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Horb/Schopfloch Weiterer Bahnübergang im Kreis defekt

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Horb-Dettlingen/Schopfloch - Der Bahnübergang bei Horb-Talheim ist immer wieder in den Schlagzeilen. Doch auch der Bahnübergang zwischen Dettlingen und Schopfloch ist seit einiger Zeit nicht minder heikel.

"Für mich ist das schrankenloser Bahnsinn." Das sagt Michael Boes aus Oberbayern, der derzeit in Schopfloch arbeitet.

Denn: Seit dem 7. Juni soll auch hier die Sicherungsanlage am Bahnübergang ausgefallen sein. Erst zwölf Tage später taucht hier ein Absperr-Mitarbeiter auf, der die ausgefallenen Schranken mit einem Flatterband ersetzt.

Boes: "Der Bauhof Horb hat schon vorher reagiert. Die haben einfach neue Schilder aufgestellt und das Tempolimit vor dem Bahnübergang schrittweise von 70 auf 50 und dann 30 km/h runtergeregelt. Ein Blinklicht und das Schild ›Störung an Schrankenanlage Bahnübergang‹ wurde nicht aufgestellt. Und das ist verdammt gefährlich."

In der Tat. Boels zeigt ein Video, welches er mit seiner Dashcam aufgezeichnet hat. Er kommt aus Richtung Dettlingen. Man sieht, wie er auf den Bahnübergang zufährt. Das Andreaskreuz links ist zu erkennen, das rechts ist hinter Bäumen versteckt. Als er um die Ecke biegt, sieht man, wie die Stadtbahn der AVG durchfährt.

"Muss erst ein Mensch zu Tode kommen?"

Wäre Boes etwas schneller unterwegs gewesen – ­nicht auszudenken, was hätte passieren können. Boes: "Ich komme aus Oberbayern. Bei uns hat es den Zugunfall von Bad Aibling gegeben. Muss hier erst ein Mensch zu Tode kommen, bis jemand reagiert?"

Der "schrankenlose Bahnsinn." Seit Monaten hält er die Horber bei Talheim in Atem. Denn nachdem eine Regionalstadtbahn im September vergangenen Jahres mit einem Lkw zusammenstieß, wurde hier zunächst auch mit Flatterband abgesperrt. Jetzt sind dort Mitarbeiter einer Wachfirma, die die Ampeln in den Andreaskreuzen per Hand einschalten.

Der Bahnübergang Dettlingen liegt genau zwei Haltestellen weiter Richtung Freudenstadt. Der zweite Bahnübergang, an dem per Hand für Sicherheit gesorgt werden soll. Eine offenbar trügerische Sicherheit. Denn: Am letzten Montag war der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma nicht erschienen. Der Zugführer fuhr deshalb langsam an den Bahnübergang ran und hupte. Laut einem Bahnsprecher "das übliche Verfahren laut den Sicherheitsvorschriften".

Auch hier kam es fast zum Schlimmsten. Thomas Geršak warnte per Mail genau an diesem Montag um 14.26 Uhr seine Kollege von der Spedition Schuon: "Da ich eben beinahe Zeuge eines fatalen Zusammenstoßes zwischen Bahn und Fahrzeugen wurde, möchte ich hier zur absoluten Vorsicht mahnen. Weder ist die Ampel an noch ist einer der Arbeiter, die seit Monaten die Anlage bedienen, am Bedienpult zu sehen."

Gibt es noch mehr "schrankenlosen Bahnsinn" entlang der Regionalbahnstrecke Freudenstadt-Eutingen? Davon berichtet Holger Dewitz aus Freudenstadt. Er schreibt: "Am letzten Montag gab es nicht nur Probleme am Talheimer Bahnübergang. Ich war in der RB 19572 von Freudenstadt (6.15 Uhr) nach Eutingen (649 Uhr). Dabei waren noch mindestens drei (!) weitere Bahnübergänge außer Betrieb, an denen der Zug gehalten hat und durch Tonsignal auf sich aufmerksam machte.Das kostet natürlich jedes Mal einige Zeit. Ich hatte Glück, dass der Anschluss in Eutingen auch leichte Verspätung hatte, sodass ich diesen gerade noch so erwischen konnte."

Der Bahnsprecher bestätigte gestern gegenüber dem Schwarzwälder Boten lediglich die Störung des beschrankten Bahnübergangs in Dettlingen und in Horb-Talhein. Er sagt: "Am Bahnübergang Dettlingen/Schopfloch hat es bei einem sehr kräftigen Gewitter einen Blitzschlag in die Technik gegeben. Platine und Schaltung sind davon betroffen. Wir gehen davon aus, dass wir die Anlage wieder reparieren können. Wann das passiert und wie aufwendig das wird, können wir derzeit noch nicht absehen."

Und warum hat es zwölf Tage gedauert, bis ein Streckenposten für etwas mehr Sicherheit am Bahnübergang sorgt? Der Bahnsprecher beantwortet die Frage: "Solch ein Dienst muss an sieben Tagen die Woche organisiert werden. Die Leute dafür sind nicht sofort und entsprechend verfügbar."

Wie groß sind die Verspätungen durch das vorsichtige Heranfahren des Zuges an den Bahnübergang, das Hupen und Gucken, ob jemand auf den Gleisen steht? Der Bahnsprecher: "Das macht pro Zugfahrt zwischen einer und zwei Minuten aus."

Politiker schalten sich ein: Bahn-Probleme im Kreis Freudenstadt könnten Thema im Landtag werden

Da wird es im Landtag sicherlich genug zu diskutieren geben. Nachdem Gemeinderat Hermann Walz den Alterspräsidenten Heinrich Kuhn (AfD) eingeschaltet hatte, hat auch der Horber FDP-Landtagsabgeordente Timm Kern reagiert (wir berichteten). Walz: "Kuhn hat mir signalisiert, dass er die Informationen alle zusammenträgt und das Thema in den Landtag einbringt."

Keine dumme Idee. Denn: Das Land bezahlt die Deutsche Bahn und andere Verkehrsträger wie die AVG dafür, dass sie den Nahverkehr im Land durchführt. Und Walz hat am Donnerstagabend noch eine neue Absurdität beobachtet: "Als ich von meiner Arbeit nach Hause fuhr, waren die Ampeln im Andreaskreuz auf Rot. Der Zug hat trotzdem gehalten und gehupt."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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