Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb Hochbrücke: Baustart am 19. September

Von
So könnte sie aussehen: die Horber Hochbrücke. Baubeginn könnte nun doch schon in diesem Jahr sein. Foto: Stadt Horb

Horb - Nun kommt die Hochbrücke endlich: Und das Regierungspräsidium Karlsruhe nennt schon einen möglichen Termin für den Baustart: Mittwoch, 19. September.

Das wird wohl eine Genugtuung für alle "Hochbrücken-Helden" sein – also alle Politiker und Bürger, die sich seit Jahrzehnten dafür einsetzen, dass die Hochbrücke endlich den starken Durchgangsverkehr aus der Innenstadt in Horb herausholt.

Hans-Joachim Fuchtel, jetzt Staatssekretär für Ernährung und Landwirtschaft und CDU-Bundestagsabgeordneter der Landkreis Freudenstadt und Calw, hatte am Dienstag verkündet, dass die Baufreigabe für die Hochbrücke in ein paar Tagen erfolgt (wir berichteten). Fuchtel: "Wichtig ist neben der Priorisierung der Hochbrücke als Verkehrsprojekt jetzt auch, dass die Ausschreibungsunterlagen fertig gemacht werden."

Das legt noch einmal den Turbo für die Hochbrücke ein. Irene Feilhauer, Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe: "Seit Ende 2017 laufen bereits vorbereitende Arbeiten wie Grunderwerb, Rodungsarbeiten und Ausführungsplanung. Für das Bauwerk am Knotenpunkt B 32/ Abzweig nach Nordstetten sind die Planung des Bauwerks und die Straßenplanung weitestgehend abgeschlossen. Die Ausschreibung des Bauwerks könnte im Juni diesen Jahres starten. Ein möglicher Baubeginn wäre am 19. September 2018." Allerdings, so Feilhauer: Dieser Zeitplan gilt nur, wenn das Projekt vom Bund bis Mai 2018 freigegeben wird. Doch danach sieht es jetzt aus.

Vor einer Woche herrschte noch Skepsis

Genau eine Woche vor der "Durchbruch-Meldung" von Fuchtel hatte sich Nicolai Devaux vom Regierungspräsidium Karlsruhe noch skeptisch gezeigt, ob der Baubeginn für die Hochbrücke noch in diesem Jahr starten kann. Sein Argument: Der Haushalt steht erst im August (wir berichteten).

Doch nun wurde hier der Turbo eingelegt. Gemeinsam mit Stefan Bilges, dem neuen Staatssekretär im Verkehrsministerium, hat Fuchtel es geschafft, dass die Horber Hochbrücke automatisch als Projekt oberster Priorität im zu beschließenden Haushalt für Neubaumaßnahmen für dieses Jahr steht. Der CDU-Wahlkreisabgeordnete und Staatssekretär zum Schwarzwälder Boten: "Eine wesentliche Rolle hat der Fuchtel gespielt. Er hat immer wieder Druck gemacht."

Wer sind die "Hochbrücken-Helden"?

Fuchtel: "Seit 1987 sitze ich im Bundestag. Als die Entscheidung für die Hochbrücke gefallen ist, habe ich mich als Demokrat der Geschäftslage gestellt. Und ich habe es als meine Aufgabe gesehen, so früh wie möglich die Umsetzung voranzutreiben. Insofern hat die Hochbrücke einen nennenswerten Anteil an meiner Arbeitszeit im Bundestag und Ministerium eingenommen."

Und wie hat es jetzt doch noch geklappt? Fuchtel: "Auch in der Zeit, als es nur eine geschäftsführende Regierung gab, habe ich die Haushaltsentwicklung immer genau beobachtet. Im Verkehrsetat gab es dafür eine Option. Da bin ich das ganze Jahr immer wieder vorstellig geworden. Unabhängig davon war es wichtig, mit der SPD-Kollegin Saskia Esken ein gutes kollegiales Einvernehmen zu haben. Das wahlkreissolidarische Verhalten ist sehr gut angekommen in Berlin. Ich habe sie auch immer auf dem Laufenden gehalten."

Wer sind die "Hochbrücken-Helden"? Saskia Esken, SPD-Bundestagsabgeordnete, bestätigt das: "Es war eine hervorragende Zusammenarbeit mit Fuchtel. Ich habe meine Aufgabe darin gesehen, bei den eigenen Kollegen aus der Fraktion –­ die ja teilweise aus anderen Bundesländern kommen –­ Überzeugungsarbeit für die Hochbrücke zu leisten und habe die bei der Stange gehalten. Ich bin froh, dass damit das Projekt endlich starten kann. Ich schätze, dass viele Horber nicht mehr dran geglaubt haben."

Michael Theurer (FDP), Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Oberbürgermeister von Horb, ist einer der "Erfinder der Hochbrücke": "Die Entscheidung trifft die Regierungsfraktion aus CDU und SPD. Fuchtel sitzt da näher dran, und ich freue mich, dass Horb jetzt Glück hat. Zeitrekorde bricht die Maßnahme nicht."

Reihenfolge der Projekte im Landkreis festgelegt

Teilweise, so erzählen gut informierte Kreise dem Schwarzwälder Boten, stand Theurer mindestens einmal im Monat auf der Matte des Landesverkehrsministeriums, um Druck für die Vorbereitungs-Arbeiten für die Hochbrücke zu machen. Theurer: "Jedes Mal, wenn Winfried Hermann mich sieht, sagt er als erstes: ›die Brücke!‹" Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte schon vor über fünf Jahren dem Schwarzwälder Boten gesagt: "Ich bin Fan der Horber Hochbrücke."

Timm Kern, FDP-Landtagsabgeordneter aus Horb: "Für mich sind die Helden der Hochbrücke einmal die Horber Bürger Walter Meyer und Klaus Hermann Ruhland. Sie haben die Planungen massiv vorangetrieben. Und Daniel Wochner als Vorsitzender des Bürgerbündnisses, der gemeinsam mit SPD und Grünen das Projekt unterstützt hat. Ganz wichtig ist auch der ehemalige Landrat Peter Dombromsky, der die CDU auf die Hochbrücke eingeschwenkt hat und durch den Doppelbeschluss der Landkreise den Schulterschluss für alle Projekte erreicht hat."

Denn, so erinnert Theurer: "Im Bündnis mit Nagold und Rottenburg haben wir die Reihenfolge der Projekte für die Bundesstraßen festegelegt: Die Umfahrung von Ergenzingen, Nagold und die Hochbrücke. In Freudenstadt war es zunächst das Schopflocher Päckle, der vierspurige Ausbau der Stuttgarter Straße, die Hochbrücke Horb und dann der Tunnel in Freudenstadt."

Und was sagt Horbs OB Peter Rosenberger zu der guten Nachricht? "Imposant, was Hans-Joachim Fuchtel in seiner Schlüsselposition innerhalb der Bundesregierung da für uns erreicht hat. Wir hoffen natürlich, dass jetzt wirklich alles so kommt. Ich denke, wir werden alle Hochbrücken-Helden dann würdigen, wenn das Bauwerk fertig ist und wir oben stehen, um das Band zu durchschneiden." Und auch dieser Termin –­ wenn jetzt alles endgültig beschlossen wird –­ steht auch schon. Im Frühjahr 2022!

Irene Feilhauer, Sprecherin des RP Karlsruhe: "Die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für den Straßenbau einschließlich Stütz- und Lärmschutzwände auf der Seite Nordstetten ist im Zeitraum August 2018 bis Februar 2019 vorgesehen. Die Ausführung dieser Leistungen könnte dann von März 2019 bis September 2020 erfolgen. Die Ausschreibung für den Straßenbau auf Seite Horb mit Talbrücke ist im Zeitraum Herbst 2018 bis Sommer 2019 eingeplant. Die Ausführung könnte danach starten. Geplantes Bauende für das Gesamtvorhaben: Frühjahr 2022."

Neues Verkehrskonzept für Innenstadt muss her

Falls der Baubeginn für die Hochbrücke wirklich am 19. September ist – lässt dann die Stadt die Korken knallen? OB Rosenberger: "Das große Stadtfest ist kurz vorher. Damit hätten wir schon einen geeigneten Termin."

Doch mit dieser Perspektive ist die Arbeit für die noch aktiven "Hochbrücken-Helden" noch lange nicht zu Ende. Rosenberger: "Jetzt ist der Startschuss gekommen, wo wir uns Gedanken für ein neues Verkehrskonzept über die Innenstadt der Zukunft machen können. Und der Schulterschluss der Bundes- und Landespolitiker muss weiterhin funktionieren. Denn: Erst mit dem Abschluss der Beseitigung des Bahnübergangs Seewald, des Weiterbaus der Bundesstraße von dort aus bis zum Industriegebiet Heiligenfeld und die Umfahrung Rauher Stich ist die bestmögliche Verkehrsentlastung für Horb erreicht!"

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.