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Horb/Freudenstadt Bringt das GVT die Umfahrung Hohenberg?

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Mit der Fertigstellung der Hochbrücke könnte der Hohenberg zum echten Nadelöhr werden. Das geplante Güterverkehrsterminal im Heiligenfeld könnte den Druck auf die Politik erhöhen, Planung und Geld für die Umfahrung locker zu machen. Foto: Lück

Horb/Freudenstadt - Wird das Loch hinter der zukünftigen Hochbrücke bis zum Industriegebiet Heiligenfeld gestopft? Bei der Entscheidung von Landesverkehrsminister Winfried Hermann für die Weiterführung könnte das geplante Güterverkehrsterminal die entscheidende Rolle spielen.

Es geht um eine entscheidende Zukunftsfrage für die ganze Raumschaft: Staut sich bald alles zwischen AHG und Real, wenn die Hochbrücke fertig ist? Ist das geplante Güterverkehrsterminal (GVT) der entscheidende Domino-Stein für die Durchsetzung der Komplett-Lösung Hochbrücke-Umfahrung Hohenberg-Rauher Stich-Freudenstadt?

Das hofft Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger: "Das geplante Güterverkehrsterminal ist ein neuer Baustein. Es ist auf die komplett ausgebaute neue Infrastruktur angewiesen. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Güterverkehrsterminal das Gesamtprojekt mit der Umfahrung Hohenberg positiv unterstützt und flankiert."

Mega-Projekt Hochbrücke liegt im Plan

Auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist ein großer Fan des Güterverkehrsterminals. Eine Verladestation, bei der Container von der Bahn auf Lastwagen umgeladen werden.

Er hatte erst massiv für den Standort Eutingen geworben. Das war durch einen Bürgerentscheid gescheitert (wir berichteten). Jetzt ist Horb dran, dieses Güterverkehrsterminal gemeinsam mit Speditionsfirmen im Industriegebiet Heiligenfeld auf die Beine zu stellen.

Am 28. Juli, so OB Rosenberger, wird das Projekt mit den Investoren im Gemeinderat öffentlich vorgestellt.

Und alle Politiker aus der Gegend schieben mit, dass es schnell etwas wird mit der Umfahrung Hohenberg.

SPD-Chefin Saskia Esken und Bundestagsabgeordnete von Calw und Freudenstadt: "Neben der Hochbrücke sollte die weitere Verkehrsanbindung bis Freudenstadt aus einem Guss sein. Wenn es dort Probleme geben sollte, werden wir sie lösen."

Der CDU-Landtagsabgeordneter Norbert Beck sagt: "Neben der Hochbrücke sind nach meinen Informationen auch die Probleme beim Güterverkehrsterminal ausgeräumt. Dabei hat Staatssekretär Fuchtel seinen Einfluss geltend gemacht, um beispielsweise die Weichenproblematik auszuräumen. Es macht ja wenig Sinn, wenn man ein durchgehendes Verkehrskonzept zwischen Freudenstadt und der Autobahn hat. Und welches bedeutet, dass durch die Hochbrücke und das Güterverkehrsterminal deutlich mehr Schwerlastverkehr zu erwarten ist – und dann müssten alle Fahrzeuge durch das Nadelöhr im Gewerbegebiet Hohenberg!"

Der scheidende Landtagsabgeordneter betont: "Ich selbst werde bis zum meinem Ausscheiden aus dem Landtag im April 2021 alles dafür tun, damit die Umfahrung Hohenberg kommt."

FDP-Landtagsabgeordneter Timm Kern: "Wenn die Vorzugsvariante Ende des Jahres vorliegt, muss das Land ohne Unterbrechung an der Hohenberg-Umfahrung weiterplanen. Das Verkehrsministerium darf kein Nadelöhr wegen zu geringer Planungskapazitäten sein. Und der Horber Hohenberg darf kein lärmbelästigtes Nadelöhr werden."

Fakt ist: Das Regierungspräsidium ist gerade dabei, die möglichen Varianten für eine Umfahrung des Hohenbergs zu prüfen (wir berichteten). Clara Reuß, Sprecherin des RP Karlsruhe: "Von einer Einstellung der Planung kann keine Rede sein." Allerdings: Das Land hatte die Planungen zunächst gestoppt.

Reuß: "Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Ortsumfahrung Horb-Hohenberg lediglich im weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestellt – und damit in einer nachrangigen Priorität. Diese Einstufung hatte zunächst dazu geführt, dass das Projekt in der Umsetzungskonzeption des Landes keine Berücksichtigung fand."

Jedoch hat die Stadt Horb mit der Kostenübernahme von eine Millionen Euro an den Planungskosten dieses Hindernis beseitigt. Die RP-Sprecherin: "Da aber bereits mehrere Planungsaktivitäten erfolgt waren, die Umweltverträglichkeitsstudie initiiert war und außerdem die Stadt Horb rund eine Million Euro zur Finanzierung der Planung zugesagt hatte, fiel die Entscheidung des Verkehrsministeriums die Planungen weiter zu betreiben. Und zwar zunächst bis zum Abschluss der Vorplanung mit Festlegung der Vorzugsvariante."

Diese Planung soll Ende des Jahres fertig sein. Reuß: "In der Variantenuntersuchung werden fünf Varianten gegenübergestellt. Unter Beachtung zahlreicher Kriterien, wie verkehrliche Wirkung, Umwelt und Baukosten, wird die Vorzugsvariante ermittelt. Das Ergebnis der Vorplanung stellt die Vorzugsvariante dar."

Heißt: Horb weiß vielleicht zu Weihnachten, ob es weiter gegen die Mitbenutzungstraße kämpfen muss. Denn: Rathaus und Gemeinderat kämpfen – ähnlich wie die Bürger in den vergangenen Beteiligungsrunden – für eine Umfahrung. Die soll durch die Breitenbaumhöfe gehen, wie OB Peter Rosenberger am Mittwochmorgen noch einmal bestätigt hatte.

Bei diesem Pressetermin an der Durchgangsstraße hatten die freien Wähler in der Regionalversammlung Nordschwarzwald mit Fraktionschef Volker Schuler, Hans Kern und Wolfgang Kronenbitter Druck gemacht, dass die Umfahrungspläne bis zur Planfeststellung durchgezogen werden.

Doch wer entscheidet das? RP-Sprecherin Reuß: "Vor dem Hintergrund der nachrangigen Einstufung im Bundesverkehrswegeplan ist nach Vorliegen der Vorzugsvariante als Ergebnis der Vorplanung, von Bund und Land gemeinsam zu entscheiden, wie mit weiteren Planungsschritten verfahren werden soll."

Dabei – so wurde auch schon beim Pressetermin am Mittwochmorgen betont – spielt Landesverkehrsminister Winfried Hermann eine wichtige Rolle. Und das geplante Güterverkehrsterminal könnte auch für ihn ein gewichtiges Argument sein.

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