Auf der Turnierwiese am Neckarufer fanden die Turniershows mit dem Titel "Schwerter der Freiheit" statt. Foto: Maria Hopp

"Schwerter der Freiheit" wird auf Turnierwiese am Neckarufer aufgeführt. Eintauchen in die Welt des Mittelalters. Mit Video

Horb - Da werden die Horber aber aufatmen: Die ersten Ritterspiele, die von der Stadt als Veranstalter ausgetragen wurden, dürften wohl schwarze Zahlen eingebracht haben – auch aufgrund des guten Wetters.

Jürgen Wünsche von MPS sagt am Sonntag drei Stunden vor dem Ende der 22. Horber Ritterspiele: "Wir haben mit dem Wetter extrem Glück gehabt. So gut war es die letzten drei bis vier Male nicht durchgängig. Wir rechnen mit 15 Prozent mehr verkauften Tickets." In der Vergangenheit wurden jährlich gut 15.000 Tickets verkauft.

Besucherzahlen

Auch gut: An den sogenannten Horber Abend gab es auch einen enormen Zuwachs. Wünsche schätzt, dass am Freitag- und Samstagabend zwischen 20 und 30 Prozent mehr Besucher kamen. Wünsche: "Mein Gefühl ist, dass sich die Ritterspiele damit als mittelalterliches Stadtfest etabliert haben. Die Abendgäste haben bis nachts zum Zapfenstreich ein Night-Market-Feeling aufgebaut. Ein Potenzial, welches man sicherlich noch ausbauen könnte!"

Als Verkaufsfördermaßnahmen gab es diesmal AOK-Tickets für günstigeren Eintritt. Jeder, der mit dem Baden-Württemberg-Ticket anreiste, bekam zwei Euro vom Eintrittspreis ermäßigt. Und: MPS hat diesmal auch speziell die US-Kasernen im Großraum Stuttgart beworben. Wünsche: "Deshalb hatten wir auch viele US-Amerikaner bei den Ritterspielen."

Der Erfolg der 22. Horber Ritterspiele –­ er zaubert auch Martin Scherer ein Lächeln aufs Gesicht. Denn: Zum ersten Mal veranstaltet die Stadt Horb die Ritterspiele. Bezahlt und verantwortet alles. Hat dafür 40.000 Euro Sicherheitsreserve im Haushalt zurückgelegt.

Scherer: "Für die Stadt war das ein gelungenes Wochenende. Wir gehen anhand der gestiegenen Besucherzahl davon aus, dass die Veranstaltung in der Summe funktionieren wird."

Insgesamt sei man bei der Kalkulation im Rahmen geblieben – bis auf Mehraufwendungen für die Sicherheitsmaßnahmen mit den Betonabsperrungen der Schillerstraße und der Notbeleuchtung mit Aggregaten.

Ende Juli, so erwartet Scherer, liegen dann alle Rechnungen auf dem Tisch. Nach der Sommerpause soll die Abrechnung dann dem Gemeinderat präsentiert werden. Er entscheidet dann, wie und in welchem Umfang die Ritterspiele weitergeführt werden.

Die Ritterspiele 2018: Kompakt wie lange nicht mehr. Flößerwasen, Inselspitze, Schillerstraße, Neckarstraße. Turnierwiese und Egelstal. Der Vorteil für die Besucher: Man musste nicht zum Festplatz oder Marktplatz laufen. Gestört hat das wenige. Obwohl der Bund Oberschwäbischer Landsknechte diesmal wenig Platz hatte, um seine Exerzierkünste zu zeigen. Nur vor dem Turnier.

Wünsche: "Das ist dem mangelnden Platz geschuldet. Dafür sind die Landsknechte und die Malteser dann in der Walking-Form durch die Menge. Dazu die vielen Gaukler –­das hat funktioniert."

Turnier

Das Turnier: Bis Sonntagmittag vier Mal ausverkauft. Kein Wunder. Diesmal hatte Horst Bulheller und seine EHS die alleinige Hoheit. Gut 110 Minuten gab Bulheller richtig Gas: Inszenierte nicht nur Action, sondern auch jede Menge Paraden, Comedy wie als Luitpold im Bully-Herbig-Style. Und auch reiterisch wurden Dressur-Elemente gezeigt. Das Publikum ging voll mit. Mit Lachern und Buh-Rufen für die Bösen. Martin Scherer: "Show-Einlagen kommen besser an als original mittelalterliche Spiele."

Markt

Die Marktstände: Teilweise gab es noch Lücken in der Neckarstraße. Jürgen Wünsche von MPS: "Wir könnten noch mehr Marktstände haben. Aber wir passen auf, dass wir Doubletten und in Fernost hergestellte Plastikschwerter vermeiden." Und die Horber auf der Neckarstraße sind auch zufrieden. Michael Widmann mit seiner Tuchweberey: "Ich habe viele Kunden, die hier ihre Modenschau mit den bei mir gekauften Stoffen machen und Neues kaufen. Vom Bodensee oder sogar von Stralsund."

Michaela Manenti sagt am Sonntagvormittag: "Samstag war der Keller bis zum Zapfenstreich immer voll."

Nicht ganz zufrieden: Viktor Berbekusz mit seinen handgeschmiedeten Messern und Schwertern auf der Neckarstraße: "Es wird immer dünner hier mit dem Umsatz." Jochen Rühl, der als Johann der Krämer seinen Stand am Flößerwasen hat, zeigt mit dem Daumen nach unten: "Wenn ich die Säcke erwische, die vergangene Nacht meinen Stand aufgeschlitzt haben und die ganzen Messer gestohlen haben. Dazu sind die Umsätze auch rückläufig. Viele kommen nur, um zu gucken."

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