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Horb/Schopfloch Bild-Zeitung berichtet über Bahnübergang

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"Deutschlands gefährlichster Bahnübergang" titelt die Bild-Zeitung über einem Foto bei der Talheimer Schienenkreuzung. Allerdings war dieser Artikel in Horb nur online zu lesen. Screenshot: Lück

Horb-Talheim/Horb-Dettlingen/Schopfloch - Für "Bild" ist klar: Bei Talheim befindet sich "Deutschlands gefährlichster Gleisübergang". Und jener bei Dettlingen ist auch nicht viel besser. Damit greift die Zeitung ein Thema auf, das der Schwarzwälder Bote seit Monaten begleitet. Seltsam: In der Bild-Ausgabe, die in Horb erscheint, ist das nicht zu lesen.

Die Einleitung der Boulevardzeitung bringt das auf den Punkt, was viele Autofahrer zu empfinden scheinen: "Stellen Sie sich vor, Sie fahren über einen Bahnübergang und können sich nicht sicher sein, ob sie es überleben..."

Und während der Artikel online bundesweit zu lesen war – in den gedruckten Bild-Zeitungen, die beim Bäcker lagen –, war er nicht enthalten. Grund: Offenbar wurde er nicht in die sogenannte Bundesausgabe in Baden-Württemberg gebracht, sondern nur im Erscheinungsgebiet von "Bild Stuttgart". Online läuft der Artikel jedenfalls unter dieser Rubrik. Die Print-Ausgabe von "Bild Stuttgart" ist zwar beispielsweise im nahe gelegenen Landkreis Böblingen zu lesen, aber nicht in Horb.

Auch Stadt und Landkreis fordern Bahn zu Maßnahmen auf

Am 7. Juni hatte ein Blitz die automatische Halbschrankenanlage zwischen Dettlingen und Schopfloch lahmgelegt. Am 17. Juni tauchte dort ein Mitarbeiter auf, der seitdem den Bahnübergang mit einem Flatterband sichert.

Ein Bahnsprecher hatte bereits erklärt: "Solche Leute sind nicht sofort und in entsprechender Anzahl verfügbar. Dass muss man erst organisieren."

Die Horber versuchen unterdessen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um "Deutschlands gefährlichsten Bahnübergang" bei Horb-Talheim und auch jenen in Dettlingen endlich sicherer zu machen.

Ein Pressesprecher der Stadt Horb: "Von Seiten der Stadtverwaltung Horb gingen hierzu bereits Schreiben an die Deutsche Bahn AG, an das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg sowie an mehrere Landtagsabgeordnete. Die Stadtverwaltung begrüßt es, dass sich auch Betriebe im Industriegebiet und der Horber Handel über die Cityinitiative ›Horb Aktiv‹ zwischenzeitlich diesem Thema angenommen haben und eine Beseitigung des Missstandes von Seiten der Deutschen Bahn AG fordern. Von Seiten des Landes wurde an dieser Stelle bereits ein kreuzungsfreier Übergang zugesichert. Bis dieser jedoch realisiert wird, drängt die Stadtverwaltung Horb a. N.ckar allerdings auf eine sichere Lösung. Dies gilt selbstverständlich für alle Bahnübergänge im Stadtgebiet."

Doch wie sicher sind die Bahnübergänge wirklich? Die AVG fährt mit ihren Regionalstadtbahnen zwischen Freudenstadt und Eutingen. Ein Sprecher: "Wir nutzen die Infrastruktur der Bahn nur. Unsere Triebwagenführer sind angewiesen, den Anweisungen des Fahrdienstleiters in Freudenstadt oder Eutingen – ­je nach Fahrtrichtung – zu folgen. Uns ist bisher nichts Auffälliges bekannt, was den Betriebsablauf angeht. Zu größeren Verspätungen ist es nicht gekommen."

In Dettlingen lief das Prozedere zehn Tage lang wie folgt ab: Der Zugführer näherte sich langsam dem Bahnübergang. Schaut, hupt. Und regelt dann im Einvernehmen mit den Autofahrern die Vorfahrt. Auch am Bahnübergang Talheim ist das mehrmals so passiert, als der Wachdienst, der die Ampel regelt, ausgefallen war. Dieses Prozedere, so der Bahnsprecher, sei regulär und würde zu Verzögerungen zwischen einer bis zwei Minuten führen.

Der Alterspräsident des baden-württembergischen Landtags, Heinrich Kuhn (AfD), war auf Einladung von Gemeinderat Hermann Walz am Bahnübergang Talheim vor Ort (wir berichteten). Er will jetzt auch den zweiten ausgefallenen Bahnübergang in Dettlingen mit in seine parlamentarische Initiative übernehmen: "Da ich durch verschiedene Bürger auch auf die Situation in Schopfloch aufmerksam gemacht wurde, habe ich dies in einen entsprechend formulierten Textentwurf im Zusammenhang mit der Situation am Übergang Talheim mit eingearbeitet und diesen zur weiteren Überprüfung, Beratung und Ergänzung in unsere Fraktion zur Beratung eingebracht. Die weiteren möglichen Schritte werden wir dort zügig gemeinsam erörtern."

Und aus dem Landratsamt heißt es in Sachen Bahnübergang: "Landrat Klaus-Michael Rückert ist ebenso wie den Bürgern, OB Peter Rosenberger, Timm Kern und vielen anderen sehr daran gelegen, dass die Problemsituationen an den Bahnübergängen schnellstmöglich für alle zufriedenstellend gelöst werden und die Verkehrssicherheit zügig wiederhergestellt wird", erklärt eine Sprecherin. Und weiter: "Er (Rückert, Anm. der Red.) appelliert nochmals an die Bahn, die Missstände und somit das Gefährdungsrisiko zu beseitigen. Außerdem wird er die Problematik selbstverständlich bei nächster Gelegenheit im Verkehrsministerium noch einmal nachdrücklich ansprechen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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