Dass sie voller Tatendrang sind, zeigten die jüngsten Mühringer am Jubiläumsfest mit ihrem Baggertanz. Foto: Tischbein

Dorf zeigt sich bei Jubiläumsfest vielfältig und traditionsverbunden. Beach Party mit DJ-Boa.

Horb-Mühringen - Ein ganzer Stadtteil war am Wochenende auf den Beinen und viele Helfer trugen dazu bei, dass die 1225-Jahr-Feier Mühringens zu einem gelungenen Fest wurde.

 

Bei der Beach Party mit dem DJ-Boa-Team am Freitagabend war es zwar etwas zu kühl für Bikini oder Badehose, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Der Platz mit dem Hauptzelt und kleineren Zelten füllte sich gegen später zusehends.

Proppenvolles Zelt

Höhepunkt war am Samstagabend die Aufführung der Theatergruppe der Feuerwehr Mühringen und die anschließende Nacht der 1225 Lichter mit den Gäu Musikanten. Die Musiker mit ihrem Gesangsduo Bettina Eitelbuß und Jochen Welsch sorgten mit ihrer Böhmisch-Mährischen-Blasmusik für tolle Stimmung im proppenvollen Zelt.

Ein zünftiger Fassanstich mit Ortsvorsteherin Monika Fuhl und Oberbürgermeister Peter Rosenberger durfte natürlich auch nicht fehlen. Mit zwei gezielten Schlägen erledigte die Ortsvorsteherin bei ihrem ersten Fassanstich ihre Aufgabe mit Bravour. "Es waren die Mühringer aus vielen Jahrhunderten, die den Ort zu dem machten, was er heute ist", sagte Rosenberger in seinem Grußwort, in dem er auf die Geschichte und die jüdische Vergangenheit des Ortes einging, der am 3. Mai 789 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Er verglich das Leben früher mit unserer heutigen, schnelllebigen Zeit.

Mit der Gartenschau sei es in den letzten Monaten gelungen, ein Wir-Gefühl zu finden, stellte Rosenberger fest. Mühringen mit seiner 1225-jährigen Geschichte sei ein ganz wichtiges Mosaikstück im gesamtstädtischen Verbund.

An beiden Tagen hatte man die Möglichkeit, mit dem Eyachtäler Radexpress von Eyach über Mühringen nach Hechingen und zurück zu fahren. Ein Kunst- und Handwerkermarkt mit 27 Ständen lud zum Bummeln ein. Organisiert hatte den Markt Siska Teichert-van der Ploeg. Hier fand man eine Vielfalt an selbst gemachten Produkten, wie Senf, Öle, Essig oder Liköre, Brot, Ziegenkäse und Handarbeiten.

Die Anbieter waren aus der Region, aber auch aus Würzburg oder dem Badischen angereist. Dienstleister Tobias Kiefer zeigte einen Film über seine Arbeit und führte seine neuen Geräte vor, mit denen er jeden Tag auf der Gartenschau oder in der Stadt anzutreffen ist, wenn die vielen Blumen gegossen werden müssen.

Die alten Filme und Bilder aus früherer Zeit, die der ehemalige Ortsvorsteher Rolf Kiefer zusammengestellt hatte, und die interessanten Führungen mit Hans-Josef Ruggaber, bei denen er den Teilnehmern zeigte, wie viele Handwerksbetriebe und Geschäfte es früher in Mühringen gab, erfreuten sich großer Beliebtheit. Der Rundgang endete jeweils beim Haus von Ewald Wurster, der den Besuchern die Mikwe (das jüdische Ritualbad) in seinem Haus zeigte und viel über die Bräuche der Juden zu erzählen wusste.