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Horb a. N. Wie viel Rad- und Feldweg ist möglich?

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Da die Radwege auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Krise ausgebaut werden sollen, gibt es Diskussionen im Horber Gemeinderat.Archiv-Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Da will Horb ein teures Radwegkonzept umsetzen und hat genügend Mittel im Haushalt. Doch müssen die in der Haushaltskrise jetzt für etwas anderes herhalten?

H orb . Oberbürgermeister Peter R osenberger hatte gesagt, dass er mit einem dauerhaften Haushaltsloch von vier Millionen Euro jährlich rechnet. Kein Wunder, dass CDU-Gemeinderat Ulrich Beuter beim Radverkehrskonzept hellhörig wird. Denn: In der Drucksache wird unter anderem vorgeschlagen, den Radweg zwischen Talheim und Schietingen auszubauen. Geschätzte Kosten: 240 000 Euro.

Beuter, auch Ortsvorsteher in Bildechingen: "Wir diskutieren über die Schließung von Ortschafts-Verwaltungen. Und wollen hier so weitermachen, als wäre nichts gewesen. Es ist schon befremdlich, dass hier für ein Projekt 240 000 Euro ausgegeben werden sollen!"

Sein Talheimer Ortsvorsteherkollege Anton Ade (FD/FW) sagt: "Der Radweg zwischen Talheim und Schietingen ist bitter nötig. Wir bekommen regelmäßig Anrufe bei der Ortsverwaltung mit der Bitte, hier etwas zu tun. Meine Bitte wäre, die rund 100 Meter anzugehen, die wirklich schlecht sind. Wenn man diese Maßnahme nach vorne zieht, würde uns das richtig helfen."

Ebenfalls auf der Liste beim Radverkehrskonzept: Der Anbau am "Charger Cube" mit Abstellplätzen für normale Räder und einer Reparaturstation (Kosten: 10 000 Euro), ein Radfahrstreifen auf der Dammstraße (6000 Euro) und auf der Bildechinger Steige mit einem Schutzstreifen (Kosten: 30 000 Euro).

Stadtplaner Peter Klein: "Es wäre günstig, die Markierung auf der Dammstraße gleich zu machen. Die Brücke beim Aldi-Kreisel wird ohnehin gemacht. Nachher ist es teurer, dort einen Schutzstreifen anzulegen."

Muss überhaupt so viel Geld in Radwege gesteckt werden? Martin Raible (ULH): "Ich will nicht, dass Horb dem Beispiel von Rottenburg und Tübingen folgt und Autofahrer durch Radwege verdrängt!" Kristina Sauter (OGL, fährt E-Bike): "Ich gehöre zu denen, die sich im Verkehr als Radfahrerin benachteiligt führt. Talheim-Schietingen ist Teil eines übergeordneten Radwegenetzes. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Bau bezuschusst wird." Ihr OGL-Kollege Wolf Hoffmann will noch wissen, wie sicher die Anlage rund um den "Charger Cube" gegen Vandalismus wird. OB Rosenberger. "Der ›Charger Cube‹ hat schon seinen ersten Vandalismus-Schaden hinter sich. Die Anbauten sind vor Vandalen sicher. Denn es gibt immer ein paar Chaoten, die Infrastruktur angreifen und zerstören."

Auch die Feldwege in der Horber Raumschaft sind in das Radverkehrskonzept mit eingebunden. BiM-Gemeinderat Simon Jung hat aber Zweifel, ob das überhaupt funktionieren kann. Der Ahldorfer: "Ich finde es gut, dass man eine Priorisierung der Feldwege vornimmt. Man sollte die Landwirte unterstützen und bedenken, dass diese Wege hauptsächlich Feldwege und keine Radwege sind. Landwirte werden immer wieder von Radfahrern beschimpft: Was hast Du hier zu suchen?"

Landwirt Gerhard Fassnacht (CDU): "Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Radfahrern auf Feldwegen. Viel größer find ich das Problem, dass die neueste Gesetzeslage vorschreibt, dass man Radfahrer mit mindestens 1,5 Metern Abstand überholen soll. Wenn ich da mit meinem kleinen drei Meter breiten Trecker komme, müsste der Feldweg auf fünf Meter Breite ausgebaut werden!"

Talheims Ortsvorsteher Anton Ade: "Wir können es uns bisher nicht leisten, die Feldwege auszubauen. Wir haben so viele schlechte Ortsstraßen, auf denen man sich fast die Federn bricht. Warum sollte man dann Feldwege ausbauen?" Er schlägt vor, die Sanierung der Feldwege über die Flurbereinigung zu bewerkstelligen. Und nicht über das Landesförder-Programm (Name: VWV MoLWe), welches die CDU per Antrag vorgeschlagen hatte.

Kristina Sauter: "Wenn ich mir die Förderbedingungen anschaue – da geht es um den hoch standardisierten Ausbau von Radwegen. Mit der Fördersumme schafft man maximal 2000 Meter Feldweg. Wenn ich denke, was man mit 150 000 Euro an den schlechten Feldwegen in Bildechingen, auf denen man kaum Fahrrad fahren kann, sanieren könnte. Das wäre für mich wichtiger als dieses Landes-Förderprogramm!"

CDU-Fraktionschef Michael Keßler klärt auf: "Es geht nicht um einen Luxus-Ausbau. Sondern um Feldwege, die 3,50 Meter breit sein sollen." Sein Landwirt-Kollege Fassnacht: "Wenn wir die Feldwege nur auf drei Meter Breite ausbauen würden, wären sie schnell wieder kaputt. Weil die Ränder wegbrechen."

Keßler – auch Vize-Ortsvorsteher von Ahldorf – erklärt, warum seiner Meinung nach die Landesförderung Sinn macht: "Bisher haben die Ortschaften aus ihrem Budget die Feldwege saniert. Die freuen sich jetzt bestimmt, wenn man über das Landesförderprogramm 40 Prozent Zuschuss bekommt."

Joachim Patig, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung, ergänzt, dass man seit 2019 250 000 Euro jährlich im Haushalt für die Sanierung der Feldwege eingestellt habe. Keßler: "Aber nur, wenn der Ausbau mit einem Radweg kombiniert wird."

Der CDU-Fraktionschef ergänzt noch, dass mit der 40-Prozent-Förderung beim Landesprogramm auch der geplante Radweg zwischen Talheim und Schietingen profitieren könnte. Er plädiere deshalb dafür, für die Feldwegekonzeption zu stimmen, damit jede Ortschaft, wenn sie es will, in den Genuss der 40-prozentigen Landesförderung kommen kann. Bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme von Anton Ade wurde der Feldwegkonzeption zugestimmt. Auch die Planung des Radwegs zwischen Talheim und Schietingen. Mehrheitlich gab es den Auftrag an die Verwaltung, auch die Schutzstreifen für Radfahrer auf der Dammstraße und Bildechinger Steige zu planen, den Anbau an die Ladestation für E-Bikes an der Dammstraße sowie die Einrichtung von "Aufschiebehilfen" zu den Gleisen im Bahnhof vorzubereiten. Rosenberger: "Es geht nur um die Planung der Maßnahmen, nicht um die Umsetzung."

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