Der Interessenverband Gäubahn macht sich für den baldigen Ausbau der Strecke stark. Foto: Hopp

Ausbau nicht im vordringlichen Bedarf: Verband fordert höhere Einstufung im Verkehrswegeplan.

Horb - Enttäuscht ist der Interessenverband Gäubahn von der Tatsache, dass der Ausbau der Gäubahn nicht wieder in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde. Erklärtes Ziel ist es, dies bis zum Herbst 2016, wenn der Plan endgültig beschlossen wird, doch noch zu schaffen.

"Unsere Enttäuschung ist vor allem deshalb so groß, weil die Gäubahnanlieger auf der Grundlage der bisherigen Einstufung des Ausbaus im Bundesverkehrswegeplan sowie weiterer Zusicherungen die Vorfinanzierung von Planungskosten in ganz erheblichem Umfang übernommen haben", erklärte Rainer Kaufmann, Geschäftsführer des Interessenverbandes Gäubahn, auf Anfrage. Der Interessenverband mit seinem Vorsitzenden Guido Wolf (CDU) will sich deshalb umgehend an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wenden.

"Als wir rund 300 000 Euro für die Planung des zweiten Gleises Horb/Neckarhausen ausgegeben haben, konnten wir mit gutem Gewissen davon ausgehen, dass die Maßnahme nicht nur geplant, sondern auch realisiert wird. Für ein unsicheres Projekt hätten wir kein Geld ausgegeben", sagt Kaufmann. Da im bislang gültigen Bundesverkehrswegeplan der Gäubahnausbau enthalten war, fordert man jetzt vom Bundesverkehrsminister eine Korrektur des Entwurfs und die erneute Einstufung aller Maßnahmen in den vordringlichen Bedarf.

Unverständlich ist für die Gäubahnanlieger, warum das Projekt dem Entwurf zufolge "neu definiert" werden soll, und sie fragen sich, bis wann mit dem Abschluss dieser Projektdefinition zu rechnen sei.

Zudem will man von Dobrindt wissen, welchen Stellenwert die zwischen Deutschland und der Schweiz 1996 getroffene Vereinbarung von Lugano heute noch habe. Die Bundesregierung hatte sich damals genauso wie die Schweiz zum Ausbau der Gäubahn als Zulaufstrecke zum neuen Gotthard-Tunnel verpflichtet. Während die Schweiz alles wie vereinbart gebaut habe, sei auf deutscher Seite nichts passiert, stellt Kaufmann resigniert fest.

"Wir versprechen uns jetzt viel von einem Fachgespräch mit der Spitze des Verkehrsministeriums", so Kaufmann. Außerdem setzt man auf das gemeinsame Engagement aller Abgeordneten aus den Raumschaften entlang der Gäubahn.