Richter Achim Ruetz hat heute seinen letzten Arbeitstag im Amtsgericht Horb. Er wechselt als Kammermitglied zum Landgericht Rottweil. Foto: Wagner

Richter verlässt Horb und geht nach Rottweil. Seine Fälle verfolgen ihn auch mal nach Hause.

Horb/Rottweil - Der Richter am Amtsgericht Horb, Achim Ruetz, tritt heute seinen letzten Arbeitstag an. Er verlässt die Große Kreisstadt und wird künftig als Kammermitglied beim Landgericht Rottweil wirken.

Der 34-jährige Achim Ruetz stammt aus der Gemeinde Geislingen (Binsdorf) und schloss sein Abitur im Jahre 2000 ab. Horb kannte er bereits früh, da er hier seinen Wehrdienst ableistete. Danach begab er sich ohne Umschweife ins Jurastudium nach Konstanz. Zwischen den beiden Staatsexamen war er für die "Strafstation" Horb zuständig.

Eigentlich gefiel ihm schon immer das Steuer- und Strafrecht ganz besonders. Aber Rechtsanwalt, so stellte sich bereits früh heraus, wollte er nach einigen Erfahrungen in einer Steuerkanzlei nicht mehr werden. Er begab sich viel lieber zur Staatsanwaltschaft und sammelte dort seine ersten, eigenen Fälle ein.

Als Assessor leitete er seine erste Hauptverhandlung in Freudenstadt, bevor er im Januar 2013 seine Richterstelle in Horb antrat.

Hier fand er im Direktor des Amtsgericht, Christian Ketterer, einen erfahrenen Vorgesetzten: "Ich betrachte meine Zeit als Richter hier in Horb als sehr lehrreiche Zeit", sagt Ruetz. "Auch die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und den örtlichen Polizeibehörden war sehr gut."

Zwischen den "normalen" Fällen wie etwa Trunkenheits-, Verkehrs- und Diebstahldelikten gab es auch aufregende Gerichtsverfahren, in denen seine ganze Unparteilichkeit und Sachkenntnis gefragt war. "Im Zweifelsfall für den Angeklagten", sagt Ruetz, wenn Sachlagen und Zeugenaussagen zu einer Verurteilung nicht ausreichen.

Es gab viele Fälle aus dem Alltag, doch Horb sei nicht "krimineller" als andere Gemeinden: "Eher ein bisschen besser", so seine Einschätzung.

Trotzdem blieb so manche Verhandlung an ihm haften: "Nicht immer kannst du einen Fall im Gerichtssaal lassen. Manchmal beschäftigte ich mich auch zu Hause noch damit. Doch bei allen Entscheidungen, die ich treffen musste: Ich kann danach gut schlafen."

Er bleibt weiterhin Assessor, da er immer noch keine freie Planstelle als Richter in Aussicht sieht. Doch Ruetz freut sich auf die neue Aufgabe in Rottweil, da sich dort nicht zuletzt auch sein Erfahrungsschatz weiter steigern lässt. "Ich hatte in Horb eine gute und schöne Zeit; der Job machte mir Spaß und das Verhältnis zu den Mitarbeitern des Amtsgericht war außerordentlich harmonisch."

Privat sieht er gerne richtig "gute Western", die längst zu Klassikern gehören. Als passionierter Jäger besitzt er in seiner Heimat eine eigene Jagd und engagiert sich im Kreisjägerverein Zollern-Alb als Kassenprüfer.

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