Neue Fahnen, Holzschilder und Rammbock. Nur Unplugged-Musik. Vorstand Ertel: "Authentisch wie nie."
Horb - Während der Marktplatz am Wochenende durch das Erdbeerfest mit prallem Programm gefüllt sein wird, probieren die Maximilian-Ritterspiele nächste Woche ein komplett neues Konzept – ohne Marktplatz. Das Mittelalter tobt jetzt komplett am Neckar.
Mat thias Ertel, Vorsitzender des Ritterspielevereins: »Das Egelstal wird für die Zuschauer des Umzugs die neue Tribüne.« Denn: Die Maximilian-Ritterspiele sind diesmal komplett am Fluss.
Los geht es schon am Donnerstag, wenn gut 30 oberschwäbische Landsknechte von Glatt aus Richtung Horb starten. Die Übernachtung wird in Dettlingen sein, bis die mittelalterlichen Kämpfer dann am Freitagabend mit König Maximilian in Horb eintreffen werden.
Und der König von Horb hat sich extra ins Zeug gelegt: Für seine Gattin hat er extra eine Sänfte gebaut. Ertel schmunzelt: »Ausprobiert wurde die noch nicht. Aber ich gehe davon aus, dass sie halten wird.«
Und die Sänfte ist nur eins der Details, mit denen die Ritterspiele am Neckar diesmal auftrumpfen.
Ertel: »Der Verein hat diesmal so viele neue Requisiten gebaut wie in den letzten fünf Jahren zusammen.« Das Ziel dabei: Noch mehr Mittelalter-Feeling.
Das geht los bei den über 50 neuen Fahnen, die die Nähgruppe gestaltet hat. Der Flößersteg wird mit Stoffbahnen abgehängt, damit das Metall nicht das Mittelalter-Entree optisch verdirbt. Dazu wurden Holzschilder geschnitzt.
Und auf allen Bühnen heißt es bei den »Neckar-Ritterspielen«: Unplugged. Ertel: »Weil elektronisch verstärkte Musik nicht richtig in die Zeit passt, haben wir diesmal viele kleine Bühnen aufgebaut, bei der die Künstler unplugged – also ohne Verstärker – auftreten.«
Der Ritterverein hat sich diesmal eine mittelalterliche Taverne gebaut, um mit dem Getränkeverkauf seinem großen Ziel näherzukommen: Das Ihlinger Tor, den »Luziferturm«, zu kaufen.
Ritterspieleverein-Vorsitzender Ertel: »Insgesamt werden die Ritterspiele noch authentischer.« Nicht nur durch die vielen Details, sondern auch durch das Lager der gut 200 oberschwäbischen Landsknechte, die König Maximilian damals unterstützt haben. Vier Meter lange Spieße wie im Bauernkrieg, dumpfe Trommeln und sechs Kanonen sollen beim Umzug zur Turnierwiese und auch auf dem Festplatz dem Publikum das echte Mittelalter-Feeling geben. Ertel: »Durch die Passage vom Festplatz über das Egelstal bis hin zur Turnierwiese wollen wir den Zuschauer auch ganz bewusst an den Ritterlagern an der Neckar-Aue vorbeiführen. Hier ist das Mittelalter hautnah zu erleben!«
Und ein riesiges, fünf Meter langes Katapult namens Tribock dürfte sicherlich auch zum Anziehungspunkt werden. Endpunkt der Ritterspiele am Neckar: Das alte Freibad. Hier sind diesmal die Kinder-Ritterspiele.
Die Ritterspiele am Neckar – ist das eine Entscheidung gegen den Marktplatz, der bisher mit seiner mittelalterlichen Kulisse für das perfekte Feeling gesorgt hat?
Ertel: »Nein. Diesmal wäre es wegen der Baustelle vor der Spitalkirche nur unter sehr ungünstigen Umständen gegangen. Wir haben alle neuen Requisiten so gefertigt, dass sie universell einsetzbar sind.«