machen. Stadtmarketing-Chefin Beuter: „Wir hatten als Sparmaßnahme auch keine Elektriker in Rufbereitschaft. Als der Strom kurz ausgefallen ist, haben sich die Marktbeschicker zusammengetan und haben das wieder zum Laufen bekommen.“
Die neue Markthalle – sie funktioniert. Am Kaffeestand steht am Tag des Bürgerentscheids über Windkraft im kommunalen Wald Maike Windmüller. Sie sagt: „Hier läuft es richtig gut.“ Am Fotopoint darf Nikolaus Peter Woikowski nicht nur Kinder, sondern auch ausgewachsene Schlingel auf den Schoß nehmen. Sein Engel Tabea Schäffer: „Vor allem am Samstag und Sonntag kamen die Kinder. Auch unser Losverkauf lief gut.“
Klau-Frust auf der Inselspitze
Auch die Marktbeschicker sind zufrieden – wenn nur der Klau-Frust nicht wäre. Lale vom Stand des technischen Gymnasiums: „Fies. Uns wurden zehn Flaschen Kinderpunsch in der Nacht von Freitag auf Samstag geklaut.“
Nachbar Michael Singer: „Dummerweise hatte ich am Freitag kein Pfand auf meine weißen Glühwein-Tassen genommen. 50 sind verschwunden. Ich hoffe, die Tassen lachen jeden morgen den Besitzer an. Damit er aus schlechtem Gewissen in der neuen Saison fleißig bei uns konsumiert.“
Fazit: Der Horber Advent 2025. Schon im letzten Jahr mussten 12 000 Euro eingespart werden. Diesmal die zweite Sparrunde. Der Besucher hat es nicht gemerkt – im Gegenteil: Soviel Essensauswahl wie nie, tolles Kunsthandwerk und beste Stimmung.
Das kann Neu-OB Michael Keßler (CDU) als Beleg dafür nehmen, dass sein Wahlversprechen funktioniert: Zusammenhalt trotz Sparen. Miteinander reden und anpacken.