Gar nicht so leicht, das richtige Kleid für den großen Tag zu finden. Foto: Lück

Miriam Gausche-Züfle lässt bei Brautkleid-Suche auf Vox Emotionen freien Lauf.

Horb-Talheim/Waldachtal-Salzstetten - Lachen, weinen, zweifeln, zittern – Miriam Gausche-Züfle erlebte die ganze Achterbahn der Gefühle und wurde damit dem Titel der Vox-Sendung gerecht: "Zwischen Tüll und Tränen".

Wie wird ihr Auftritt werden? Miriam Gausche-Züfle fieberte der Ausstrahlung entgegen. Jetzt war es endlich soweit. Ein Reality-Format ist immer auch ein Ritt auf der Rasierklinge. Was macht Vox aus dem fünfstündigen Dreh? Wird man so dargestellt, wie man ist? Das Nachmittagsprogramm des privaten Senders ist beliebt. Erst "Shopping Queen", dann "Makel? Los!" und "Zwischen Tüll und Tränen". Alles maßgeschneidert für die gewünschte Zielgruppe.

Maßgeschneidert ist das perfekte Stichwort. Denn die 36-Jährige aus Talheim hatte sich für die Brautkleid-Suche bei Vox beworben. Die Friseurin, die in Salzstetten seit einigen Jahren das "La Miriage" betreibt, hatte schon lange die Sendung im Fernsehen verfolgt. Dann fasste sie einen Entschluss: "Da mache ich auch mit." Sie bewarb sich, und kurze Zeit später kam tatsächlich die Zusage. Ih rem zukünftigen Ehemann Denis Züfle hatte sie von ihrer Bewerbung zunächst nichts erzählt. Doch der machte mit. Und kurz nach der standesamtlichen Hochzeit kam es zum Drehtermin.

Prinzessinnen-Kleid als Kindheits-Traum

Mitgenommen hatte sie ihre Mutter, ihre Schwägerin und zwei Freundinnen. Los geht es in der Sendung auf der Königstraße. Ein perfekter Start. Denn die Talheimerin war in ihrer Ausbildungszeit immer wieder an dem Brautmoden-Geschäft "Da Vinci" vorbeigelaufen. "Prinzessin-Kleider, das wollte ich immer schon", sagt sie mit funkelnden Augen.

Prinzessin sein – das ist eh das große Motto von Miriams TV-Auftritt. Mutter Eveline Freistühler berichtet davon, wie ihre Tochter als Kind immer mit Barbie-Prinzessinnen spielte. "Da wollte sie auch immer die Sondereditionen, die hat sie bis heute noch eingepackt und nie bespielt."

Als Miriam das Geschäft betritt, umarmt sie erst einmal herzlich Nihal Saridemir. Die Inhaberin des "Da Vinci" braucht für diesen Nachmittag gute Nerven. Denn die Talheimerin wird sich in der Folgezeit als Herausforderung erweisen.

Das Budget ist für "Da Vinci"-Verhältnisse schmal, die Träume groß. So wird es auch eingeblendet. Budget: 2000 Euro, Traumkleid: Prinzessin, viel Glitzer, Pailletten. Der Kommentator sagt: "Entweder muss sie die Ansprüche herunterschrauben oder das Budget hoch." Freundin Sarah ist dennoch optimistisch: "Wenn Du hier nichts findest, dann weiß ich auch nicht." Ob sie da wirklich Recht hat?

Miriam – die gerne lacht und damit auch andere anstecken kann – treibt der geduldigen Nihal Saridemir Schweißperlen auf die Stirn. Die versierte Verkäuferin gibt der fröhlichen Friseurin einen guten Rat: "Schaue nicht auf die Puppen." Denn die haben Kleider an, die bei Weitem nicht im Budget liegen. Im "Da Vinci" gibt es Brautkleider bis 25 000 Euro. Und auch das Kleid, mit dem Miriam sofort liebäugelt, kostet mehr als 4000 Euro.

Also orientiert sich Nihal erst einmal an den heruntergesetzten Kleidern. Gleich das erste kostet "nur" 1350 Euro. Und die Talheimerin macht darin eine gute Figur. Findet Nihal und finden auch die Begleiterinnen.

Doch so ganz ist es nicht nach dem Geschmack von Miriam. Sie möchte lieber noch weitere Kleider anprobieren. Die Expertin hat mittlerweile kein gutes Gefühl mehr. Als Nihal Kleid Nummer drei vorbereitet, kommentiert die Mutter: "Das ist es!" Die Verkäuferin reagiert: "Meinen Sie? Ich bin mir mittlerweile nicht mehr so sicher." Ihre Prognose: Miriam wird an diesem Tag nicht mit einem Kleid aus dem Geschäft gehen.

Für die anspruchsvolle Kundin wird das Ganze mittlerweile zur Nervenschlacht. Vor lauter Druck, sich nicht entscheiden zu können – und sich vielleicht auch nicht ihr Wunschkleid leisten zu können – fließen bei Miriam die Tränen.

Kleid liegt über Budget

Dann möchte die sympathische Miriam doch ein Kleid probieren, dass mehrere hundert Euro über dem Budget liegt. Als sie es anhat, wird sie von ihren Gefühlen überwältigt. Wieder ist sie hin- und hergerissen. Es gefällt ihr gut, aber es ist teurer als geplant. Und ist es dafür auch wirklich das perfekte Brautkleid? Die Expertin zieht da lieber die Reißleine. An diesem Tag kann es nicht mehr gelingen. Das sei nicht ungewöhnlich, berichtet Nihal. Nur jede dritte Braut kaufe dann tatsächlich bei ihr ein Kleid.

Ob Miriam wiederkommt? Ja, das tut sie tatsächlich drei Wochen später, ohne Film-Entourage. Und es gibt ein Happy-End. Miriam findet ihr Prinzessinnen-Kleid, dafür gibt es den "Bild-Beweis". Allerdings für 3000 Euro, also deutlich über dem Limit. Dafür muss der Audi A4 dran glauben. "Den haben wir nun verkauft. Das war zwar eh geplant, weil ich mich verkleinern wollte, aber das Geld war eigentlich für andere Dinge bei der Hochzeit eingeplant."

Verraten wird hier noch nicht, wie das Kleid genau aussieht. "Denis liest den Schwabo-Artikel sicherlich." Am 21. September ist die kirchliche Hochzeit. Dann wird das Geheimnis gelüftet. Miriam bereut ihren TV-Auftritt nicht. "Ich finde, dass ich so rüberkomme, wie ich bin. Ich bin halt auch im wirklichen Leben ein bisschen verpeilt", erzählt sie lachend. "Vieles Lustige ist leider nicht reingekommen. Da hätte man jede Menge Outtakes (Pannen, die rausgeschnitten werden, Anm.d.Red.) zusammenbekommen."

Weitere Informationen: Die Folge mit Miriam ist auf tvnow.de abrufbar.

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