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Horb a. N. Zweijährige Vollsperrung bringt Einschränkungen

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So soll es einmal aussehen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind: links die Häuser an der Nordstetter Alemannenstraße, dahinter der Abzweig in die Kernstadt Horb. Hinten ist die Hochbrücke Richtung Rauschbart zu sehen. Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe (Visualisierung)

Horb - Jetzt ist es raus: Am gestrigen Montag veröffentlichte das Regierungspräsidium Karlsruhe die offiziellen Daten zur zweijährigen Vollsperrung zwischen dem Autobahnanschluss Horb und der Großen Kreisstadt. Mit so mancher Überraschung.

Die erste Überraschung: Das Regierungspräsidium verschickte die Pressemitteilung am Montag um 9.59 Uhr. Mit der konkreten Umleitungsstrecke.

Das Rathaus Horb hatte angekündigt, vor dem Bekanntwerden der Umleitungsstrecke noch eine ausführliche Stellungnahme abzugeben. So forderte beispielsweise Mühlens Ortschaftsrat, eine Verbot für Lkw über zwölf Tonnen schon an der Autobahnabfahrt aufzustellen.

Montagmittag schreibt Rathaussprecherin Inge Weber: "Wir werden erst heute am späten Nachmittag die Umleitungspläne offiziell mit dem Regierungspräsidium besprechen!"

Einschränkungen auch für Nordstetten

Klar ist – wie von vielen befürchtet, so schreibt das Regierungspräsidium Karlsruhe: "Von Horb aus geht es über die Landesstraße 370 nach Mühlen, dann ab Ortseingang Mühlen über die Kreisstraße 4769 und 4795 vorbei an Ahldorf wieder auf die Bundesstraße 32 in Richtung Autobahn. Dieselbe Umfahrung erfolg in gegenläufiger Richtung."

Auch überraschend: Die Vollsperrung beginnt schon an der Kreuzung zwischen der Bundesstraße 32 und dem Abzweig nach Richtung Ahldorf beziehungsweise Hirschhof/Mühringen in der anderen Richtung. Heißt wohl: Auch Nordstetter haben die nächsten zwei Jahre keine Chance, über die B 32 hinter der Ritterschaftsstraße rechts auf die Autobahn zu kommen.

Und wer sich das Bild des geplanten Brückenbauwerks aus Höhe Froschgasse anschaut, kann auch ahnen, warum so massiv abgesperrt wird: Die Brücke muss natürlich weiter angeschlossen werden.

Dazu müssen auch die Auf- und Abfahrten Richtung Nordstetten gebaut werden. Und sicherlich werden auch die Hügel voller Schutt und alten Straßendecken, die sich jetzt nördlich der Bundesstraße 32 neben der Brücke befinden, in die anderen Baustellen mit eingebaut werden. Dazu muss der insgesamt dreispurige Übergang der Bundesstraße vor der Brücke natürlich auch an die vorhandene Trasse hinter der Vollsperrung angepasst werden.

Wo soll der Schwerlastverkehr langfahren?

Das Regierungspräsidium schreibt dazu: "Den Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, von Süden auf der A 81 kommend die Anschlussstellen Sulz oder Empfingen und von Norden kommend, die Anschlussstelle Rottenburg mit Fernziel Freudenstadt zu nutzen. Der Anschluss an die A 81 aus dem Bereich Hohenberg erfolgt über die Anschlussstelle Rottenburg."

Diese Anschlussstelle soll aber in ein vierspuriges "Kleeblatt" umgebaut werden. Beißt sich das mit der Vollsperrung in Nordstetten?

Lisa Schlager, Sprecherin des dafür zuständigen Regierungspräsidiums Stuttgart: "Der Baubeginn an der Anschlussstelle Rottenburg ist nach aktuellem Stand für das zweite Quartal 2021 vorgesehen. Für die Bauzeit sind nach aktuellem Kenntnisstand voraussichtlich rund 15 Monate eingeplant. Die Kosten liegen aktuell bei rund 17,5 Millionen Euro. Die konkreten Verkehrsführungen werden im Vorfeld der Ausschreibung abgestimmt. Aus diesem Grund können noch keine endgültigen Aussagen hierzu getroffen werden.

Nach aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass alle Fahrbeziehungen aufrecht erhalten werden können, sodass die Baumaßnahme die Vollsperrung in Nordstetten voraussichtlich nicht tangieren wird."

Wie kommen die Nordstetter in Zukunft zur Autobahn?

Das RP Karlsruhe: " Die Anbindung Nordstetten ist weiterhin über die L 396 Empfingen sowie über die L 459/ Hirschhof/Nordstetten Ost möglich."

Wird die Straße über Isenburg jetzt wieder zur Alternativ-Umleitung?

Isenburgs Ortsvorsteher Stefan Blank verweist genau wie sein Mühlener Kollege Michael Eitelbuss auf die Info-Veranstaltung des Rathauses am Montagnachmittag. Fakt ist, so schreibt das RP Karlsruhe: "Derzeit finden noch bis voraussichtlich Ende Juli Sanierungsmaßnahmen an der Alten Nordstetter Steige statt, damit die als Umleitung für Busse und Notfahrzeuge genutzt werden kann. Sämtliche Geschäfte in Fahrtrichtung Nordstetten können bis zum Schild ›Ortsende Horb‹ weiterhin angefahren werden."

Warum dauert die Vollsperrung bei Nordstetten zwei Jahre?

Das RP begründet die lange Dauer mit den aufwendigen Bauarbeiten. In der Mitteilung heißt es: "Dabei werden auf Nordstetter Seite Kanalarbeiten, die Stützbauwerkerstellung und weitere Hangsicherungskonstruktionen (Bewehrte-Erde-Konstruktionen) und der Straßenbau in diesem Bereich durchgeführt. Unter anderem werden Stützwände mit einer Höhe von bis zu 9,5 Meter und Lärmschutzwände mit einer Höhe von bis zu zwei Meter errichtet."

Auch südlich der Brücke passiert Gewaltiges. In der Mitteilung heißt es: "Auch die Errichtung des neuen Verkehrsknotenpunktes zum südlichen Anschluss der B 32 an die Innenstadt in Horb ist Teil dieses Bauabschnitts. Für die Herstellung der Ingenieurbauwerke müssen talseitig Baugruben mit einer Tiefe von bis zu zehn Metern und einer Breite von 16 Meter hergestellt werden. In Verbindung mit der Herstellung der bergseitigen Stützwand, den geplanten Straßenbauarbeiten und den umfangreichen Kanalbauarbeiten, kann die Baumaßnahme nur unter Vollsperrung der B 32 erfolgen."

Die gewaltige Stützwand für die dann dreispurige Bundesstraße bis zur Hochbrücke ist auf der Animation des RPs in grün neben der Straße zu erkennen.

Interessant: Bergauf Richtung Nordstetten werden die Fahrzeuge in Zukunft zweispurig geführt, bergab Richtung Horb/Rauschbart einspurig. Erst kurz hinter dem Beginn der Hochbrücke Richtung Rauschbart soll es dann umgekehrt sein.

Was sollen diese Bauarbeiten kosten?

Das RP: "Für den Bauabschnitt 2 sind rund zwei Jahre Bauzeit veranschlagt. Der Bauabschnitt 2 ist die südliche Verbindung an die Brücke über das Neckartal. Die Kosten für diesen Abschnitt belaufen sich auf rund 16,2 Millionen Euro. Das Regierungspräsidium Karlsruhe bittet die Anwohner und Verkehrsteilnehmer für die Belastungen und Behinderungen um Verständnis."

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