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Horb a. N. Zwei Stimmen klingen wie ein Chor

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Lisa Wedekind und ihr Mann Lukas Schmid-Wedekind sangen sich in der Stiftskirche in die Herzen der Konzertbesucher. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Etwas mehr als 50 Zuhörer, darunter auch der emeritierte Weihbischof Johannes Kreidler, erlebten in der Stiftskirche ein Konzert der ganz besonderen Art. Stiftskirchen-Organistin Kirsten Sturm hatte zum zweiten Konzert der Horber Orgeltage 2020 eingeladen.

Horb. Die Zuhörer wurden dazu coronagerecht in der ganzen Kirche verteilt. Sie durften sich auf ein klug zusammengestelltes Repertoire freuen, das einen weiten Bogen vom geistlichen Lied über den modernen Gospel bis hin zu den ganz großen Stücken wie dem "Ave Maria" sowie zu auserwählten Orgel-Stücke von Mendelssohn und Brahms schlug.

Begrüßt wurden die Besucher von Stadtpfarrer Elmar Maria Morein, der in seinem geistlichen Impuls von der Speisung der 5000 sprach. Zwei Fische und fünf Brote reichten damals am See Genezareth, um alle satt zu machen. Und dies trotz der Zweifel, die die Jünger äußerten als Jesus sie bat: Gebt ihr ihnen zu essen.

Nach diesem kurzen Impuls erlebten die Besucher gleich einen mehr als bemerkenswerten Auftakt dieses Konzertes.

Die beiden Solisten, die Mezzo-Sopranistin Lisa Wedekind und ihr Mann, der Herr mit der tiefen Bass-Stimme, Lukas Schmid-Wedekind, sangen sich mit dem Gospel "Amazing Grace" direkt in die Herzen der Konzertbesucher. Die erste Strophe ertönte mit der Kraft des Basses, die zweite mit der Ausdrucksstärke der ausgebildeten Opernsängerin, und im dritten und letzten Teil des weltbekannten Liedes verschmolzen beide Stimmen zu einer Einheit. Begleitet von Kirsten Sturm an den tieferen Registern der Orgel deckten die zwei scheinbar das gesamte Stimmvolumen eines gut besetzen Gospelchors ab. Gab es nach diesem an sich einfach zu singenden Lied noch irgendwelche Zweifel an der Kunst und Profession des singenden Ehepaars, so wurde diese durch die Interpretation von zwei Stücken aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy gänzlich ausgeräumt.

Die Mezzosopranistin überzeugte mit dunklem Timbre und fein ausmodulierten, zarten Tönen im Lied "Sei stille dem Herrn" aus dem Oratorium "Elias". Ihr Mann setzte mit dem Stück "Gott sei mir gnädig" aus dem Paulus-Oratorium den Gegenpart. Er füllte ohne Probleme allein mit dem Umfang seiner Stimme das Kirchenschiff bis in den hintersten Winkel.

Es waren zwei Lieder voll wunderbarer Harmonien, Melodien und Inhalte, die vom klanglichen Reichtum der Stiftskirchen-Orgel getragen wurden.

Kirsten Sturm demonstrierte auch beim zweiten Konzert der Horber Orgeltage ihr großes Können an der Königin der Instrumente.

Der reiche Klang der Orgel und die Stimmen der Solisten bildeten eine geradezu geniale, sich wunderbar ergänzende Einheit. Besonders schön beispielsweise die Passage in dem Lied "Gott ist mein Hirte" von Antonin Dvorak, als der tiefe Bass des Sängers von den hellen Pfeifen der Orgel umspielt, ja umtanzt, wurde.

"Zurücklehnen, Herzen und Ohren öffnen und einfach genießen" war spätestens nach diesem Beginn die Devise vieler, die in dieser Abendstunde Kunst und Kultur genossen. Und dies bei angenehm kühlen Temperaturen.

Gospels, im Duett gesungen, wie "Like a Motherless Child" oder "The Lord Is My Light" wechselten mit Klassikern der Kirchenliteratur und wurden ergänzt mit rein instrumentalem Zwischenspiel an der Orgel. Kirsten Sturm gab mit dem "Präludium und Fuge g-Moll für Orgel" von Johannes Brahms und mit dem "Andante Recitativo und Allegro assai vivace aus der 1. Orgelsonate op.65,1" von Felix Mendelssohn eine Kostprobe ihres großen Könnens.

Als die drei Künstler nach dem gesungenen Segenswunsch "The lord bless you and keep you" (Der Herr segne dich und behüte dich) ihr Konzert beenden wollten, brandete minutenlanger, frenetischer Beifall der dankbaren Zuhörer auf, die sich stehend noch eine Zugabe erklatschten.

Es war ein wahres Meisterkonzert, das sicher als einer der glänzenden Edelsteine in die diesjährigen Horber Konzert-Annalen eingehen wird. Die beiden Interpreten sangen zum ersten Mal in Horb, wie sie in einem kurzen Vorgespräch erklärten, doch wurden sie sofort vom fachkundigen Publikum angenommen, als wären sie alte Freunde. Musik verbindet. Dies wurde an diesem Samstagabend wieder einmal mehr als deutlich.

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