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Horb/Waldachtal Auch beim Einkaufen geht Corona-Angst um

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Der dm-Drogeriemarkt informiert die Kunden am Eingang umfangreich. Foto: Lück

Waldachtal-Salzstetten/Horb - Sie beschleicht einige Menschen: die Corona-Angst beim Einkaufen. Denn: Man selbst tut alles, um sich nicht anzustecken – und anderen ist das offenbar sichtlich egal.

Das macht sehr nachdenklich, was eine Rentnerin aus Salzstetten erzählt: "Ich bin über 70 Jahre alt. Fast jeden Morgen gehe ich in den Supermarkt in Salzstetten. Ich versuche, mich natürlich vor der Ansteckung zu schützen. Doch jeden Morgen sind dort Gruppen von Arbeitern, die sich ihre Brotzeit holen. Die haben dann ihre Waren im Arm und rücken einem auf die Pelle. Sagen auch noch ›Atemschutzmaske? Hast du eine?‹ Sie machen sich auch noch über mich lustig. Ich finde das so heikel, dass ich im Supermarkt immer fünf Reihen extra laufe, damit ich diesen Leuten nicht begegne!"

Ein anderer Kunde beschreibt das, was er im Kaufland in Horb erlebt hat: "Die Gänge sind viel zu eng. Alle treffen sich immer an verschiedenen Hotspots. Ganze Familien, also Eltern und Jugendliche, sind natürlich ebenfalls zu viel für die Durchgänge und man kann den Abstand nicht korrekt einhalten. Die Kunden bleiben in den Gängen stehen und diskutieren mit vollem Elan."

"Einfach ins offene Regal gehustet"

Er berichtet weiter: "Die Kassen habe zwar einen Schutz, aber genau an der falschen Stelle. Die müssten den Schutz an der Stirnseite jeder Kasse anbringen. Es sollte auch nicht mehr im Markt telefoniert werden – einer hat dies komplett im Kassenbereich ohne Rücksicht auf Verluste gemacht. Dazu habe ich gesehen, wie jemand einfach ins offene Regal gehustet hat."

Eine andere Kundin erzählt: "Ich habe selber Kinder. Aber mir wird schon ganz anders, wenn ich sehe, dass ganze Familien mit Kindern in die Märkte wie Rewe oder DM gehen und dort Erlebniseinkäufe machen!"

Der nächste Kunde erzählt: "Also, ich bin wirklich nicht pingelig. Und wenn drei oder vier Arbeiter, die ohnehin auf der Baustelle zusammen sind, auch in dieser Gruppe im Supermarkt auftreten und insgesamt von den anderen Abstand halten, find ich das zwar grenzwertig, aber okay. Wenn ich dann aber meinen Einkauf auf dem Band ablege und der nächste Kunde mit zwei Meter Abstand hinten wartet und einer dieser Arbeiter hinter mir durchrutscht und Zigaretten direkt hinter mir holt, dann werde ich konsequent. Ich bin laut geworden: ›Abstand. Das sollte inzwischen auch zu euch durchgedrungen sein!"

dm-Markt installiert Vorhang

Im Horber "dm"-Drogeriemarkt versucht man mit verschiedenen Maßnahmen, die Sicherheit der Kunden und Angestellten zu gewährleisten. Hier soll sich jeder Kunde einen Korb oder Wagen nehmen, die Stückzahl ist begrenzt, so dass nicht zu viele auf einmal in den Laden gehen. Vor den Kassen sind deutliche Abstandsstreifen. Die Kassen sind mit Plexiglas ausgestattet. Im Eingang steht ein Stehtisch mit Desinfektion für Oberflächen und Handschuhe bereit, um Korb oder Einkaufswagen zu desinfizieren.

Im Kassenbereich gab es in der Vergangenheit allerdings eine besondere Herausforderung. Der Mindestabstand konnte ohne Reißverschlussverfahren nicht eingehalten werden, wenn beide Kassen geöffnet hatten. Doch dm reagiert. Nach Informationen unserer Zeitung soll ab sofort ein Vorhang zwischen beiden Kassen installiert sein.

Doch was sagt das Rathaus zu den "Virus-Rüpeln" beim Einkaufen? Ist das strafbar? Wird das kontrolliert?

Stadt: Verstöße melden

Stadtsprecherin Inge Weber: "Die Einkaufsmärkte sind angehalten, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um die Abstandsvorschriften gewährleisten zu können. Dieses kann beispielsweise durch das Ausgeben von Verhaltensregeln an Kunden erfolgen. Auch Markierungen am Boden, um den notwendigen Abstand im Kassenbereich zu gewährleisten gehören dazu. Allerdings gilt für alle diese Maßnahmen, dass alle sich daran halten müssen – notfalls durch eigene Zurückhaltung. Sollten im Einzelfall gravierende Verstöße auffallen, dann sollte der Kunde diese möglichst gleich der Marktleitung mitteilen. Diese kann dann entscheiden, ob hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen nachgesteuert werden müsste oder im Zweifelsfall auch die Polizei gerufen werden muss."

Und das Rathaus appelliert an die Vernunft der Kunden. Die Stadtsprecherin: "Die Stadtverwaltung Horb empfiehlt Kunden beim Einkaufen möglichst aktiv darauf zu achten, selbst den notwendigen Abstand zu anderen einzuhalten. Denn nur das eigene Handeln können wir selbst beeinflussen. Daher sollte jeder genügend Zeit beim Einkaufen mitbringen – in Kauf nehmen, auch einen Moment zu warten, damit sich keine Ansammlungen bilden oder bis sich beengte Situationen in den Gängen aufgelöst haben. Und ältere Menschen – die selbst besonders gefährdet sind – sollten derzeit nicht selbst einkaufen gehen. Sie sollten auf die vielen Hilfsdienste zurückgreifen, die angeboten werden, so auch von der Stadt Horb. Auch an Familien gilt der Appell, möglichst keinen Familieneinkauf zu machen. Sofern möglich, sollten auch die Kinder nicht zum Einkauf mitgenommen werden. Bei Alleinerziehenden ohne Betreuungsmöglichkeiten ist das natürlich schwierig."

Eine Filialleiterin eines Horber Geschäfts sagt: "Wenn man die Kunden positiv anspricht und es ihnen vernünftig erklärt, dann kann man sie auch oftmals überzeugen. Positive Ansätze helfen uns weiter."

Lokalhelden im Einsatz

dm zum Beispiel setzt in Horb auch auf die "Horber Lokalhelden".

Ein Kunde erzählt: "Mir wurde empfohlen, diesen Service zu nutzen, auch wenn ich jetzt noch nicht zu der älteren Bevölkerung gehöre. Entweder kann ich eine Expressbestellung online abgeben, die Ware wird dann im DM bereits verpackt und ich kann es dann abholen. Oder ich kann anrufen, meine Bestellung wird aufgenommen, und die Horber Lokalhelden bringen es mir dann vorbei. Ich glaube, das mache ich das nächste Mal."

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