Talheim-21-Sprecher Dietmar Meintel tritt bei der Montagsdemo gegen S 21 ans Rednerpult.
Horb-Talheim/Stuttgart - Widerstand vereint. Gestern trat Dietmar Meintel, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Talheim 21, auf der 256. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 auf. Die Talheimer BI wehrt sich gegen die geplante Steinbruchauffüllung.
Matthias von Hermann, Sprecher der S-21-Gegner Parkschützer: "Das ist der erste offizielle gemeinsame Auftritt der beiden Bewegungen gegen Stuttgart 21."
Nachdem die "Capella Rebella" mit dem passenden Song "Wer hat denn den Käse zum Bahnhof gerollt" die Demonstranten rund um die Bühne auf dem Schloßplatz gelockt hatte, moderierte Robert Bongartz den Talheimer an: "Auch weit entfernt von Stuttgart hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Belastungen von Stuttgart 21 gegründet." Aus der Menge der gut 500 Demonstranten kommen "Super"-Rufe.
Bürgerinitiative soll gezielt verleumdet worden sein
Dann stellt sich Meintel auf die Bühne mit dem hellgrünen (Kopfbahnhof-) K-21-Logo. Der Sprecher der BI gegen Talheim 21 gibt zwar zu, dass die Mehrheit der Talheimer für Stuttgart 21 gestimmt hat: "Aber es ist auch richtig, dass die überwiegende Anzahl der Bürger gar nicht bei der Abstimmung war. Und es ist doch sicherlich auch richtig, dass wir alle, ob die Bürger von Stuttgart oder von Talheim oder sonst woher auch immer, hier einer politischen Täuschung und einem Durchdrücken von Interessen, also nach dem Motto ›Geld regiert die Welt‹, aufgesessen sind."
Dann betont er, dass die Bürgerinitiave "gezielt" verleumdet wird: "Es wird uns die Zerstechung von Reifen des ehemaligen Steinbruchbetreibers vorgeworfen, und es wird uns vorgeworfen, dass wir Mitglieder des Ortschaftsrates sowie sogar deren Kinder bedrohen würden. Dass das alles ausnahmslos Lügen sind, das ist sicher." Einige im Publikum rufen "Lügenpack".
Dann geht Meintel auf die Situation in Talheim ein, seitdem die Pläne bekannt wurden: "Die Häuser im Ortskern von Talheim sind praktisch unverkaufbar geworden. Aber diese Probleme kennen Sie auch schon in Stuttgart. Wir Talheimer hoffen und beten, dass wir es noch schaffen, dieses wahnsinnige Projekt zu verhindern."