Gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinales in Bildechingen räumt die Verbands- und Stützpunkttrainerin Christina Singer-Bath auch Stefanie Stemmer (unser Bild) ein. Foto: Wagner

Entscheidungen fallen am Wochenende. Gute Chancen für Stefanie Stemmer. Verbandsspiele werden Ausschlag geben.

Christina Singer-Bath gehört als Verbandstrainerin zum Trainerteam beim Württembergischen Tennisverband in Stuttgart-Emmerholz. Beim BMW-AHG-Cup des TC Bildechingen wird sie nächste Woche genau mitverfolgen, wie sich ihre Schützlinge im Horber Stadtteil schlagen werden.

 

Die 36-jährige Tochter des ehemaligen Handballer-Nationalspielers und Weltmeisters von 1955, Horst Singer, begann ihre Profilaufbahn nach ihrem Abitur. Am 11. September 1995 erreichte sie mit Position 41 ihre beste Platzierung in der Weltrangliste. Wir haben uns im Vorfeld des am Wochenende beginnen den Damen-Turnier in Bildechingen mit ihr unterhalten.

In der kommenden Woche steigt das 10 000 Dollar-Satellite Turnier. Wie sind ihre Spielerinnen, die sie in Bildechingen betreuen werden, derzeit so drauf?

Laura Schaeder aus Leinfelden und Stefanie Stemmer, die beide im Leistungszentrum bei mir trainieren, sind gut in Form und von den zwei erwarte ich mir einiges nächste Woche. In Bildechingen sollten sie schon bis ins Halbfinale kommen. Bei Stefanie Vorih wechseln sich gute und schlechte Tage ab, dadurch bedingt, dass bei ihr vor drei Monaten das Pfeiffer’sche Drüsenfieber festgestellt wurde.

Sie entscheiden mit über die Vergabe der Wildcards für das Turnier. Nach unseren Informationen sind noch vier Plätze offen. Wer wird diese bekommen?

Eine Wildcard für das Hauptfeld wird Paula Götz (Jahrgang 1997) bekommen, die ein halbes Jahr nach ihrer Handgelenk-Operation wieder langsam in Tritt kommt. Über die anderen drei, eine weitere für das Hauptfeld und zwei für die Qualifikation, wird erst an diesem Wochenende endgültig entschieden. Wir wollen noch die Verbandsspiele abwarten, da einige von den möglichen Kandidatinnen leicht angeschlagen sind. Es wird aber Spielerinnen der Jahrgänge 1998 und 1999 betreffen.

Wie sieht ihre Aufgabe als Verbandstrainerin beim Württembergischen Tennisverband konkret aus?

Ich bin seit dem Jahr 2000 Verbandstrainerin am Leistungsstützpunkt und kümmere mich um den weibliche Nachwuchs ab 15 Jahren und in Ausnahmefällen auch früher. Ich bin hier zumeist am Stützpunkt vor Ort und Jasmin Wöhr betreut die Spielerinnen bei den Turnieren. Bei den Turnieren nächste Woche in Bildechingen, danach in Hechingen und Bad Saulgau tauschen wir aber die Rollen.

Wie hat sich der Tennissport im Damenbereich seit ihrem Karriereende verändert?

Das Spieltempo hat auch bei den Frauen deutlich zugenommen. Es gibt dadurch kaum noch Spielerinnen, die sich, wie ich zu meiner Zeit, ans Netz vor wagen. Alles spielt sich an der Grundlinie ab. Serve- und Volley-Spielerinnen wie Martin Navratilova in ihrer Zeit sterben aus.

Wie ist es zu erklären, dass die deutschen Damen in der Weltspitze deutlich breiter und besser aufgestellt sind als die männliche Konkurrenz?

Das ist sicherlich auch ein großer Verdienst unserer Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner. Barbara ist die Förderung des Tennisnachwuchs ein großes Anliegen und sie steht im engen Kontakt mit den Verbandstrainern in den Stützpunkten. Sie wird auch beim 25000 Dollar-Turnier in Bad Saulgau höchstpersönlich vor Ort sein. Für unsere Tennis- Damen ist es im Gegensatz zu den Männern selbstverständlich für ihr Land anzutreten und der Einzug ins Fed-Cup Endspiel ist sicherlich auch das Verdienst von Barbara. Zusätzlich denke ich, dass für die Damen auch durch das Engagement von Porsche einiges im Nachwuchsbereich gemacht wird.

Wie sehen Sie die Perspektiven für Spielerinnen wie Laura Schraeder und Stefanie Stemmer, die in der Weltrangliste ab Position 500 zu finden sind?

Man darf nicht vergessen, dass sich die beiden nach ihrem Abitur erst zwei Jahre voll und ganz auf den Tennissport konzentrieren. Spätestens in der kommenden Saison sollten sie aber einen Sprung auf die Position 300 machen und sich dadurch auch automatisch für das Hauptfeld der 25000 Dollar Turnier-Serie qualifizieren. u Die Fragen stellte Volker Haag.