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Horb Spatenstich für Hochbrücke: Ein Traum wird wahr

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Der historische Spatenstich: Ralph Zimmermann (FDP), Jochen Haussmann (FDP), Norbert Beck (CDU), Hans-Joachim Fuchtel (CDU), Claudia Gläser (IHK), Saskia Esken (SPD), Winfried Hermann (Grüne), Steffen Bilger (CDU), Peter Rosenberger (CDU), Gabriela Mühlstädt-Grimm, Klaus-Michael Rückert (CDU) Foto: Maria Hopp

Horb-Nordstetten - Der John Lennon-Hit "Imagine" steht für einen Traum. Der Traum, die Kernstadt fast frei vom Verkehr zu machen, geht schon in vier Jahren in Erfüllung. Das macht der Spatenstich in Nordstetten vielen Bürgern klar.

Die Kreuzung - abgesperrt. Oben auf dem Hügel - ein Bagger. Der Weg zum Nordstetter Schloß - eingerahmt von den weiß-roten Stoffkegeln, die man noch von der Langen Nacht der Lichter kennt.

Und die Straße ist knallvoll mit Bürgern. Oberbürgermeister Peter Rosenberger: "Heute Morgen habe ich einen älteren Mann getroffen. Habe ihn gefragt, ob er auch zum Spatenstich kommt. Er fragte: Wie, die wird wirklich gebaut?"

Erst gibt’s noch "Imagine" von Katharina Krebitz am Mikro und Michael Holder an den Keyboards. Nach dem letzten Ton um 15.22 Uhr greifen Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) aus dem Bundesverkehrsministerium, Hans-Joachim Fuchtel (CDU, Staatssekretär im Entwicklungs-Ministerium), Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD), Landrat Klaus-Michael Rückert und OB Rosenberger zu den Spaten: "eins, zwei, drei" –­ dann fliegt die erste Schippe!

Und das ist jetzt wirklich der Start für die Horber Hochbrücke. Noch besser: Schon nächste Woche starten die ersten Bauarbeiten (siehe Info-Kasten). Die Hochbrücke – sie soll schon in vier Jahren fertig sein. Dafür wird sie mit 65 Millionen Euro Baukosten teurer, wie Rosenberger informierte.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und früherer Horber OB Michael Theurer konnte wegen einer Auslandsreise nicht an dem Spatenstich teilnehmen. Beim Treffen mit dem Bürgerbündnis hatte Theurer bereits gesagt: "Das ist zwar schade. Aber mir ist wichtiger, dass der Brückenbau endlich startet. Wichtiger, als das ich persönlich unbedingt dabei sein muss."

"Kosten sind gut angelegt"

Der Spatenstich für die Horber Hochbrücke: ein historischer Tag. Gabriela Mühlstädt-Grimm, Vize-Regierungspräsidentin: "Das ist ein Brückentag – ­im wahrsten Sinne des Wortes." Staatssekretär Bilger: "Mit der Hochbrücke wird ein neuralgischer Engpass beseitigt. Die Kosten für den Bau sind gut angelegtes Geld."

Landesverkehrsminister Hermann: "Als Kristina Sauter und andere im Jahr 2003 die Hochbrücke vorgestellt haben, war sie eine Fata Morgana. Doch die Präsentation hat bei mir ein Umdenken ausgelöst. Dieses Projekt wird Horb eine neue Dimension der Entwicklung ermöglichen. Ich hoffe, der Gemeinderat ist schon daran, zu planen, wie er jetzt die Innenstadt verkehrlich entlastet."

Landrat Rückert: "Heute ist ein Quantensprung für die Verkehrserschließung im Landkreis Freudenstadt." OB Rosenberger: "Die Kinder, die jetzt geboren werden, werden unsere Stadt nur noch mit Hochbrücke kennenlernen. Das ist eine riesige Chance für die Kernstadt. Und ich hoffe, dass alle, die bisher nicht dort investiert haben, aus ihrer Schockstarre erwachen. Und das dieser Tag auch einen Quantensprung bei den Hausbesitzern in der Kernstadt auslöst. Das sie ihre Schaufenster neu machen und andere Sanierungsmaßnahmen starten."

Der Spatenstich für die Hochbrücke –­ ein guter Tag für den ganzen Landkreis. Und die Region und das ganze Land. Vor dem Termin in Nordstetten war Staatssekretär Bilger in Freudenstadt. Er hat dort verkündet, dass der "Gesehenvermerk" für den Freudenstädter Tunnel (Unterfahrung Richtung Baiersbronn) Anfang nächsten Jahres erwartet wird. Der vorletzte formale Schritt vor der Planfeststellung und der Freigabe der Finanzierung des 86,2 Millionen Euro Projekts durch den Bund.

Der Spatenstich ist auch ein guter Tag für den Schienenverkehr. Bilger: "Wir werden in Kürze die Finanzierungsvereinbarung für die Gäubahn unterzeichnen." Landrat Rückert: "Auf allen drei Bahn-Achsen im Landkreis Freudenstadt stehen Veränderungen an –­ Freudenstadt, Stuttgart über Eutingen. Richtung Offenburg und Richtung Karlsruhe. Ich danke Verkehrsminister Hermann für die Zusagen für zukünftige Verbesserungen wie dem neuen Haltepunkt Dornstetten oder Eutingen."

Landesverkehrsminister Hermann: "Ich bin Staatssekretär Bilger sehr dankbar, dass wir das mit der Gäubahn eingetütet haben. Dass der zweispurige Ausbau der Gäubahn in Horb-Neckarhausen bald beginnen kann, ist ein guter erster Schritt. Wir arbeiten jetzt gerade daran, mit der Bahn zu verhandeln, wie wir die Radmitnahme im IC verbessern können."

OB Rosenberger: "Für uns in Horb ist die Gäubahn und der gute Bahnanschluss sehr wichtig. Ich bin froh, dass jetzt auch der Ausbau kommt und die Verantwortlichen im Bund begreifen, dass sie mehr ist als eine Bimmelesbahn."

Der Spatenstich für die Hochbrücke – ein Grund zum Feiern. Landrat Rückert: "Wenn ich daran denke, wie lange wir die Köpfe zusammengesteckt haben, wie oft wir nach Stuttgart, Karlsruhe und Berlin gereist sind – das ist heute ein großartiger Tag für den Landkreis."

"Alle an einem Strang gezogen"

OB Rosenberger: "Die ersten Ideen waren in den 60er-Jahren. In den 80ern entstand eine Bürgerbewegung, die im Jahr 1998 im Bürgerentscheid mündete. Politisch haben alle an einem Strang gezogen –­ jenseits politischer Grenzen."

Und auch Ilse Braitmaier, Kristina Sauter (OGL/Grüne) und Dieter Rominger-Seyrich (SPD) heben gedanklich das Glas. Die drei, die das Brückenbündnis in den 80er-Jahren mit ins Leben gerufen haben. Alle sind sich einig: "Ein toller Tag. Ein bisschen schade, dass wir so lange darauf warten mussten."

Sauter: "Zusammen mit Ilses Vater habe ich gegen die Riedtrasse erfolgreich geklagt. Mit dieser Riedtrasse entlang von Bildechingen über Eutingen bis zur Autobahn in Rottenburg als Bundesstraße wäre die Innenstadt Horbs nie vom Verkehr entlastet worden. Erst mit der gewonnenen Klage wurde die Hochbrücke als Alternative überhaupt denkbar."

Rominger-Seyrich: "Das ist ein Meilenstein heute. Ich weiß noch, wie ich im Gemeinderat 2009 schwer verprügelt worden bin, weil ich mich für die Mitbenutzungstraße eingesetzt habe. Ich haben dann an Abenden, die bis nachts gingen, mit den Hohenberger Bürgern diese Trasse diskutiert und auch eine Mehrheit gefunden. Weil nur mit einer tiefergelegten Mitbenutzungstrasse der Lärmschutz am besten ist."

Neues Verkehrskonzept für die Innenstadt

Und was sagt der SPD-Gemeinderat zum weiteren Bahnausbau? Rominger-Seyrich: "Das ist eine gute Nachricht, dass die Finanzierungsvereinbarung für die Gäubahn kommt. Und sich auch bei den regionalen Strecken im Landkreis was tun soll. Wir brauchen eine andere Verkehrspolitik." Und die drei halten kurz innen, um an die inzwischen leider verstorbenen Mitkämpfer aus dem Bürgerbündnis zu denken: Wie Walter Meyer, Klaus Hermann Ruhland oder Gerhard Thomma.

Der Spatenstich für die Hochbrücke –­ jetzt müssen Rathaus und Gemeinderat Vollgas geben. "Verkehrsminister Hermann hat schon eine klare Ansage gemacht, dass es jetzt mit einem neuen Verkehrskonzept für die Innenstadt höchste Eisenbahn wird. Rosenberger hat auch gesagt, dass er den Schwerlastverkehr ganz raus aus der Kernstadt haben will", sagt Sauter.

OB Rosenberger selbst sagt, wie es jetzt weitergeht: "Als nächsten Meilenstein sehe ich den Fruchtkasten. Wenn wir den vom Land bekommen, ist ein Kernstück für die Neugestaltung in unserer Hand. Ich denke, mit dem Spatenstich dürfte jedem klar sein, dass wir jetzt wirklich ran an die Verkehrsplanung müssen. Da müssen wir vielleicht den einen oder anderen noch mitnehmen. Mit dem Radverkehrskonzept sind wir schon mal vertieft eingestiegen."

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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