Ideen-Import: Die Ritterspiele könnten von Anregungen durch den Horber Frühling profitieren. Foto: Maria Hopp

Großveranstaltung orientiert sich an Horber Frühling: Kombination von Markt und Historie geplant.

Horb - Der schwäbisch-elsässische Markt vom Horber Frühling wird jetzt wohl zum Vorbild für die Ritterspiele! Das bestätigt Benjamin Breisinger, Vorstand des Ritterspielvereins.

Breisinger: "Wir sind in ersten Gesprächen mit der Initiative Marktplatz und dem Projekt Zukunft vom Kloster, wie wir den oberen Marktplatz besser in die Ritterspiele einbinden können. Wir denken daran, ein Konzept ähnlich wie beim Horber Frühling zu machen."

Das heißt: Der obere Marktplatz wird bei den Ritterspielen ein Mix zwischen schwäbisch-elsässischem Markt, dazu die Bühne mit Horber Vertrag und der Mittelalter-Umzug. Breisinger: "Wir sind in Gesprächen, aber die Konzeptionsphase hat noch nicht begonnen."

Und damit hat das gefühlte Schlechtreden des oberen Marktplatz durch den Ritterspielverein offenbar ein Ende. Der inzwischen ausgeschiedene Vorstand Matthias Ertel hatte noch im November 2015 gesagt: "Die Akzeptanz für die Ritterspiele am Oberen Marktplatz schwindet. Über Jahre verzeichneten wir hier einen Besucherrückgang. Die Marktbeschicker haben uns signalisiert: Vergesst diesen Ort. Wir haben seit Jahren hier Umsatzrückgang." Bisher war während der Ritterspiele vor allem Kunsthandwerk auf dem oberen Marktplatz angesiedelt.

Ewald Loschko vom Projekt Zukunft hatte schon gesagt, dass sein Verein darüber nachdenke, eine große Alternativveranstaltung zu den Ritterspielen anzudenken. Denn das Kulturprojekt finanziert sich auch aus dem Essensverkauf während der Ritterspiele. Dazu wurden die Ritterspiele gegründet, um die Sanierung des Klosters zu finanzieren (wir berichteten).

OB Peter Rosenberger hatte sich immer dafür eingesetzt, dass die Ritterspiele auch nach dem Umzug 2015 auf den Festplatz wieder auf dem oberen Marktplatz stattfinden. Deshalb hatte er schon einen Gesprächstermin mit dem Ritterspiel-Veranstalter mps anberaumt. Dieser wurde aber kurzfristig abgesagt, weil mps nicht konnte. Ritterspielvereins-Vorsitzender Breisinger: "Ich gehe davon aus, dass dieses Gespräch demnächst stattfinden wird."

Allerdings: Wann die Ritterspiele wieder auf den oberen Marktplatz ziehen, ist noch nicht ganz klar. Breisinger: "Ich denke, wenn wir gemeinsam mit dem Projekt Zukunft und der Initiative Marktplatz eine Lösung finden wollen, reicht es auf 2016 nicht mehr."

Ein Hinderungsgrund könnte auch sein, ob die Baustelle vor der Stiftkirche rechtzeitig vor den Ritterspielen weg sein wird. Deshalb wurde der Marktplatz schon 2015 aus dem Event-Programm der Ritterspiele gestrichen.

Und in noch einem Punkt ist der schwäbisch-elsässische Markt, bei dem die Händler hochzufrieden waren, ein Vorbild für den Ritterspielverein. Breisinger: "Man hat gestern (beim Horber Frühling, Anm. d. Red.) schön gesehen, an welchen Ständen die Stadt den Aufbau gestattet hatte. Da war alles voll. Bei den Ritterspielen waren ganz andere Auflagen – unter anderem wegen Rettungs- und Fluchtwegen. Hier sehen wir auch Diskussionsbedarf." Sicher ist jedenfalls, so Breisinger: "Spätestens im Jahr 2017 wollen wir mit den Ritterspielen wieder auf dem oberen Marktplatz sein. Auch mit der Aufführung des Horber Vertrages und dem Umzug. Die historische Kulisse dort bietet das ideale Ambiente für die Ritterspiele."

Und damit dürfte auch der Umzug der historisch Gewandeten wieder durch die Kernstadt führen. Der Bund oberschwäbischer Landsknechte, die im vergangenen Jahr ihr Lager mit über 150 Mitwirkenden auf dem Festplatz aufgeschlagen hatten, machten den Umzug im vergangenen Jahr vom Festplatz zur Turnierwiese.

Peter Sitzer, Organisators des Lagers auf dem Festplatz, hatte schon gesagt, dass es auch kein Problem sei, vom Festplatz auf den Marktplatz und dann zur Turnierwiese zu gehen: "So etwas haben wir auch schon gemacht."

Und mit dieser Dreier-Kombination zwischen oberen Marktplatz, Festplatz und Turnierwiese kämen die Ritterspiele in Horb dem historischen Vorbild ein bisschen näher.

Der Horber Vertrag wurde von König Maximilian wohl auf dem Marktplatz vor dem Rathaus unterzeichnet. Die Landsknechte lagerten damals vor der Stadt.